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Sportfotografie im Fußball

Gleich welchen Geschlechts sind Groß und Klein fasziniert von der runden Kugel, die ins Eckige gehört. Ein Fußballspiel dauert bekanntlich 90 Minuten, und das erhöht für den Fotografen die Wahrscheinlichkeit auf wenigstens ein paar wenige vielsagende Aufnahmen. Klar im Vorteil sind all jene Fotografen, die über eine Spiegelreflex- beziehungsweise Systemkamera mit Teleobjektiv verfügen oder aber über eine Bridgekamera mit einem großen Zoombereich, denn die Akteure sollen ja formatfüllend abgelichtet werden und später nicht nur als Punkt in der Aufnahme sichtbar sein. Da es dem Fotografen nicht gestattet ist, das Spielfeld zu betreten, muss er die Distanz eben durch die entsprechende Optik überbrücken. Das gelingt mit einer Kompaktkamera mit 3-fach-Zoom beispielsweise nicht. Solche Kameras sind nur geeignet, um andere Fans in unmittelbarer Nähe zu fotografieren oder aber, wenn der Sportler an der Seitenlinie behandelt wird und man ganz nah am Geschehen dran ist. Eine große Brennweite ist aber nicht alleiniger Garant für gute Fußballaufnahmen. Wichtig ist der Aufnahmestandpunkt ebenso wie der Aufnahmewinkel. So führen extrem niedrige oder hohe Aufnahmepositionen zu unterschiedlichen Effekten, die grafische, ungewöhnliche und einzigartige Aufnahmen hervorbringen können. Wichtig ist es natürlich für den Fotografen, die Sportart zu kennen, denn nur so weiß er, wo mit hoher Wahrscheinlichkeit etwas passiert.

In jedem Fall sollte man mit seiner Fotoausrüstung vertraut sein und man sollte sich schon vorher darüber bewusst sein, dass nicht jede Aufnahme ein Volltreffer sein wird – hier ist es in der Fotografie genauso wie im wahren Spiel, denn nicht jeder Schuss auf das Tor ist auch gleich eins. Der Fotograf sollte auch keine Angst vor dem Experimentieren haben. So sollte man sich ruhig mal in langen Verschlusszeiten üben, um Bewegungsunschärfe zu suggerieren oder aber auch die Kamera mit dem Objekt mitziehen, um die Geschwindigkeit der Spieler zu demonstrieren. Gerade in der Sportfotografie, wo vielfach mit langen Brennweiten gearbeitet wird, garantieren Stative übrigens die sicherste Lösung für überzeugende und nicht verwackelte Aufnahmen. Bevorzugter Stativtyp sind Einbeinstative, denn sie bieten Flexibilität, sind leicht und beweglich bei hoher Stabilität. Zudem sind sie nicht so ausladend wie Drei- oder Vierbeinstative. Wird die Kamera direkt auf dem Einbeinstativ montiert, so ist diese Befestigung sehr unflexibel. Möchte man beispielsweise die Kamera um die Seitenachse kippen, weil sich der Sportler nach unten oder oben bewegt, so muss das ganze Stativ verkippt werden. Sehr beliebt unter Sportfotografen sind aus diesem Grund Einbeinstative mit Neigeköpfen. Mit diesen kann der Fotograf bequem den Höhenwinkel anpassen, ohne das Stativ zu verkippen. Um noch mehr Flexibilität zu haben, kann man zum Neiger eine Schnellwechselplatte einsetzen. Hier ist jedoch auf eine stabile Bauweise zu achten. Einige Sportfotografen bevorzugen einen massiven Kugelkopf. Dieser benötigt etwas Erfahrung in der Anwendung, garantiert aber mehr Bewegungsfreiheit. Und nun noch ein letzter Tipp: Der Fotograf sollte das Gegenlicht nicht scheuen. Dieses lässt den Hintergrund oftmals dunkler wirken, störende Werbetafeln werden unterdrückt, die Schatten in den Gesichtern werden weicher und isoliert sie von der Menge der Zuschauer. Eine Gegenlichtblende ist natürlich Pflicht. Sie verhindert, dass seitlich einfallendes Licht an den Linsen des Objektivs oder an Fassungsteilen reflektiert wird und so auf den Sensor/Film gelangt.

Fotografieren in der Praxis 07 / 2010

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Andreas Held, Sandplatz-Tunier

Blende ,"Sandplatz-Tunier"
Andreas Held

Stefanie Schultz, Seht her

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Stefanie Schultz