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Ein Projekt für jeden - 365 Tage - 365 Bilder vom eigenen Ich

Jeden Tag betrachten wir uns im Spiegel - ob ausgeschlafen, hundemüde oder um uns zu stylen. Wie wäre es mit der Idee, daraus ein Fotoprojekt über ein ganzes Jahr zu machen. 365 Tage - 365 Bilder vom eigenen Ich, die so viel über die Stimmung an dem jeweiligen Tag verraten können. Das Projekt ist eine große Herausforderung, und Selbstdisziplin ist von Nöten. Sicherlich wird es gerade in der Startphase immer wieder vorkommen, dass man kurz vor dem Einschlafen daran denkt, dass man heute noch keine Aufnahme vom eigenen Ich im Kasten hat. Man springt noch einmal aus dem Bett und bringt sich vor der Kamera in Position. Sicherlich wird es auch Tage geben, wo man sich gar nicht fotogen fühlt - das ist egal, denn solche Aufnahmen gehören zu so einem Projekt einfach dazu. Man muss auch nicht zwangsläufig immer gestylt vor die Kamera treten. Aufnahmen des eigenen Ichs aus Alltagssituationen heraus sind, oftmals viel aussagekräftiger und geben die eigene Stimmungslage um ein Vielfaches besser wieder. Nur Kopfporträts können mitunter langweilig sein, Hände oder beispielsweise Füße können ebenso mit aufs Bild gebracht werden wie ein Gegenstand, der an diesem Tag besonders bedeutungsvoll ist. Das kann der Blumenstrauß ebenso sein, wie die Zahnbürste, der Schwingschleifer, Rasenmäher oder Kochtopf, Staubsauger, PC oder das Lieblingsstofftier, das einen seit der Kindheit begleitet. Natürlich hat man bei so einem Projekt auch die Option, sich jeden Tag im Jahr zur selben Stunde abzulichten.

Eine große Kameraausrüstung verlangt das Projekt nicht. Es kann mit einer Kompaktkamera ebenso umgesetzt werden wie mit einer Spiegelreflexkamera. Wer über mehrere Kameras verfügt, sollte sich für eine entscheiden, denn ansonsten ist es sehr aufwändig, die Aufnahmen später in die richtige chronologische Reihenfolge zu bringen - und darauf kommt es ja an. Natürlich könnte man auch Freunde bitten, dass sie einen ablichten, doch das nimmt den Reiz an diesem Projekt. Von Vorteil ist, wenn die Kamera über eine Selbstauslöserfunktion verfügt - bei den aktuellen Kameras ist das meist der Fall. Die Serienbildfunktion im Zusammenspiel mit der Selbstauslöserfunktion ist überaus reizvoll, denn so hat man viele Sequenzen einer Situation und kann dann das beste Selbstporträt auswählen - oder man entscheidet sich für 365 Tage in 365 Bildseqenzen mit der entsprechenden Anzahl an Einzelaufnahmen. Ein Stativ ist von Vorteil, denn davor lässt es sich einfach besser posieren. Wer nicht darüber verfügt, der kann die Kamera auf Möbeln - oder wo auch immer - auflegen oder sich mit ausgestrecktem Arm selbst fotografieren.

Das Projekt 365 Tage - 365 Bilder vom eigenen Ich fördert die eigene Kreativität und mitunter sieht man sich auch in einem ganz anderen Licht. Wer skeptisch ist, kann das Projekt auch erst einmal auf einen Monat oder eine Woche begrenzen. Wichtig ist es, die Aufnahmen auch zu befreien, denn: nur als Collage oder in einem individuellen Fotobuch zusammengeführt, sind die Selbstporträts eine Augenweide.
 

Fotografieren in der Praxis 11 / 2009

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