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Sportfotografie – Nicht nur eine Domäne der Profifotografen

Gute und vor allem überzeugende Sportfotos kann vom Prinzip her jeder machen, denn ein Hexenwerk ist dieser Bereich der Fotografie nicht. Klar im Vorteil sind all jene, die über die entsprechende Fotoausrüstung, über Hintergrundinformationen zur Sportart und über eine gewisse Fitness verfügen. Geht man selbst der Sportart nach, so ist man natürlich wesentlich besser in der Lage, Situationen vorherzusehen. Geht es also beispielsweise darum, Snowboarder gekonnt in Szene zu setzen, so gelingt einem dies natürlich authentischer, wenn man selbst dieser Sportart nachgeht und die entsprechenden Kenntnisse über die zu erwartenden Bewegungsabläufe hat. Wie beim Sport selbst, macht Übung bekanntlich den Meister und so ist es auch beim Sportfotografen. Je dynamischer, ja bewegungsintensiver der abgelichtete Sport ist, desto weniger darf davon ausgegangen werden, dass jeder Schuss ein Volltreffer ist. Gerade in der Sportfotografie gilt die Devise, sich langsam an den Erfolg heranzutasten.

Unser ambitionierter Fotograf ist selbst Snowboarder. Für sein Fotoshooting wählte er einen steilen Hang aus, der seinen Akteuren das sportliche Abenteuer garantierte und ihm einen sicheren „Stand“ gab, da er sich an ihm anlehnen konnte. Auf den Einsatz eines Stativs konnte in diesem Fall verzichtet werden. Vor dem Fotoshooting wurde mit den Sportlern grob die „Fahrtroute“ besprochen, damit der Fotograf die Kamera optimal auf den entscheidenden Punkt ausrichten konnte. Der Fotograf wählte an seiner Spiegelreflexkamera, ausgerüstet mit einem 200 mm-Teleobjektiv, den Sportmodus und die Serienbildfunktion. Viele Aufnahmen waren so schnell im Kasten.

Kadenz ein wichtiges Kriterium

Digitale Spiegelreflexkameras, aber auch kompakte Systemkameras, sind für die Sportfotografie prädestiniert. Belichtungsmesser und Autofokus sind voneinander getrennte Module, die parallel und unabhängig voneinander arbeiten können. Gerade in der Sportfotografie ist die Kadenz ein ganz wichtiges Kriterium. Sie beschreibt, wie viele Bilder pro Sekunde eingefangen werden können. Bleiben wir bei unserem Beispiel mit den Snowboardern – hier erwarten den Fotografen extrem dynamische Vorgänge. Für Serien mit enger Bildfolge, ist eine Kadenz von 5 fps (Frames per Second) und mehr anzustreben. Ist die Kamera mit einer zu geringen Kadenz ausgestattet, so kann man diese möglicherweise mit einer schnelleren Speicherkarte erhöhen. Eine Erhöhung der Kadenz wird auch dadurch erzielt, dass die Speicherung der Bilddaten im JPEG-Format erfolgt. Dies bietet sich jedoch nur dann an, wenn die Bilddaten nicht umfangreich nachbearbeitet werden sollen. Zur Herabsetzung der Kadenz kann es kommen, wenn ein Datenstau beim Speichervorgang der Aufnahmen vorliegt.

Objektive mit Ultraschallmotor – Maß aller Dinge

Spiegelreflex- und kompakte Systemkameras werden vielfach im Kit, also mit Objektiv, angeboten. Die beigefügten Objektive decken meist einen Brennweitenbereich vom leichten Weitwinkel (24-28 mm Kleinbild) bis in den unteren (60-100 mm Kleinbild) oder bis in den mittleren Telebereich (200 mm Kleinbild) ab. Für den Einstieg in die Sportfotografie reichen diese Objektive zunächst aus. Wer aber höhere Ansprüche verfolgt, der kommt um eine Neuanschaffung nicht umhin. Qualität hat bekanntlich ihren Preis und die Qualitätskriterien für Objektive sind zahlreich. Sie fangen bei der Verarbeitung an bis hin zur Lichtstärke, Auflösung, Vignettierung, Verzerrung, dem Autofokusantrieb oder beispielsweise der Innenfokussierung. So ist in der Sportfotografie beim Autofokusantrieb der Ultraschallantrieb das Maß aller Dinge. Elektromotoren oder gar der Stangenantrieb gelten als zu langsam.

Belichtung und Weißabgleich

Entscheidend für gute Sportaufnahmen ist die richtige Belichtung. Auf diese gilt es, in jedem Fall Einfluss zu nehmen. Das Histogramm bietet dem Fotografen die Möglichkeit, der gezielten Auswertung. Möchte man Wintersportler in Bildern verewigen, so darf man sich auf die automatische Belichtungsmessung nicht verlassen. Die Aufnahmen bei Schnee erhalten meist einen Grauschleier, da die Kamera versucht, die Belichtung am 18-prozentigen Grau abzugleichen, da, aufgrund der hellen Lichtsituation, die Kamera abblendet. Auch den Weißabgleich muss man im Blick haben. Sollten die Aufnahmen dennoch farbstichig sein, so kann dies dank digitaler Bildbearbeitung, behoben werden.

Fotografieren in der Praxis 02 / 2012

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