Der Akt im richtigen Licht - Ausleuchtung
Die Anordnung der Lampen hat ebenfalls entscheidenden Einfluß auf das photographische Ergebnis. Je näher beispielsweise die direkte Lichtquelle an das Modell herangestellt wird, desto konzentrierter sind die Spitzlichter. Eine weiche und gleichmäßige Ausleuchtung des Köpers wird hingegen durch zwei diffuse Lichtquellen im gleichen Abstand zum Modell in einem Winkel von 45 Grad erzielt. Ein bildhauerischer Effekt liegt vor, wenn eine diffuse Lampe durch eine direkte ersetzt wird, man die Anordnung der Lampen aber beibehält. Das direkte Licht wirft Schatten und enthüllt Feinheiten. Eine Aufnahme mit starkem Helligkeitskontrast erhält man, wenn nur mit einer diffusen Lichtquelle in einem Winkel von 45 Grad gearbeitet wird. Details gehen bei diesem Aufbau verloren, das Bild erhält seine Wirkung von den Spitzlichtern und den angedeuteten Körperformen, die von den unregelmäßigen Schattenlinien hervorgerufen werden. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, eine einzelne direkte Lampe im Winkel von 45 Grad hinter dem Modell zu plazieren - man bekommt den sogenannten Randbeleuchtungseffekt. Je weiter weg die Lampe hinter das Modell gerückt wird, desto schärfer wird die Schattenkante. Wird die Lampe hingegen vom Modell gegen einen weißen Hintergrund gerichtet, so erscheint das Modell silhouettenhaft. Ist ein schwaches Spitzlicht erwünscht, so darf sich das Modell nicht zu weit vom angeleuchteten Hintergrund postieren. Je weiter sich das Modell vom weißen, angeleuchteten Hintergrund befindet, umso weniger reflektierendes Licht gelangt zu den Körperkonturen und man erhält eine reine Silhouette.
Der Gang mit seinem Modell in ein Studio, sofern man nicht über ein eigenes verfügt, lohnt sich in jedem Fall. Ausreichend Zeit sollte eingeplant werden, wenn ein Studio angemietet wird. Wer mit der Studiophotographie noch keine so großen Erfahrungen gesammelt hat, für den sind Workshops und Seminare empfehlenswert, denn schon die Ausführungen zum Spiel mit einer oder gar zwei Lampen zeigen, welch weites Feld die Studiophotographie ist.

Werden zwei diffuse Lichtquellen im gleichen Abstand zum Modell und einem Winkel von 45 Grad angebracht, wird der Akt weich und gleichmäßig ausgeleuchtet - kein Körperteil wird hervorgehoben.

Wird mit einer diffusen und einer direkten Lichtquelle gearbeitet, so wirft das direkte Licht Schatten und enthüllt Feinheiten. Durch die sogenannten Spitzlichter wird der Körper besser modelliert.

Wird nur mit einer direkten Lichtquelle gearbeitet, so erhält man starke Helligkeitskontraste, Details gehen verloren. Die Aufnahme wirkt durch Spitzlichter und die angedeutete Körperform.

Randbeleuchtung wird durch eine einzelne Lampe erzielt, die hinter dem Modell platziert ist. Je weiter die Lampe hinter das Modell rückt, desto schärfer wird die Schattenkante.

Eine silhouettenhafte Wirkung wird erzielt, wenn die Lampe weg vom Modell auf einen weißen Hintergrund gerichtet wird, der das Licht reflektiert. Je weiter sich das Modell vom angestrahlten Hintergrund entfernt, desto mehr erhält man eine reine Silhouette.
Fotografieren in der Praxis 10 / 2006

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