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Miniatur-Look - Die kleine Welt

Miniaturansichten sind derzeit bei vielen Anwendern der Renner. Das real Aufgenommene wirkt so, als wenn es sich um ein Modell handeln würde. Wer sich dem Sujet des Miniatur-Looks hingeben möchte, der muss einen erhöhten Standpunkt einnehmen, da es der Betrachter so gewohnt ist. Aussichtsplattformen, Kirchtürme oder aber Brücken bieten sich da bestens an. Wie bei Modellen sollten Bäume, Häuser, Straßen und nach Möglichkeit auch die Eisenbahn bildbestimmende Elemente sein. Flüsse, karge Flächen aber auch Stromleitungen sind weniger gut zur Miniaturisierung geeignet. Geht es darum, Bewegtbilder zu miniaturisieren, so gehört Leben in den Aufnahmen verankert. Dieses findet man auf Straßen ebenso wie auf Marktplätzen. Der Miniatur-Look wirkt umso überzeugender, je gerader die Stadtplaner Bäume und Straßen angelegt haben.

Harte Schatten in der Aufnahme stellen den Miniatur-Look stärker heraus. Für den Fotografen aber auch Videofilmer bedeutet dies, in der knallen Sonne zu fotografieren beziehungsweise zu filmen. Zur Standardausrüstung gehören natürlich ND- und Polfilter. Hat man mit dem Sonnenstand nicht so viel Glück, so kann natürlich auch nachträglich mittels Bild- und Videobearbeitung der Miniatureffekt erhöht werden, indem zum Beispiel der Kontrast erhöht wird. Die Aufnahmen sehen mitunter etwas künstlich aus – das ist aber ja gewollt.

Beim Miniatur-Look wird meist im Makrobereich gearbeitet. Grund hierfür ist die sehr geringe Schärfentiefe und die Unschärfe im Randbereich – beides fördert die optische Täuschung. Einige Anwender greifen auch zur Tilt-Shift-Optik. Diese extrem eingesetzt, rufen einen gleichen Effekt hervor wie der Makrobereich. Unschärfe kann natürlich auch nachträglich mittels Bild- und Videobearbeitung über die Aufnahmen gelegt werden. Beim Videoclip wird ein- oder zweimal kopiert und in der Timeline genau darüber wieder eingefügt. Anschließend kommt der Weichzeichner zum Einsatz – die Gaussche Variante hat sich hier besonders bewährt. Die Mitte des Clips muss zum Schluss durchscheinend gemacht werden, damit der Originalclip an dieser Stelle wieder zum Vorschein kommt.

Überzeugend in Videos wirken ruckelnde Bewegungen, denn welches Modellmännchen bewegt sich schon ruckelfrei. Es bietet sich für den Filmer, also das Drehen in 25p, an. Würde man die Zahl noch mehr reduzieren, so besteht die Gefahr, dass das Ganze wie ein Trickfilm wirkt. Sofern das Schnittprogramm nicht die Option zum Weglassen von Bildern bietet, so hilft das Rendern als Videodatei. Dabei kann eine Bildzahl vorgegeben werden – das Ergebnis wandert wieder zurück zur Timeline.

Fotografieren in der Praxis 09 / 2011

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Heiner Henninges

Heiner Henninges