Fotoequipment: Karneval / Fasching

Die fünfte Jahreszeit

Karneval / Fasching
Das närrische Treiben nähert sich mit seinen Straßenumzügen und Prunksitzungen dem diesjährigen Höhepunkt – Es gibt immer mehr Regionen in Deutschland, in denen die Bewohner nicht nur für diese fünfte Jahreszeit brennen, sondern in ihr das Lebenselixier sehen. Karneval – vielerorts auch als Fasching bezeichnet – liefert Motive am Fließband. Mit welchem Aufnahmegerät diese eingefangen werden, hängt von den eigenen Ansprüchen an seine eigenen Foto- sowie Videoimpressionen ab, aber auch davon, ob man Teil der ausgelassenen Gesellschaft ist.

Fotoausrüstung als Karnevalist

Für Karnevalisten, die möglichst mit leichtem Gepäck unterwegs sind, empfiehlt sich das Smartphone als sogenannte „Immer-Dabei-Kamera“ ebenso wie eine Kompaktkamera mit einem größeren Zoombereich. Dieser ermöglicht auch weiter Entferntes näher heranzuholen. Kompaktkameras bieten gegenüber Smartphones unter anderem die Vorteile, dass sie besser in der Hand liegen, der Akku leistungsstärker ist und sie mit ihren Features ein deutliches mehr an Optionen bieten. Der große Pluspunkt von Smartphones ist, dass man seine Aufnahmen unmittelbar in soziale Netzwerke posten kann. Hier ist darauf zu achten, dass das Persönlichkeitsrecht nicht verletzt wird. Verfügt man über eine Action Cam, so sollte man diese natürlich zusätzlich mitnehmen. Diese kann man beispielsweise auf dem Kopf mit entsprechenden Halterungen befestigen und erhält so ganz andere Impressionen von der fünften Jahreszeit.

Schutz der Kameraausrüstung für Karnevalisten

Auch wenn Karnevalisten möglichst sparsam mit ihrem Handgepäck umgehen, so gehört die Kamera in eine Schutztasche, wenn nicht fotografiert wird. Eine Alternative sind Fototaschen, die man sozusagen auf der Hüfte trägt. Sie haben den großen Vorteil, dass man immer gut auf die Kamera zugreifen kann und man sie besser im Blick hat – Umzüge sind ein Eldorado für Langfinger. Wer sein Karnevalskostüm selbst kreiert, der kann den Unterschlupf für die Kamera dort gleich mit einplanen – wie wäre es beispielsweise, wenn Sie als Känguru gehen? Möchte man die Kamera immer griffbereit haben, kann man sie, um den Hals hängend, natürlich auch unterhalb des Kostüms tragen – ein Rempler vom Nachbarn mit vollem Glas kann so der Kamera nichts anhaben. Ein weiterer Vorteil liegt auch darin, dass die Kamera hier gut vor Diebstahl geschützt ist. Vergessen sollte man allerdings nicht, das Objektiv zu schützen. Hat man einen abnehmbaren Objektivdeckel, so sollte man diesen mit der Kamera verbinden. Im Handel gibt es entsprechendes Zubehör – nichts ist ärgerlicher, als wenn man den Objektivdeckel verliert und dadurch das Objektiv Schaden erleidet.

Fotoausrüstung für Nicht-Karnevalisten

Besucht man Fastnachtsumzüge oder auch Sitzungen ausschließlich, um zu fotografieren, so sind Bridgekameras – auch oftmals als Superzoomkameras bezeichnet -, kompakte System- oder Spiegelreflexkameras die erste Wahl. Durch die lange Brennweite bei den Bridgekameras und die Option des Objektivwechselns bei den letztgenannten Kamerasystemen, kann man sich die gesamte Bandbreite der Motivwelt erschließen und seiner fotografischen Kreativität freien Lauf lassen.

Sofern man über ein Einbeinstativ verfügt, sollte man dieses auch mitnehmen. Das entlastet nicht nur die Arme, sondern man hat dann auch die Option, es in die Luft zu halten und aus einem erhöhten Standpunkt abzudrücken. Auf ein Dreibeinstativ sollte man bei dem Gedränge in jedem Fall verzichten. Dies ist für die anderen Umzugsbesucher eine Stolperfalle, wodurch nicht nur diese, sondern auch die eigene Kameraausrüstung Schaden erleiden kann.

Bietet die Kamera die Option ein separates Blitzgerät aufstecken zu können, so sollte man dieses in jedem Fall mit in die Fototasche packen. Separate Blitzgeräte sind wesentlich leistungsstärker als eingebaute. Mit ihnen lassen sich Szenerien aufhellen, wodurch beispielsweise Masken imposanter in Szene gesetzt werden können. Die Fotoausrüstung sollte wegen der Langfinger, aber auch wegen des Gedränges, nur in einem Fotorucksack verstaut werden, wenn dieser besonderen Schutz vor Langfingern bietet. Ratsamer sind Fototaschen, die man vorne am Körper trägt. Der große Vorteil ist auch, dass man so auf sein Equipment jederzeit zurückgreifen kann.

Fotografiert beziehungsweise filmt man mit einer Spiegelreflex- beziehungsweise kompakten Systemkamera, so nimmt man auf die Karnevalstour sicherlich eine kleine Auswahl an Objektiven mit. Ratsam sind ein leichtes Tele-, ein Normal- und ein Weitwinkelobjektiv. Steht ein Objektivwechsel an, so hat dieser mit Bedacht zu erfolgen. Erst einmal ist im Gedränge auf einen sicheren Stand zu achten – Personen, die nach Kamellen oder was auch immer jagen, scheuen nicht den Körperkontakt. Aber auch vor den „Wurfgeschossen“ gilt es, die Kamera bei einem Objektivwechsel zu schützen – am besten mal kurzfristig dem Umzug beispielsweise den Rücken zuwenden.

Wichtig ist, sich nicht zu schwer zu bepacken – dies bedeutet im Umkehrschluss nicht alles an Fotoequipment mitzunehmen, das man hat. Karnevalsumzüge gehen über mehrere Stunden und ab einem gewissen Zeitpunkt macht sich jedes Gramm bemerkbar.

Fotografieren in der Praxis 01 / 2016

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