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Fotografieren in der kalten Jahreszeit

Biker machen Winterpause, Skifahrer sind dagegen in ihrem Element. Auch der härteste Frost lässt die Fotografie nicht erstarren, wenn Kamerabesitzer einige Vorsichtsmaßnahmen treffen. Gerade im Winter locken vielversprechende Motive, und die sollte kein Fotograf verpassen, nur weil zum Beispiel sein Akku leer ist. Wobei wir beim Problem Nummer Eins der Kälte beim Fotografieren wären: die Akkuleistung. Selbst Hochleistungsakkus geht es dann richtig gut, wenn auch der Mensch sich wohl fühlt. Sibirische Temperaturen kosten Saft, die Akkus sind schneller am Ende. Fotografen haben aber im Gegensatz zu Autofahrern ein simples Mittel parat, um Batterien bei Laune zu halten: Sie können sie – oder gleich die gesamte Kamera – in der Hosentasche oder einer Innentasche der Jacke wärmen. Am besten nimmt man zum Fotografieren draußen immer einen oder zwei geladene Ersatzakkus mit, die man nicht in der Fototasche transportiert, sondern am Körper. 37 Grad sind perfekt, und wenn der erste Akku in der Kamera schwächelt, wechselt man ihn einfach aus.

Kälte an sich schadet Kameras nicht unbedingt, aber rasche Temperatursprünge sind problematisch. Nimmt man beispielsweise seine ausgekühlte Kamera direkt von der Skipiste in eine gut beheizte Skihütte mit, dann wird sie sofort beschlagen. Wasser allerdings ist immer heikel bei elektronischen Bauteilen. Zudem ist eine Weile wegen des angelaufenen Objektivs ans Fotografieren nicht zu denken. Am besten wärmt man die Kamera am Körper vor, bevor es zur Party geht. Wenn man das starke Beschlagen verhindern will, etwa auch nach einem ausgiebigen Winterspaziergang bei der Rückkehr nach Hause, dann steckt man den Fotoapparat – noch bevor man ins Warme kommt – in eine dichte Hülle, in die man eventuell noch einen Beutel Trocknungsmittel (Kieselgel/„Silica Gel“) packt. Wichtig ist, die Kamera zu Hause zu befreien und nicht wie die Sporttasche in die Ecke zu stellen.

Hat sich die Kamera akklimatisiert, ist immer noch genug Zeit, die Fotoausbeute des Ausflugs auf den Computer zu laden oder direkt auszudrucken. Mit Motiven, die es so nur jetzt in der kalten Jahreszeit gibt: Schnee in allen Variationen, Eiszapfen und Eisblumen an Fensterscheiben. An Sträuchern und Bäumen legt sich Raureif an. Kombiniert mit dem Rot von Hagebutten oder dem tiefen Blau von Schlehen ein fantastisches Wintermotiv! Lohnende Sujets sind auch Menschen im Winter: Der Nachbar, der beim Schneeschippen ächzt, die Marktverkäuferin mit wollenen Handschuhen oder der Gast in der Advents-Budenstadt, der an seinem dampfenden Glühwein nippt. Noch ein Tipp: Weil es im Winter früher dunkel wird, sollten sich Kamerabesitzer ruhig mal an lange Verschlusszeiten wagen und den Automatik-Blitz bewusst ausschalten. Solche Fotos sehen immer natürlicher aus als geblitzte. Auch ein Ministativ wirkt bei solchen Gelegenheiten Wunder. Gerade die schummerige Atmosphäre macht den Reiz von Fotos in der kalten – aber auch gemütlichen – Jahreszeit aus.

Fotografieren in der Praxis 12 / 2010

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Gisela Kienzle, Rundlauf der Pinguine

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