Bildleiste

Serienbildfunktion - Bessere

Die Serienbildfunktion gehört seit jeher zur Standardausstattung einer Kamera. In der Digitalfotografie hat die Möglichkeit von schnellen Bildfolgen aber eine neue Dimension bekommen. Ging es früher hauptsächlich um die Gewissheit, auch tatsächlich den entscheidenden Moment eines Geschehens zu erwischen, so eröffnen die inzwischen extrem kurz gewordenen Bildfolgezeiten, in Verbindung mit leistungsstarken Kameraprozessoren, völlig neue Gestaltungsmöglichkeiten.

Schneller als das Auge

Selbst kompakte Digitalkameras können heute schon bis zu 120 Fotos in Serie schießen. Damit lassen sich auch extrem schnelle Bewegungsabläufe präzise analysieren. Ob das Auftreffen und Zerplatzen eines Wassertropfens auf einer Oberfläche, der Ablauf eines Golfschwungs oder der Sprung des Skifahrers über die Schneewehe, die High-Speed-Funktion moderner Kameras hält jede Phase des Geschehens fest. Manche zeichnen sogar kontinuierlich bei halbgedrücktem Auslöser Bilder auf und speichern die kurz vor bis kurz nach dem Durchdrücken des Auslösers erfassten Fotos, so dass der Fotograf sicher sein kann, den richtigen Auenblick erwischt zu haben.

3D-Fotos

Kameras der jüngsten Generation können aus Serienaufnahmen echte 3D-Bilder generieren. Dazu bewegt der Fotograf die Kamera während der Bildaufzeichnung, um den Bildausschnitt leicht zu verändern. Die Kamera nimmt automatisch in schneller Folge bis zu 20 Einzelbilder auf, aus denen sie das für eine stereoskopische Wirkung am besten geeignete Bilderpaar auswählt. Die Fotos im gängigen 3D MOP Format lassen sich auf allen 3D-fähigen Displays wie Fernsehern, Monitoren, digitalen Bilderrahmen u. ä. darstellen.

Schwenkpanoramen

Einige Kameras besitzen eine Schwenkpanorama-Funktion, die eindrucksvolle Panorama-Aufnahmen durch einfaches Schwenken der Kamera generiert. Dazu werden während des Schwenks in schneller Folge hintereinander Einzelbilder aufgezeichnet, die dann vom Kameraprozessor zu einem Panoramafoto zusammengesetzt werden.

Bracketing

In der Bracketing-Funktion werden in schneller Folge mehrere Aufnahmen mit unterschiedlichen Voreinstellungen bezüglich Belichtung, Weißabgleich oder auch ISO-Einstellung gemacht. Anschließend kann der Fotograf das ihm optimal erscheinende Bild auswählen. Die Bracketing-Funktion wird von manchen Kamera-Automatiken oder Bildbearbeitungsprogrammen aber auch genutzt, um aus den schnell hintereinander geschossenen Fotos bestimmte Details zu einem neuen, perfekteren Bild zusammenzusetzen. Ein Beispiel dafür ist die HDR-Technik, bei der sich unterschiedlich belichtete Fotos von sehr kontrastreichen Motiven zu eindrucksvollen Bildern mit großem Tonwertumfang und guter Detailwiedergabe in den dunklen und hellen Motivpartien (Tiefen und Lichtern) verweben lassen.

Auch für die AF-Einstellung bieten manche Kameras der jüngsten Generation eine Bracketing-Funktion. Beim Fokus-Bracketing stellt die Kamera auf unterschiedliche Bildebenen scharf und fügt die Einzelbilder anschließend zu einem von vorn bis hinten scharfen Foto zusammen. Stören durch das Motive gehende Menschen oder Fahrzeuge das Bild, kann eine Bildserie von Bildbearbeitungsprogrammen so verwendet werden, dass alle bewegten Objekte aus der Szene herausgerechnet werden und einen von Menschen und anderen bewegten Objekten befreites Einzelfoto entsteht.

In schneller Folge aufgezeichnete Bildserien werden von modernen Digitalkameras auch genutzt, um bei wenig Licht scharfe, rauscharme Fotos in natürlichen Farben zu erstellen. Dabei nutzt die Kamera die Schärfeinformation in den unterbelichteten, mit kurzer Verschlusszeit aufgenommenen Fotos und kombiniert sie mit den Farbinformationen der Aufnahmen mit längerer Belichtung. So erhält der Fotograf ein Foto mit hoher Detailwiedergabe, schönen Farben und wenig Rauschen.

Je kürzer die Intervalle der Serienaufnahmen, umso größer werden die sich daraus ergebenden Möglichkeiten, die verschiedenen Einzelfotos zu einem scharfen, natürlich wirkenden, optimierten Bild zusammenzufügen. Ging es in der Vergangenheit darum, mit dem Druck auf den Auslöser den entscheidenden Augenblick stellvertretend für ein ganzes Geschehen einzufangen, entwickelt sich die Digitalfotografie zunehmend dahin, viele unterschiedliche Fotos einer Szene zu einem optimalen Bild zu verweben.

Fotografieren in der Praxis 02 / 2011

Bewerten 69

Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren






* Diese Felder müssen ausgefüllt werden

Anna-Sophie Lührs, 17 Jahre, Blaues Kleid

"Blaues Kleid"
Anna-Sophie Lührs, 17 Jahre