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ISO – Was versteht man darunter

Die Fotografie erlebt seit der Digitalisierung einen wahren Boom – Kameras sind seit Jahren gefragt wie nie und die Nachfrage reißt nicht ab. Unzählige Neueinsteiger sind zu verzeichnen, die die Fotografie für sich entdecken und für die die Kamera verstärkt zum täglichen Leben genauso dazu gehört wie das Handy. Das neue Hobby ist mit Begrifflichkeiten verbunden, die man sich erschließen sollte, möchte man die Möglichkeiten seiner Kamera voll ausschöpfen. So wissen viele nicht, was sich hinter der Angabe ISO verbirgt – auch, wenn es sich dabei um keinen neuen „digitalen Begriff“ handelt.

ISO steht für International Organisation for Standardisation und ist eine internationale Norm. In der Fotografie wird die Lichtempfindlichkeit des Aufnahmemediums (Sensor oder Film) mit einem ISO-Wert angegeben. Gängig sind ISO-Werte von 50 bis 1.600, wobei ein kleiner Wert für geringe Lichtempfindlichkeit und ein großer Wert für höhere Lichtempfindlichkeit stehen. Von ISO 50 verdoppelt sich die Lichtempfindlichkeit jeweils von einer zur nächsten Belichtungsstufe: ISO 100 ist doppelt so lichtempfindlich wie ISO 50 und ISO 200 doppelt so empfindlich wie ISO 100. Es folgen noch ISO 400, ISO 800 und ISO 1.600 usw. Aktuelle Kameras mit weitaus höheren ISO-Werten entsprechen fast schon Nachtsichtgeräten.

Die Erhöhung des ISO-Wertes um eine Belichtungsstufe hat den gleichen Effekt, als wenn man um eine Belichtungsstufe länger belichtet – also beispielsweise die Verschlusszeit von 1/125 Sekunde auf 1/60 Sekunde verlängert. Das Aufnahmemedium kann bei höherer ISO-Zahl in kürzerer Zeit die gleiche Menge Licht aufnehmen. Der Fotograf hat aber auch die Option eine größere Blende und damit in mehr Schärfentiefe zu investieren. Welcher Weg eingeschlagen wird, ist vom Motiv abhängig. So verlangen Sportaufnahmen in der Turnhalle meist eine höhere ISO-Einstellung von 800 oder 1.600, da scharfe Fotos von Sportlern nach einer kurzen Verschlusszeit verlangen und das Licht in der Halle oftmals sehr schwach ist.

Gerade unter schwierigen Lichtsituationen wird die ISO-Zahl dann erhöht, wenn beispielsweise kein Stativ zur Hand ist und die Aufnahmen bei längeren Verschlusszeiten trotz Bildstabilisatoren verwackeln würden. Zu beachten ist für den Fotografen, dass mit der Erhöhung des ISO-Wertes Bildrauschen auftreten kann, was dadurch entsteht, dass das vom Sensor aufgezeichnete Bild digital verstärkt wird. Wie stark ein Sensor Rauschen im Bild produziert, wird maßgeblich von seiner Baugröße und der Bauart bestimmt. Kleinere Sensoren rauschen in der Regel stärker als größere Sensoren mit gleicher Auflösung. Das ist auch der Grund, warum digitale Spiegelreflexkameras ein geringeres Bildrauschen aufweisen als digitale Kompaktkameras.

Die Möglichkeit den ISO-Wert von Aufnahme zu Aufnahme verändern zu können, ist ein sehr großer Vorteil der digitalen gegenüber der analogen Fotografie. Neben Blende und Verschlusszeit steht dem Fotografen mit der frei wählbaren Lichtempfindlichkeit eine dritte wichtige Variable für die Aufnahme zur Verfügung. Wer diese drei Werkzeuge der Digitalfotografie auf die richtige Art miteinander zu verbinden weiß, hat große Chancen auf noch bessere Fotos.

Fotografieren in der Praxis 05 / 2010

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Carlheinz Tömmel, Radarkontrolle

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Carlheinz Tömmel