Foto-Checkliste für Flugreisen und am Urlaubsort

© Blende, Simone Bauer, Amritsar
© Blende, Simone Bauer, Amritsar
Flugreisen sind meistens dann immer angesagt, wenn der Zielort in weiter Ferne liegt. Die Fotoausrüstung – ist doch die Kamera das bevorzugte Aufnahmegerät – soll natürlich mit, um das Erlebte in Fotos und Videosequenzen dauerhaft zu konservieren. Wie heißt es doch so schön: wenn einer eine Reise tut, dann hat er was zu erzählen und das gelingt nun einmal am besten in Form von Bildern. Ich packe meinen Koffer oder meine Tasche und nehme mit … schwupp die wupp sind die Gewichtsvorgaben der Fluggesellschaft überschritten. Deshalb ist packen mit Köpfchen angesagt und dabei sollen die nachstehenden Tipps helfen.

  1. Leicht reisen und systematisch packen
    Über Gewicht redet ja niemand gerne, aber bei Flugreisen ist dieses Thema unvermeidlich. Die Kamera sowie das wichtigste Fotozubehör gehören definitiv ins Handgepäck. Etliche Fluggesellschaften lassen nur noch ein Handgepäckstück zu. In diesem Fall bietet sich ein Fotorucksack mit einer integrierten und dennoch separaten Fototasche an. Auf diese Weise können auch andere Utensilien verstaut werden, ohne das man zwei Handgepäckstücke hat. Abzuraten ist davon, die Fotoausrüstung im Koffer zu verstauen, der aufgegeben wird. Zum einen kann es zum Verlust des Koffers kommen und zum anderen gibt es leider hier und da immer wieder Langfinger, die sich bedienen. Zudem bietet der Flughafen an sich schon so viele lohnenswerte Fotomotive, die nicht eingefangen werden können, wenn sich die Fotoausrüstung im Koffer befindet.

    Im Vorfeld sollte man sich über die Handgepäck-Bestimmungen seiner Fluggesellschaft informieren. Hier muss man sowohl das Gewicht als auch die maximalen Maße im Blick haben.

    © Blende, Peter Brückner, Mondflug
    © Blende, Peter Brückner, Mondflug
    Welchen Umfang die Fotoausrüstung einnimmt hängt natürlich von den persönlichen Intentionen ab. Wer auf Fototour geht, der wird mehr Equipment einpacken als derjenige, dem es nur auf Urlaubsschnappschüsse ankommt. Um mögliche Zollprobleme zu vermeiden, sollte man bei sehr umfangreichem Fotoequipment Kaufbelege in Kopie mit auf Reisen nehmen.

    Mit hochwertigen Kompaktkameras, die über einen großen Zoombereich verfügen, kann man sich am Urlaubsort zahlreiche Motivbereiche erschließen. Geht man mit seiner kompakten System- beziehungsweise Spiegelreflexkamera auf Reisen, dann muss gegebenenfalls eine Objektivauswahl getroffen werden. Festbrennweiten-Objektive erscheinen verlockend, doch sollte auch immer an das Gewicht gedacht werden. Daher empfiehlt sich oftmals ein Zoomobjektiv, das mehrere Festbrennweiten ersetzt. Wenn doch mehrere Objektive mit sollen, dann würde unsere Wahl auf das Weitwinkel-, Normal- und ein leichtes Teleobjektiv fallen. Wer natürlich seinen Schwerpunkt in der Makrofotografie sieht, wird ein Makroobjektiv einpacken. Geht es nach Südafrika auf Fotosafari, dann kommt natürlich ein extremes Teleobjektiv mit. Kamera, Objektive sowie Ladegeräte würden wir im Handgepäck verstauen, während anderes Zubehör wie Stativ, Filter, Fernauslöser etc. bei uns im Koffer Platz finden.

  2. Kamera immer in Reichweite
    Auf Flughäfen ist eine Menge los und wichtig ist, sein Handgepäck immer im Blick zu haben. Empfehlenswert sind Fototaschen beziehungsweise -rucksäcke mit Sicherheitsvorkehrungen, die es Langfingern schwer machen zuzugreifen. Achtsamkeit gilt auch beim Sicherheitscheck des Handgepäcks am Flughafen. Nach dem Scan sollte das Handgebäck mit Fotoausrüstung nicht unbeaufsichtigt und offen an der Ausgabe liegen. Bei Reisen zu zweit oder in der Gruppe können Mitreisende das Handgepäck entgegennehmen, während man selbst noch die Sicherheitskontrolle passiert. Als Alleinreisender sollte die Kameratasche gut in der vorgesehen Palette verstaut und z.B. durch eine Jacke verdeckt werden.

  3. Am Urlaubsort
    © Blende, Gereon Balzer, Blick aufs Meer
    © Blende, Gereon Balzer, Blick aufs Meer
    Am Urlaubsort angekommen, gilt es natürlich auch, seine Fotoausrüstung und andere persönliche Gegenstände nicht aus den Augen zu verlieren. Dies schließt beispielsweise die Hotelanlage, das Leihauto ebenso mit ein, wie wenn man zu Fuß unterwegs auf Erkundungstour ist. Je größer das Menschenaufkommen ist, desto achtsamer sollte man sein. Dazu gehört natürlich auch, dass bei einem Café- und/oder Restaurantbesuch die Fototasche nicht einfach auf dem Nachbarstuhl abgelegt wird, wo Langfinger ein einfaches Spiel haben, sie zu entwenden.

  4. Reiseversicherung
    Wer eine Reise antritt, kann sich für beziehungsweise gegen allerlei versichern. Inwieweit bei einem Verlust der Fotoausrüstung die Reise- beziehungsweise Hausratversicherung aufkommt, sollte vorab geprüft werden. Die meisten Reiseversicherungen, so unsere Recherche, decken dies nicht automatisch ab. Je nach Fotoequipment lohnt es sich, eine Zusatzversicherung abzuschließen. Dabei sollte auf geografische Einschränkungen geachtet werden. Mehr zum Thema „Kameraversicherungen“.

  5. Fotoziele vorab recherchieren
    Reiseführer
    und vor allem auch Fotoportale und -communities informieren über sehenswerte Fotomotive und -ausflüge. Neben den bekannten Sehenswürdigkeiten gibt es auch viele unbekannte Plätze, die sich zum Fotografieren und Filmen eignen. Google Street View vermittelt erste Eindrücke von Orten. In Bezug auf touristische Hot Spots trifft man immer wieder auch auf fotografische Einschränkungen oder Besonderheiten z.B. in Form von komplettem Fotografieverboten oder der Erhebung von Fotografiegebühren.

  6. Eventualitäten vorbeugen
    © Blende, Christopher Immel, Elefant
    © Blende, Christopher Immel, Elefant
    Wenn es um die Sicherheit der Fotoausrüstung geht, dann wird in erster Linie an Diebe gedacht. Doch gerade wenn Landschaften oder entlegene Orte im Fokus stehen, wird der sichere Weg, vor allem der Rückweg, oft nicht bedacht. Das gewünschte Motiv wurde gut belichtet, doch ist es ärgerlich, wenn beim Rückweg aufgrund ungenügender Wegbeleuchtung man selbst und natürlich auch die Fotoausrüstung durch einen Sturz zu Schaden kommt. Es ist gut, sich vorab über die Wege zu den Ausflugszielen zu erkundigen und z.B. durch eine Taschenlampe in der Tasche vorzusorgen.

  7. Datensicherung
    Damit die fotografischen Erinnerungen auch sicher Heim kommen, darf die Datensicherung nicht außer Acht gelassen werden. Es sollten genügend Speicherkarten eingepackt werden und zur weiteren Datensicherung eignen sich ein Tablet, ein Laptop mit Kartenlesegerät oder ein tragbares Medienlaufwerk. Auch die Cloud bietet eine gute Alternative – hier sollte man sich aber schon vor Urlaubsantritt beispielsweise über anfallende Kosten informieren und wie es um den Internetzugriff vor Ort bestellt ist.

  8. Adapter
    Damit die Fotofreude aufgrund ungeladener Kamera-Akkus kein abruptes Ende nimmt, sollten Erkundigungen über die Stromversorgung und Ladespannung am Urlaubsort eingeholt werden. Dann muss ein entsprechender Adapter unbedingt mitgenommen werden. Bei Weltenbummlern lohnt sich in jedem Fall ein Weltreise-Steckeradapter.

Fotografieren in der Praxis 01 / 2016

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1 Kommentare

Bei Reisen in Drittländer müssen nicht zwangsläufig Kaufbelege mitgeführt werden, manchmal hat man vielleicht auch keine. Man kann sich vorher beim örtlichen Zollamt einen sogenannten Nämlichkeitsnachweis holen. Da wird eingetragen, was mit auf Reisen geht (Identifikation über Seriennummer) und das kann man problemlos wieder mit zurück bringen... Infos: http://www.zoll.de/SharedDocs/Boxen/DE/Fragen/0028_fotoausruestung_im_urlaub.html?nn=97240

von meyla555
29. Januar 2016, 13:42:59 Uhr

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