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Fotos ohne Umwege auf die Festplatte

Die ersten Schritte im Leben eines Digitalfotos sind meist dieselben. Zuerst wird das Bild aufgenommen und auf eine Speicherkarte geschrieben. Dann wird entweder die Speicherkarte am Computer ausgelesen oder die Kamera mit dem Computer verbunden, die Bilder kopiert und im günstigsten Fall in einen RAW-Konverter importiert. Das geht auch schneller, einfacher und sicherer: Fotos direkt auf dem Computer speichern.

Jeder Schritt beim Hin- und Herspeichern von Fotos ist eine potenzielle Fehlerquelle, die zum Bildverlust führen kann. Dieser lässt sich vermeiden, wenn der Rechner als direkter Bildspeicher genutzt wird. Natürlich ist es nicht gerade praktisch, mit dem Notebook unterm Arm zum Sonntagsspaziergang aufzubrechen, um die Fotos direkt auf der Festplatte zu speichern. Aber zu Hause, im Studio oder auch bei einem Langzeitprojekt, wenn die Kamera lange Zeit an einem Standort zum Einsatz kommt und nicht sehr stark bewegt wird, bietet sich ein Laptop als direkter Bilderspeicher an. Wer einen Deskop-Computer beim Fotografieren in Reichweite hat, kann natürlich auch diesen nehmen.

Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten, die Kamera mit dem Computer zu verbinden. Entweder mittels Funktechnologie oder per Kabel, wobei bei letzterem USB oder manchmal auch Firewire zum Einsatz kommt. Manche Mittelformat-Digitalkamera muss zwingend mit Kabel an den Computer angeschlossen werden, weil so auch gleichzeitig die Stromversorgung des Digitalrückteils gesichert wird. Dies ist von großem Vorteil bei langen Studio-Sessions, da so kein Akku und auch keine Speicherkarte gewechselt werden müssen.

Kabellose Übertragungen bieten den unschlagbaren Vorteil, dass damit eine Stolperfalle entfällt. Wenn dann auch noch die Blitze mit Funktechnik ausgelöst werden, kann schon fast nichts mehr passieren. Allerdings kann auch die Variante mit Kabel einige Vorteile für sich verbuchen. Denn damit lassen sich, die passende Software vorausgesetzt, Einstellungen am Kameracomputer vornehmen. Im Idealfall benutzt der Fotograf einen RAW-Konverter, der den Tehered-Modus unterstützt, und kann dann Sensorempfindlichkeit, Zeit, Blende und oft sogar auch den Weißabgleich am Computer einstellen. Wenn die Kamera gar nicht bewegt werden darf und selbst die kleinste Erschütterung störend ist, beispielsweise wenn viele Aufnahmen eines Motivs mit unterschiedlicher Beleuchtung gemacht werden, um anschließend ein Bild aus vielen Einzelteilen zusammenzusetzen, dann ist es überaus praktisch, wenn die Kamera wirklich nicht angefasst werden muss.

Manche Softwares gehen sogar noch weiter und ermöglichen es, ein aufgenommenes Bild in Sekundenschnelle über WLAN auf Smartphones und Tabletcomputer zu übertragen. Das hat den Vorteil, dass bei Shootings mit vielen Beteiligten die Menschentraube um den Computerbildschirm wesentlich verkleinert wird. Denn einer der größten Vorteile beim Fotografieren direkt mit Laptop oder Computer ist der, sofort ein großes Bild sehen zu können, das farblich den Kameradisplays überlegen ist und bei dem Fehler viel leichter auszumachen sind – schon allein der Größe wegen.

Fotografieren in der Praxis 02 / 2012

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2 Kommentare

Ina
02. Februar 2012, 13:46:41 Uhr

Danke für den Beitrag - gute Anregung

Kobold
02. Februar 2012, 07:27:35 Uhr

Wir haben die 8GB Toshiba Flash-Air von der CES mitgebracht: Einfacher und schneller geht es nicht. In die Kamera rein, Fotos machen und direkt auf den Mac oder in die Cloud streamen.
In Deutschland gibt es die Flash-Air wohl leider nur bei einem Importeur: http://www.kpelectronic.de/news.html

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