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Ganz nah an der großen, weiten Welt - Flughafenfotografie

Ein Flughafen ist nicht nur ein Tor zur Welt, er ist auch eine kleine Welt für sich. Tausende Beschäftigte, noch mehr Passagiere, Fahrzeuge und natürlich jede Menge Flugzeuge tummeln sich auf engstem Raum. Dort bieten sich viele Fotomotive, auch abseits startender oder landender Flugzeuge.

Lange Telebrennweiten für Aufnahmen auf einem Flughafen sind nicht immer notwendig, denn oftmals können die Standorte, die gute Aufnahmen versprechen auch erlaufen werden. Um jedoch eigene Energie zu sparen, sollte man sich schon vor einem Standortwechsel beispielsweise Gedanken darüber machen, was abgelichtet werden soll. Eine Wanderung auf einem Flughafen kann nämlich mitunter - wie die Start- und Landebahnen - sehr lang werden. Meist sind die besten „Spotter“-Plätze nicht direkt mit dem Auto erreichbar. Im Vorteil ist deshalb, wer seine Fotoausrüstung entspannt in einem speziellen Rucksack transportieren kann. Darin hat alles seinen Platz und kann bequem auch über längere Strecken getragen werden.

Sich bewegende Flugzeuge zu fotografieren ist nicht überaus schwierig. Eine möglichst kurze Verschlusszeit sorgt dafür, dass die Aufnahmen auch mit Teleobjektiven nicht verwackelt werden. Am einfachsten wählt der Fotograf eine große Blende (kleine Blendenzahl) vor und lässt die Belichtungsautomatik entsprechend die Zeit steuern. Strahlend weiße Flugzeuge neigen zur Überbelichtung, eine manuelle Belichtungskorrektur ist deshalb oftmals anzuraten. Vor allem Kompakt- und Bridgekameras bieten Motivprogramme, die überaus hilfreich sind. Für sich bewegende Motive sollte das Sport-Programm ausgewählt werden. Ratsam ist es zudem, den Serienbildmodus zu nutzen. Aktuelle Kameras warten mit bis zu 60 Aufnahmen in der Sekunde auf. Der Fotograf hat dann die Option, später das Beste Bild auswählen zu können.

Beliebt sind Fotostandorte entlang der Ein- und Abflugschneisen. Flugzeuge starten und landen in der Regel immer gegen den Wind, ein Blick in den Wetterbericht hilft, die richtige Seite der Start- und Landebahn zu wählen. Landende Fugzeuge schweben dabei recht tief ein, sie können auch schon mit einer mittleren Brennweite fotografiert werden, während startende Flugzeuge meist nur einen Teil der Startstrecke benötigen und am Ende der Bahn bereits eine beachtliche Höhe erreicht haben. Wer startende Flugzeuge von vorne fotografieren möchte, der braucht ungleich mehr Brennweite.

Ratsamer ist es oftmals, direkt am Zaun zu stehen und von dort rollende Flugzeuge zu fotografieren. Eine kleine Trittleiter bringt manchmal noch die entscheidenden Zentimeter an Höhe. Wer durch einen Zaun fotografiert, sollte möglichst nahe an diesen heran und eine offene Blende wählen. So kann der Zaun im Bild ganz verschwinden. Ansonsten ist es natürlich auch möglich, durch die Maschen des Zauns hindurch zu fotografieren. Der Zaun allerdings ist immer tabu. Flughäfen sind streng bewacht, Herumklettern am Zaun bleibt nie unentdeckt.

Nahe am Geschehen sind Fotografen auf jeden Fall auf den Besucherterrassen, wie es sie auf vielen Flughäfen gibt. Da diese meist auf dem Dach eines Terminals untergebracht sind, ermöglichen sie einen freien Blick auf das Vorfeld und auf die Abfertigung von Flugzeugen. Nicht immer ist es jedoch möglich, Stative mitzunehmen, ein Anruf schafft Klarheit.

Größtes Problem beim Fotografieren am Flughafen ist die Sonne. Wenn die Besucherterrasse nach Süden zeigt, hat der Fotograf fast den ganzen Tag Gegenlicht. An einem bedeckten Tag ist dies nur mäßig störend, ansonsten bleibt nur, auf die Morgen- oder Abendstunden auszuweichen.
 

Fotografieren in der Praxis 06 / 2009

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Flughafenfotografie, Moritz Maler

Moritz Maler

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