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Schärfentiefe - Darauf gilt es zu achten

Die Schärfentiefe, also der Bereich eines Motivs, der scharf abgebildet wird, ist von sehr großer Bedeutung für die Wirkung einer Aufnahme. Wählt der Fotograf eine geringe Schärfentiefe, so kann der Blick des Betrachters auf diese Weise auf das Motiv gelenkt werden. Eine große Schärfentiefe hingegen macht viele Details in einer Aufnahme sichtbar. Das erfordert vom Fotografen jedoch eine sorgfältige Gestaltung des Bildes über die Linienführung oder die Staffelung von Motivbereichen, da es ansonsten nur schwer möglich ist, ein Hauptmotiv auszumachen.

Die Sensorgröße – mit der digitalen Fotografie wurde die Anzahl der Aufnahmeformate größer – hat großen Einfluss auf die Schärfentiefe. Der kleinere Sensor in Kompaktkameras ist mit einer geringeren Schärfentiefe verbunden. Das hat zur Folge, dass es mit diesen Kameras bei gleicher Blende und gleichem Bildausschnitt nur bedingt gelingt, den scharfen und unscharfen Bildbereich deutlich voneinander zu trennen. Kameras mit großen Sensoren sind also klar im Vorteil, wenn es darum geht, die Schärfentiefe als Gestaltungsmittel einzusetzen. Aber auch der Abbildungsmaßstab ist entscheidend. Um ein Motiv im gleichen Größenverhältnis abzubilden, ist bei kleineren Sensoren ein geringerer Abbildungsmaßstab erforderlich als bei größeren. Wird der Abbildungsmaßstab kleiner, so wird bei gleicher Blendeneinstellung die Schärfentiefe größer.

Entgegen der weitverbreiteten Ansicht hängt die Schärfentiefe jedoch nicht von der Brennweite ab. Das bedeutet, dass ein Objektiv mit kurzer Brennweite bei gleichem Bildausschnitt und gleicher Blendeneinstellung nicht mehr Schärfentiefe liefert als ein sehr langbrennweitiges Teleobjektiv.

Fotografieren in der Praxis 05 / 2010

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Käfer in der Blüte, Roland Dönges

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Roland Dönges