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Goldener Schnitt - Der beste Platz im Foto

Der beste Platz im Foto ist nicht immer genau dort, wo das zentrale Autofokusfeld ist. Am harmonischsten wirkt ein Foto immer dann, wenn das zentrale Motiv genau im Goldenen Schnitt ist. Dieser Punkt lässt sich aufwändig berechnen - oder leicht finden, indem das Hauptmotiv etwas außerhalb der Mitte platziert wird.

Die Kamera vors Auge, Hauptmotiv anvisiert, Autofokus stellt scharf, auslösen, fertig. Ein Bild im Kasten, vielleicht ein nettes Porträt, und wie meistens: die Person genau in der Mitte. Im Zweifelsfall ist die Nasenspitze scharf statt der Augen weil - standardmäßig - das zentrale Autofokusfeld der Kamera aktiviert war. Dabei wirkt ein Foto viel spannender und lebendiger, wenn die Person nicht wie im Passbild genau mittig steht, sondern leicht zur Seite versetzt ist. Und was für Fotos von Menschen recht ist, gilt auch für Landschafts- und Sachaufnahmen in jedem Fall.

Der beste Punkt für das Hauptmotiv ist der sogenannte Goldene Schnitt. Dabei reicht eine ungefähre Platzierung völlig aus, denn um den exakten Goldenen Schnitt zu berechnen, braucht es mehr als nur einen Taschenrechner. Denn die Zahl Phi, die das Verhältnis des Goldenen Schnitts angibt (und deshalb auch „Goldene Zahl“ genannt wird), ist - ebenso wie ihre viel bekanntere Schwester Pi - eine irrationale Zahl, die sich nur näherungsweise bestimmen lässt. In etwa kommt man auf das Seitenverhältnis 1,618033988. Das heißt, der Goldene Schnitt ist genau dort, wo der eine Bildrand 1,61803 Mal so weit entfernt ist wie der andere Bildrand. Der „magische Punkt“ liegt also irgendwo zwischen der Mitte und dem äußeren Bilddrittel.

Wo der Schärfepunkt - wie im einleitenden Beispiel beschrieben - auf der Nasenspitze landen kann, da droht auch der Totalverlust der Schärfe und das Hauptmotiv steht außerhalb der Mitte. Zunächst sollte deshalb erst einmal das entsprechende Autofokusfeld aktiviert werden das, bei Menschen, idealerweise auf ein Auge zielt - nicht etwa auf die Wand im Hintergrund. Soll es schnell gehen, kann die Schärfe bei vielen Kameras auch gespeichert werden, indem zunächst zentral auf das Gesicht fokussiert wird, dann der Auslöser halb gedrückt und anschließend der Bildausschnitt verändert wird. Gegebenenfalls muss der kontinuierliche Autofokus dafür deaktiviert werden. Natürlich kann der Fotograf auch manuell scharf stellen.

Vor allem, wenn Hauptmotiv und Hintergrund große Unterschiede in der Helligkeit haben - klassisch ist ein Mensch, der selbst im Schatten vor hellem Hintergrund steht - muss natürlich auch die Belichtung gespeichert und mitgenommen werden, ganz ähnlich wie die Schärfe. Vor allem Kameras aus dem semiprofessionellen und professionellen Bereich besitzen oft eine Taste, um eine ermittelte Belichtung zu speichern.

Wenn dies nicht möglich ist, kann entweder mithilfe der Plus/Minus-Funktion die Belichtung der Automatik entsprechend angepasst werden oder der Fotograf stellt einfach auf manuelle Belichtung um, passt die Werte für sein Hauptmotiv mithilfe der Belichtungsmessung der Kamera an und verändert danach den Bildausschnitt. Unter schwierigen Lichtsituationen - die oft interessante Bilder versprechen - sollte immer eine kleine Belichtungsreihe gemacht werden.
 

Fotografieren in der Praxis 01 / 2010

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Goldener Schnitt, Moritz Maler

Moritz Maler

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