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Fotografisches Experiment – Fotografieren von Rauch

In der Sekunde, so der Photoindustrie-Verband, macht es allein in Deutschland über 1.000 Mal Klick. Wie Untersuchungen zeigen, stehen Aufnahmen von Städten, Menschen oder Landschaften und Tieren im Mittelpunkt des Aufgenommen. Dies verwundert nicht, dient die Fotografie dazu, Erlebtes dauerhaft zu bewahren. Dies gelingt am besten mit Bildern – ein einziges sagt bekanntlich mehr als 1.000 Worte. Viele Fotografen lieben neben den klassischen Motiven, die in keinem Fotoalbum oder Fotobuch fehlen dürfen, das fotografische Experiment – also das Ablichten von Ungewöhnlichem. Dazu zählt zum Beispiel das Fotografieren von Rauch und seinen Mustern, die er hinterlässt.

Der Raum, in dem der Rauch beispielsweise von Räucherstäbchen fotografiert werden soll, sollte schwach beleuchtet sein. Die Kamera – die natürlich auf einem Stativ ruht – gilt es, auf den Rauch auszurichten. Der Hintergrund sollte neutral sein. Am geeignetsten ist ein schwarzer Hintergrund aus Karton oder Samt. Der von der Kamera ansteuerbare Blitz sollte seitlich oder etwas hinter der Rauchquelle positioniert sein – und schon kann es mit dem Fotografieren losgehen.

Dem manuellen Kameramodus ist der Vorzug zu geben. Die beste Bildqualität wird erzielt, wenn die ISO-Empfindlichkeit des Sensors zwischen 100 und 200 gewählt wird. Die maximale Synchronzeit der Kamera sollte auf 1/200s oder 1/250s eingestellt sein. Um den Rauch vor der Kamera scharf abzulichten und damit die Schärfentiefe ausreicht, sollte eine relativ kleine Blende mit f8 – f/16 gewählt werden. Im nächsten Schritt heißt es, auf manuelle Scharfeinstellung zu gehen, das Räucherstäbchen zu entzünden und eine Aufnahme mit voller Blitzleistung zu machen. Am Kameramonitor kann nun das Bildergebnis überprüft werden. Entspricht dieses noch nicht den Erwartungen, so sollte ausschließlich die Position des Blitzes verändert werden. Ist die Aufnahme beispielsweise unterbelichtet, so ist der Blitz zu weit entfernt von der Rauchquelle. Ist die Aufnahme überbelichtet, so muss der Abstand des Blitzes vergrößert werden. Am wirkungsvollsten sind Aufnahmen, wenn der Hintergrund schwarz ist – darauf ist also bei der Ausrichtung des Blitzes zu achten.

Ist man mit den Probeaufnahmen zufrieden, kann es mit dem Fotografieren in Serie losgehen. Den Rauch sollte man dabei natürlich immer im Blick haben. Präsentiert sich dieser so, wie es sich der Fotograf wünscht, muss nur noch der Auslöser betätigt werden. Mithilfe digitaler Bildbearbeitungen können Aufnahmen von Rauch nachträglich verfremdet werden – dies kann überaus reizvoll sein.

Fotografieren in der Praxis 11 / 2010

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David Kullack, Galaxy

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