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Reise - Fototagebuch

Die meisten Fotos werden nach wie vor in der Urlaubszeit gemacht – in fernen Ländern ebenso wie am Ostseestrand, in der Lüneburger Heide oder beispielsweise im Schwarzwald. Während die Bilderschätze früher allenfalls in aufwändigen Diashows einmal der kompletten Verwandtschaft gezeigt wurden, gibt es heute elegantere und handlichere Möglichkeiten. Eine davon ist das individuell gestaltete Fotobuch – mit einigen Notizen versehen wird aus ihm das Fotoreisetagebuch, das von unschätzbarem Wert ist.

Wie war das noch mal, damals in Rimini? Der nette Italiener mit den exotischen Eissorten? Natürlich kann sich die ganze Familie noch daran erinnern. Aber wenn es darum geht, den Eisstand zu lokalisieren, dann bietet das schon nach kurzer Zeit ausreichend Stoff für lange Diskussionen – mit ungewissem Ausgang. Bei einer Fahrt in die Fremde prasseln die Eindrücke nur so auf die Reisenden ein. Wer da den Überblick behalten möchte, macht sich entsprechende Notizen, führt ein Reisetagebuch, und fotografiert natürlich auch. Lieber einmal mehr den Auslöser betätigt als einmal zu wenig.

Der Kreativität sind bei einem Fotoreisetagebuch kaum Grenzen gesetzt. Das Motto muss heißen: verschwenderisch mit der Kamera kreativ losziehen und alles einfangen, was man wahrnimmt – ausreichend Akkus und Speicherkarten nicht vergessen. Die berühmte Kirche einmal umrunden und alle fünf Schritte ein Foto machen – als Mosaik zusammengesetzt eröffnen sich da auch noch Jahre später interessante Aussichten. Oder darf’s ein wenig mehr Kultur sein? Wer sagt eigentlich, dass man alle Statuen immer komplett fotografieren muss? 16 Mal die Füße von den Männern und Frauen auf dem Sockel füllen zwei Fotobuch-Seiten so interessant wie kaum etwas anderes. Wer clever ist, notiert sich natürlich die Namen der Personen, zu denen die Füße gehören.

Auf einer Rundreise kann man natürlich jedes Ortsschild fotografieren. Oder wie wäre es mit dem Frühstückskaffee? Schließlich sieht die Tasse in jedem Ort anders aus. Dazu ein kurzes Resümee, wie der Kaffee denn war. Funktioniert auch mit Tee. Im Vorteil ist in jedem Fall, wer verschiedene Formate und unterschiedliche Aufnahmetechniken kombiniert. Bilder mit und ohne externen Blitz, Langzeitbelichtungen und solche, die mit hoher Empfindlichkeit gemacht wurde verleihen dem persönlichen Reisefototagebuch zusätzliche Spannung. In jedem Fall wird es dadurch spannender als ein Buch, das aus vielen Bildern besteht, die immer am helllichten Tag aufgenommen wurden. Und wer über einen Scanner verfügt, der sollte Eintrittskarten, aber auch Café-Rechnungen digitalisieren und in sein Fotoreisebuch mit aufnehmen. Jahre später kann man dann auch noch sagen, was der Cappuccino gekostet hat.

Die Texte für das Fotoreisetagebuch können am PC erstellt werden. Dies ist aber kein Muss. Wer über eine gute Handschrift verfügt, kann aus der Reihe der üblichen Typographie ausbrechen und macht seine Notizen auf nicht ganz reinweißes Papier. Das wird abfotografiert oder gescannt und das Fotoreisebuch erhält eine noch persönlichere Note.

Fotografieren in der Praxis 03 / 2010

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Moritz Maler, Reise - Fototagebuch

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