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Fotozubehör: Taschen, Rucksaecke, Stative, Kamerazubehoer

Es gibt nichts, was es nicht gibt, so könnte man das vielfältige Fotozubehör beschreiben – und seitdem das Thema Video Einzug in die Fotografie gehalten hat, erweitert sich das Zubehörangebot ins schier Grenzenlose.

Schutz für die Ausrüstung

Fototaschen und -rucksäcke hat jeder im Fokus. Es gibt aber auch Schutzhüllen aus Neopren für Kameras und Objektive. Diese werden einfach über die Kamera beziehungsweise Objektive gestülpt, mit Klettverschlüssen geschlossen und schon besteht Schutz gegen Spritzwasser, Staub oder Kratzer. Da die Sonne beim Outdoorshooting nicht immer lacht, bieten sich beispielsweise für Tier-, Natur- und Sportfotografen die sogenannte Regenschutzhülle für die Kamera an. Damit kann man den Widrigkeiten trotzen. Mit wenigen Handgriffen – sehr praktisch bei einem plötzlichen Schauer – kann die Regenschutzhülle über die Kamera gelegt werden. Je nach Ausführung wird der Kordelzug zugezogen. Damit der Fotograf im Bild ist, sollten Regenschutzhüllen mit einem Sichtfenster auf das Display und die Bedienfunktionen ausgestattet sein. Eine Alternative sind Unterwassertaschen, wie sie für diverse Kameramodelle angeboten werden. Sie eignen sich während eines Tauchurlaubs ebenso wie bei der Raftingtour oder beim Spielen am Plansch- beziehungsweise Schwimmbecken. Mit der Unterwassertasche braucht man keine Angst vor Regen, Spritzwasser, Sand und Staub haben. Sogar abtauchen bis zehn Meter kann man mit einigen Modellen. Viele Fotografen, auch jene, die nicht in die Tiefen von Meeren und Seen vordringen möchten, bevorzugen Unterwassergehäuse.

Stative – Funktionsvielfalt durch Zubehör

Stative gelten als die dritte Hand des Fotografen. Der sogenannte Auslegearm ist bei Fotografen sehr beliebt, denn er ermöglicht, je nach Ausstattung, die Befestigung von in der Regel bis zu vier Kugelköpfen oder Neigern auf einem Stativ. Der Auslegearm wird einfach auf das Stativ geschraubt. Nicht nur Kameras können an ihm angebracht werden, sondern auch Fernrohre. Der Kreuzschlitten ist für alle Makro- und Mikrofotografen Pflicht, denn er erleichtert das Fokussieren auf das Motiv wesentlich. Er garantiert eine ruckfreie und feinfühlige Einstellung der Kamera in alle vier Richtungen. Die Schnellwechselplatte ist ebenfalls sehr gefragt. Dabei handelt es sich um eine rechteckige Metall- oder Kunststoffplatte mit einer Schraube. Diese wird in das Gewinde einer Kamera oder eines größeren Objektivs geschraubt. Durch eine sogenannte Schnappmechanik kann die Ausrüstung im Nu am Stativ befestigt werden. Stativwagen bieten sich für alle an, die sich der Studiofotografie hingeben. Das umständliche Umsetzen des Stativs entfällt damit, denn dank der Räder lassen sich neue Positionen schnell einnehmen. Sogenannte Stativbeutel werden am Stativ angebracht und dienen der Beschwerung, aber auch zur Aufbewahrung von Filtern und Co. Sandsäcke sind immer dann ein Muss, wenn durch Personen oder durch die Umgebungsbedingungen die Gefahr des Kippens des Stativs besteht. Je nach Ausführung sind es mehrere Kammern, die mit Sand, Kies oder ähnlichem gefüllt werden können.

Kamerazubehör – Ein kleiner Ausschnitt

Auch, wenn Kameras mit Gurten oder Trageschlaufen ausgeliefert werden, so kann es durchaus sinnvoll sein, sich für einen separaten Schultergurt zu entscheiden. Diese bieten einen sicheren Transport der Kamera, die so immer griffbereit ist. Gepolstert garantieren sie einen großen Tragekomfort. Je nach Ausstattung verfügen sie über kleine Aufbewahrungsfächer für Geld, Speicherkarten oder beispielsweise Ersatzakkus. Oder wie wäre es mit einem Displayaufsatz für die Kamera. Diese bieten absolute Bildkontrolle und totalen Reflexionsschutz. Fotografen, die mit Spiegelreflex- oder Systemkameras die Videofunktion nutzen, kommen um dieses Zubehör eh nicht umhin. Fotografen und Filmer können mit dem Displayaufsatz die Kamera sicher und abgeschirmt von störendem Umgebungslicht am Auge führen und nicht wie bisher mit ausgestrecktem Arm.

Von großem Interesse sind Vorsatzlinsen. Laut Definition werden alle optischen Zubehörartikel im Begriff Vorsatzlinsen vereint, die am Objektiv angeschraubt beziehungsweise angesteckt werden. Dazu gehören die Nahlinsen ebenso wie Konverter und Filter. Auch, wenn aktuelle Kameras über diverse Filter verfügen, so haben die aus der analogen Fotografie bekannten Filter immer noch ihre Berechtigung. UV-Filter schützen die Frontlinse am Objektiv und vor ultraviolettem Lichteinfall. Die Fotografien gewinnen an Kontrast und Schärfe. Farbfehler lassen sich vermeiden. Pol-Filter, auch als Polarisationsfilter bezeichnet, werden aus unterschiedlichen Beweggründen in der Fotografie eingesetzt. So verhindern Pol-Filter unerwünschte Reflexionen von glatten, nichtmetallischen Oberflächen, wie beispielsweise Glas oder Wasser. Spiegelungen lassen sich dadurch vermeiden. Durch Pol-Filter kann die Grünwiedergabe von Laub und Gräsern gesteigert/verbessert werden, weil störende (blaue) Reflexe des Himmels teilweise unterdrückt werden. Auch der Himmel lässt sich durch Pol-Filter dunkler und kräftiger abbilden, da ein Großteil des hellen Himmels zurückgehalten wird. Dieser Effekt tritt besonders stark im Winkel von 90 Grad zur Sonne auf, bei anderen Winkelwerten geringer bis gar nicht. Oder nehmen wir den Regenbogen als Motiv. Je nach Stellung des Polfilters, kann dieser unterdrückt oder aber in seinen Farben intensiver abgelichtet werden. Grau-Filter, auch als Neutraldichtefilter bezeichnet, verringern die Lichtmenge, die durch ein Objektiv fällt. Der Farbcharakter bleibt dabei erhalten. Gerade bei großer Helligkeit setzen Fotografen auf Grau-Filter weil, dann mit einer weiter geöffneten Blende gearbeitet werden kann, was natürlich Einfluss auf die Schärfentiefe hat.

Mit Nahlinsen lassen sich Objekte im Abbildungsmaßstab bis 1:1 ablichten – normale Objektive erzielen maximale Abbildungsmaßstäbe im Bereich von 1:7 bis 1:10. Die Stärke von Nahlinsen wird in Dioptrien angegeben. Nahlinsen verlängern prinzipiell den Objektivauszug, aber nicht mechanisch, sondern durch Verkürzung der tatsächlichen Brennweite des eingesetzten Objektivs. Im Gegensatz zum Einsatz von Zwischenringen oder Balgengeräten muss keine Belichtungskorrektur berücksichtigt werden. Abbildungsmaßstäbe bis etwa 1:4 sind mit Nahlinsen in guter Qualität erreichbar, darüber hinaus lässt die Abbildungsleistung vor allem im Randbereich meist nach. Oder wie wäre es mit einem Fish-Eye-Vorsatz, mit dem sich tolle kreative Effekte erzielen lassen, ob in der Makro-, Panorama-, Landschafts- oder beispielsweise Sportfotografie. Ist man noch nicht im Besitz eines Weitwinkelobjektivs, so hilft ein Weitwinkelvorsatz den Brennweitenbereich des Objektivs zu verkürzen. Und nun noch ein interessantes Zubehör, mit dem sich Insekten und Blüten perfekt ausleuchten lassen, und zwar mit der Ringleuchte. Diese wird einfach auf das Objektiv geschraubt und leuchtet das Motiv gleichmäßig aus. Kleinste Blütenblätter können so traumhaft zur Geltung gebracht werden. Auch Filmer greifen gern auf die Ringleuchte zurück, da die Augen beim Ablichten von Porträts außergewöhnlich dargestellt werden. Für Filmer, die mit Spiegelreflex- und Systemkameras arbeiten, garantieren sogenannte Videoflächenleuchten, die am Blitzschuh befestigt werden, eine überzeugende Ausleuchtung. Ja, und wer Kabelsalat verhindern möchte, für den bietet sich ein Wireless Fernauslöser an.

Die Liste an weiterem Fotozubehör ist noch unendlich lang. Der Fachhandel steht einem beratend zur Seite und dort bekommt man auch wertvolle Anregungen, um welches Zubehör man seine Ausrüstung sinnvoll ergänzen kann. Im Blick sollte man immer die Reinigungsmittel haben, seien es Tücher, Druckluft, Pinsel, Bürsten und diverse Mittelchen.

Fotografieren in der Praxis 06 / 2011

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Gerhard Meyer, Heiße Zeiten

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