Bildleiste

Aktphotographie - ein Hauch von Sinnlichkeit

Ein ordentlicher Schuss Erotik und noch viel mehr Sinnlichkeit: Die Zutaten für ein gutes Aktphoto sind schnell aufgezählt. Einzig, weder Sinnlichkeit noch Erotik sind die Dinge, aus denen ein Schnappschuss gemacht ist. Ein wenig Planung gehört dazu, ein paar Kniffe und Tricks und ein kleines Studio. Dabei braucht das Studio mit nur einer Lampe (Dauerlicht oder Blitz) und einem schwarzen Hintergrund nur zwei Hauptzutaten, um eine sinnliche Low-Key-Aufnahme zu gestalten. Das lässt sich auch in der heimischen Wohnung aufbauen, ohne dass die Möbelpacker kommen müssen.

Dauerlicht hat einige Nachteile gegenüber dem Blitzlicht: Es wird heiß und heizt kleine und mittelgroße Räume in kürzester Zeit auf. Zudem stimmt die Farbtemperatur nicht mit der des Tageslichts überein. Das kann zwar an der Digitalkamera mit dem Weißabgleich korrigiert werden und fällt bei Schwarzweiß ohnehin nicht ins Gewicht, wer auf Farbfilm photographieren möchte, muss aber entweder passende Kunstlichtfilme verwenden oder entsprechend filtern.

Auch ohne Diffusor oder Softbox kann der Photograph mit einer Lichtquelle überaus plastisch wirkende Low-Key-Aufnahmen verwirklichen. Die Lampe wird dabei idealerweise etwa in 45 Grad hinter dem Modell platziert. Der Abstand ist variabel, je nachdem, ob die Lichtquelle selbst noch im Bild sein soll oder nicht. Wichtig ist der Einsatz einer Gegenlichtblende, denn sonst kann es auf der Linse des Objektivs zu unerwünschten Reflexionen kommen.

Die Belichtung wird bei dieser Art von Aufnahmen so eingestellt, dass der kleine vom Licht beleuchtete Teil des Modells korrekt belichtet wird. Keinesfalls darf dabei auf den überwiegend schwarzen Teil des Bildes gemessen werden, weil die Kamera das Schwarz sonst so belichtet, dass es 18 Prozent Grau ergibt: Darauf sind Belichtungsmesser eingestellt. Bei Low-Key-Aufnahmen soll aber tiefdunkles Schwarz auf dem Bild entstehen. In der Praxis bedeutet dies, dass die Blende recht weit geschlossen wird, damit wenig Licht durchdringt. Es empfiehlt sich, solche Aufnahmen in abgedunkelten Räumen zu machen. Wenn der Blitz erst einmal gegen das vorhandene Tageslicht anfeuern muss, um die gewünschte die Lichtstimmung zu erzeugen, wird die korrekte Unterbelichtung schwierig.

Ansprechende Photos lassen sich auch erstellen, wenn das Modell lange Haare hat und das Licht hinter den Haaren durchleuchtet. Dann scheinen die (idealerweise dunklen) Haare von hinten beleuchtet, während im dunklen Gesicht nur Konturen zu erkennen sind. Dazu ist allerdings sehr gerichtetes Licht notwendig. Bei einem Blitz lässt sich das mit einem Wabenfilter erzeugen, bei einem Dauerlicht mit Flügeln, wie sie von Filmproduktionen bekannt sind. Auch teilweises Abdecken der Lampen ist eine Möglichkeit, allerdings ist dabei größte Vorsicht geboten! Lampen können sehr heiß werden. Weder die Lüftung der Lampe darf beeinträchtigt werden, noch darf das Abdeckmaterial hitzeempfindlich sein, sonst droht Brandgefahr.

Die Low-Key-Methode im Gegenlicht eignet sich auch, Details des Körpers herauszugreifen und nur diese zu photographieren. Vor allem mit einigen Wassertropfen auf der Haut wirken solche Photos noch lebendiger. Um Wassertropfen auf die Haut zu bringen, gibt es zwei Möglichkeiten. Die eine ist, die Haut mit einer möglichst fetthaltigen Creme einzureiben und darauf dann das Wasser abperlen zu lassen. Die andere heißt Glycerin. Das ist in der Apotheke erhältlich und wird beispielsweise auch dazu genutzt, um Tränen am Auge zu simulieren. Bevor es am Auge verwendet wird, unbedingt den Apotheker fragen und darauf hinweisen, wofür das Mittel gebraucht wird. Steht das Modell vor der Lampe, wird außerdem ein sehr dünner Saum am Körper beleuchtet und grenzt so den schwarzen Körper vom ebenso schwarzen Hintergrund ab.
 

Fotografieren in der Praxis 07 / 2007

Bewerten 65

Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren






* Diese Felder müssen ausgefüllt werden

Aktphotographie

"Aktphotographie"
Andreas Gugau