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Kamera-GPS - Fluch oder Segen?
Aufnahmen, die im Netz hochgeladen werden sollten keine GEO-Daten enthalten

Die Vorteile von GPS liegen für den Fotografen ganz klar auf der Hand: Informationen über den Aufnahmestandort, wie Länge, Breite, Höhe, Zeit, werden in der Bilddatei gespeichert. Der Anwender ist somit von schriftlichen Notizen befreit und kann sich noch stärker auf das Fotografieren konzentrieren. Das praktische Geotagging, also das Hinzufügen von geografischen Identifikationen zu verschiedenen Medien, wie Fotos und Videos, kann dann zum Risiko werden, wenn mit Standort-Daten angereicherte (getaggte) Aufnahmen unkontrolliert im Internet veröffentlicht werden. Mit frei im Internet erhältlichen Programmen, wie beispielsweise „Geosetter“, können die Daten von jedermann ausgelesen und direkt auf Google Maps angezeigt werden. Werden beispielsweise Urlaubsbilder live auf sozialen Netzwerken, wie Facebook, hochgeladen, so wird Dritten signalisiert, dass man derzeit nicht zu Hause ist. Potenzielle Diebe müssen online nur nach weiteren Aufnahmen suchen, die Aufschluss über den Wohnort geben. Aber auch Eltern sollten von ihren Kindern keine Aufnahmen mit Geodaten im Netz veröffentlichen. Nehmen wir als Beispiel die Einschulung des Kindes. Dieses wird mit Schultüte und Ranzen vor seiner Schule abgelichtet. Pädophile können über die Geodaten in Erfahrung bringen, welche Einrichtung das Kind besucht – da kommt sehr großes Unbehagen auf.

Aufnahmen, die für soziale Netzwerke gedacht sind, sollten keine Geodaten enthalten. An Kameras und bei nahezu allen Smartphones kann die GPS-Funktion deaktiviert werden. Hat man Aufnahmen mit Geodaten und möchte diese im Netz für alle zugänglich hochladen, so sollte man diese Bilder auf den PC kopieren und mit einer geeigneten Software die Geodaten löschen. Gute Dienste leistet beispielsweise die englischsprachige Freeware „Geotag Security“ (www.geotagsecurity.com).

Fotografieren in der Praxis 11 / 2011

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1 Kommentare

Seb
08. November 2011, 11:01:14 Uhr

Warum graben gerade eine Reihe von Internetseiten das alte Thema wieder aus? Das hatten wir schon vor knapp einem Jahr:

Die englischsprachige Website www.geotagsecurity.com warnt vor den schrecklichen Folgen von Geotagging! Vom Einbruch bis zum Kidnapping durch Pädophile. Doch Rettung ist in Sicht! Auf der gleichen Seite wird eine kostenlose Software Geotag Security zum Löschen von Geotags angeboten. Und natürlich auch eine kostenpflichtige Pro-Version. Unsere Meinung dazu ...

http://www.gps-camera.eu/neuigkeiten/1-aktuelle-nachrichten/309-us-army-und-qsafer-geotaggingq.html
(vom Mittwoch, 01. Dezember 2010 um 18:05 )

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