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Photographie kann mehr!

Die Photographie bietet unzählige Anwendungsmöglichkeiten in verschiedensten Einsatzgebieten. Sie dient dazu, sich an glückliche Momente zu erinnern, mit anderen Erlebnisse zu teilen, sich über das Weltgeschehen zu informieren, Natur und Umwelt in Bildern festzuhalten oder die Photographie wird als Kunstwerk gesehen und bietet Freude. Die Photographie kann aber noch vieles mehr: Sie kann auf Dinge aufmerksam machen, die man ohne sie gar nicht wahrgenommen hätte und damit kann sie manchmal sogar Leben retten. Das ist zum Beispiel bei der seltenen Tumorerkrankung Retinoblastom der Fall, die durch eine geblitzte Aufnahme ohne Unterdrückung des Rote-Augen-Effekts frühzeitig erkannt werden kann.

Ein Retinoblastom ist der häufigste Augentumor im Kindesalter. In Deutschland sind es etwa 60 Kinder im Jahr, die an dieser Krebsform erkranken, aber ohne frühzeitige Behandlung endet die Krankheit immer tödlich. Wird die Krankheit rechtzeitig erkannt und behandelt, können nahezu 95 Prozent der erkrankten Säuglinge und Kinder geheilt werden.

Sichtbar kann der Tumor durch den Kamerablitz gemacht werden. Das erste Symptom bei den meisten erkrankten Kindern ist die so genannte Leukokoria, ein weißer Fleck in der Pupille, der unter bestimmten Lichtverhältnissen zu sehen ist. Das Aufleuchten der weißen Pupille kann darauf hinweisen, dass ein Tumorwachstum hinter der Linse stattfindet. Die weißen Flecken sind wesentlich besser zu sehen als der Rote-Augen-Effekt bei einem normalen gesunden Auge.

In Kanada haben schon viele Photofirmen die Aufgabe übernommen, Informationen über Retinoblastome an ihre Kunden zu schicken. Auslöser war vor allem der Aufruf eines kanadischen Vaters, der auf die Krankheit seines Sohnes durch Photos aufmerksam wurde. Er appellierte an andere Eltern, die Möglichkeit der Photographie zu nutzen, um die Krankheit frühzeitig zu erkennen. Retinoblastom ist eine besonders heimtückische Form von Krebs, die oft bis zu einem fortgeschrittenen Stadium unentdeckt bleibt, weshalb die elterliche Aufmerksamkeit so wichtig ist.

Neben dem regelmäßigen Besuch des Augenarztes sollten Eltern, laut Empfehlung von pädiatrischen Augenärzten, einmal im Monat ein Photo von ihren Kindern unter fünf Jahren in einem schwach beleuchteten Raum, ohne die „Rote Augen Reduction Funktion“ zu nutzen, machen. Dies würde zweifellos vielen Kindern langwierige Behandlungen, den Verlust der Sehkraft ersparen und manches Kinderleben retten.

 

Fotografieren in der Praxis 06 / 2008

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