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Weihnachtsmärkte - Sammeln mit der Kamera

Der Duft von gebratenen Äpfeln und Mandeln, bunter Zuckerwatte, saftigen Würstchen, Lebkuchen und heißen Maronen zieht alle Jahre wieder Tausende auf die Weihnachtsmärkte. Und jedes Jahr aufs Neue sind Groß und Klein fasziniert von den vielen Lichtern, den glitzernden Kugeln und den süßen Leckereien. Familien sind im Generationenpack unterwegs - vom Neugeborenen im Kinderwagen, dick eingemummelt und schlummernd, bis zur Großmutter im Rollstuhl, die es sich nicht nehmen lässt, sich das Getümmel auf dem Weihnachtsmarkt auch im hohen Alter „anzutun“.

Jeder genießt seinen Besuch auf einem der vielen, vielen Advents- und Weihnachtsmärkte der Welt auf seine Weise. So fühlen sich Fotografen weniger von Zuckerwatte und heißen Waffeln angesprochen, sondern von der Stimmung, dem schönsten Baum oder dem hellsten Stern. Bei den Motiven Advent, Weihnachten, Besinnlichkeit heißt es „alle Jahre wieder“. Und wieder ist alles schön - so man denn Geduld aufbringt. Denn die Weihnachtszeit ist eine Ausnahme. Kinder dürfen Zuckerwatte schlecken, auch, wenn die Eltern das während der restlichen elf Monate im Jahr gar nicht gerne sehen. Der eine oder andere Glühwein, Punsch oder Jagertee mehr macht auch niemanden unglücklich. Und so können die Fotografen nicht nur überall schöne Dekorationen, helle, schimmernde Lichter und buntes Treiben einfangen, sondern begegnen dabei auch besonders gut gelaunten Menschen.

Das Fotografieren auf Weihnachtsmärkten, vor allem zur beliebten blauen Stunde, wenn es langsam schummrig wird, ist nicht gerade einfach. Je dunkler es wird, desto mehr Besucher zieht es auf die Märkte, weil es einfach gemütlicher ist. Und je mehr Gedränge herrscht, desto mehr Umsicht muss der Fotograf aufbringen. In größeren Städten kann es sogar so voll werden, dass man als Fotograf mit Kamera und Stativ kaum Chancen hat. Das Stativ, das das Verwackeln verhindern soll, ist Stößen ausgesetzt, weil man sich kaum so dünn machen kann, wie es erforderlich wäre, um unbeschadet - zumindest für das Bild - am Fotografen mit Ausrüstung vorbeizukommen. Dem Einbeinstativ ist in jedem Fall der Vorzug zu geben, denn ein Drei- oder Vierbeinstativ lassen die Menschenmassen auf den Weihnachtsmärkten nicht zu. Entscheidet man sich gegen ein Stativ, so sollte die Kamera über einen Bildstabilisator verfügen. Außerdem müssen immer wieder die Lichtverhältnisse kontrolliert und gegebenenfalls die Lichtempfindlichkeit an der Kamera (die ISO-Zahl) neu eingestellt werden. Auf den Weißabgleich ist zu achten und die ISO-Empfindlichkeit sollte wegen des Bildrauschens nicht zu hoch gewählt werden. Mehrere Besuche auf dem Weihnachtsmarkt und das Überprüfen der Bilder am Computerbildschirm sind für Anfänger empfehlenswert, da das Kameradisplay häufig nicht ganz exakt anzeigt, wie das Bild letztlich aussehen wird.

Der Blitz sollte lediglich als Aufheller genutzt werden, denn ansonsten wird der Hintergrund pechschwarz. Ohne Blitz oder Aufhelllicht wiederum ist oftmals der Kontrast oftmals im Motiv zu groß, um später genug Farben im Bild korrekt wiederzugeben. Viele Kameras beherrschen die Aufhelltechnik als Programm oder auf Knopfdruck. Meist wird das Aufhellprogramm auch als Nachtprogramm bezeichnet und zeigt dann ein Porträt zusammen mit einem Stern oder Mondsymbol. Das bedeutet, dass die Kamera automatisch das Blitzlicht reduziert und je nach Lichtsituation bis zu mehreren Sekunden belichtet.

Aufnahmen von Weihnachtsmärkten sind nicht nur etwas für das eigene Fotoalbum. Sie eignen sich bestens für individuelle Weihnachtspostkarten beziehungsweise Postkartenaufkleber, für Tischkarten, als Fotopuzzle oder als Fotoaufkleber für die eingepackten Geschenke.
 

Fotografieren in der Praxis 12 / 2009

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