Landschaftsfotografie im Winter

Monochromes modellieren

Der Winter mit seinen schneebedeckten Landschaften hält für Fotografen einiges bereit, weshalb sich allein schon deshalb ein ausgedehnter Spaziergang mit der Kamera lohnt. Also nichts wie raus, um diese eindrucksvollen Impressionen einzufangen. Der Kamera ist klar der Vorzug vor Smartphones als Aufnahmegerät zu geben. Drei – wenn nicht noch mehr – Gründe sprechen für die Kamera. 1. Fotografischer Funktionsumfang, der einen höheren kreativen Spielraum bietet, 2. Handling – Eine Kamera liegt nun einmal besser in der Hand, 3. Akkuleistung – Diese ist bei Kameras höher als bei Smartphones. Hinzu kommt, dass Akkus in der Kälte eine verminderte Leistung haben und Smartphone-Akkus noch schneller in die Knie gezwungen werden. Empfehlenswert ist bei einem längeren Fotoausflug in jedem Fall ein Ersatzakku. Ist es richtig kalt, so sollte man den Ersatzakku nicht in der (genauso kalten) Kameratasche transportieren, sondern lieber in der Jackeninnen- oder Hosentasche.

© Blende, Peter J. Scherer, In Watte gepackt | © Blende, Rudolf Herbig, Schneeperfektion
© Blende, Peter J. Scherer, In Watte gepackt | © Blende, Rudolf Herbig, Schneeperfektion
Schnee steht für Winter – die natürliche Farbigkeit, wie wir sie von den anderen drei Jahreszeiten her kennen, weicht den monochromen Abstufungen von Weiß. Mit der Reduzierung der Farbigkeit rücken für die Bildkomposition die natürlichen Gestaltungsmerkmale der klassischen Schwarzweißfotografie in den Vordergrund. Eine markante Linienführung ist hierbei ebenso bedeutsam wie das gekonnte Spiel mit Helligkeitskontrasten, die Darstellung von Strukturen, Oberflächen und Texturen. Man braucht nicht lange, um geeignete Motive in einer Schneelandschaft zu finden. Ein Solitärbaum vor einem verschneiten Hügel eignet sich ebenso wie beispielsweise Strommasten oder eine Straße, die rechts und links von Schneeflächen umgeben ist. Wichtig ist in die Landschaft einzutauchen und mit der Reduktion auf wenige Elemente zu experimentieren. Dazu gehört natürlich das Spiel mit der Perspektive.

© Blende, Norbert Jordan, Ausdruck der Ruhe | © Blende, Hermann Rausch, Eisnebel - Schönheit des Winters
© Blende, Norbert Jordan, Ausdruck der Ruhe | © Blende, Hermann Rausch, Eisnebel – Schönheit des Winters
Die größte Herausforderung beim Ablichten von Schneelandschaften lauert in der richtigen Belichtung. Denn auch wenn die Sonne nicht so knallt wie im Hochsommer, der glitzernde Schnee kann die Kameraautomatik täuschen. Als Grundregel belichten Sie etwas reichlicher, bis zu zwei Belichtungsstufen. Achten Sie darauf, dass Ihr Hauptmotiv nicht zu dunkel wird und setzen Sie vielleicht auch einen Aufhellblitz ein.

Gerade unter schwierigen Lichtverhältnissen ist der RAW-Modus die beste Wahl, denn so können Sie später noch auf ein Maximum an Bildinformationen zurückgreifen, was beim komprimierten JPEG nicht möglich ist. Wenn Ihnen der Aufwand mit RAW zu hoch erscheint, gehen Sie einfach selektiver vor. Haben Sie einfach mal den Mut, nur die fünf besten Bilder perfekt zu bearbeiten.

Fotografieren in der Praxis 01 / 2016

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1 Kommentare

Danke für den Beitrag. Noch ein Tipp: Mit den kamerainternen Filtern kann man ganz tolle Stimmungen erzeugen. Das macht mir richtig Spaß weil Landschaften noch einmal anders in Szene gesetzt werden können.

von Katja
08. Januar 2016, 16:45:02 Uhr

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