Fotoprojekt: Funkenflug - Licht ins dunkle bringen

© Blende, Andreas Bender, Funkenregen mit Regenschirm
© Blende, Andreas Bender, Funkenregen mit Regenschirm
Die dunkle Jahreszeit ist prädestiniert für Fotoprojekte wie den Funkenflug. Für diesen braucht es nicht vieler Zutaten mit Stahlwolle, Schneebesen aus Metall sowie mit einer Hängeschlaufe, einen Strick und natürlich eine Kamera auf einem Stativ sowie eine Augenschutzbrille.

Beste Aufnahmezeit für Aufnahmen vom Funkenflug ist in der Dämmerung oder in der Nacht. Die Dämmerung hat den Vorteil, dass Details der Umgebung erkennbar bleiben. Die Kamera gehört auf ein Stativ, denn die Belichtungszeit beträgt mitunter mehrere Sekunden, denn nur dann wird die Flugbahn der Funken auch eingefangen. Mit der Belichtungszeit gilt es entsprechend zu spielen. Der ISO-Wert sollte so gering wie nur möglich gehalten werden, um mögliches Bildrauschen zu vermeiden. Ratsam ist eine Weitwinkeloptik. Sie garantiert einen großen Bildausschnitt, so dass die Funken auch den nötigen Freiraum in der Aufnahme haben. Für eine große Schärfentiefe ist es notwendig, dass die Blende soweit wie möglich geschlossen ist. Kameraakkus sollten natürlich aufgeladen sein, an Ersatzakkus ist in der kalten Jahreszeit zu denken. Während des Shootings gilt es, Kleidung anzuziehen, bei der es nicht schlimm ist, wenn sie gegebenenfalls durch Brandflecken beschädigt wird.

© Blende, Rudolf Mester, Funkenflug am See 3
© Blende, Rudolf Mester, Funkenflug am See 3
An dem Schneebesen, in dem sich im vorderen Teil die Stahlwolle befindet, wird der Strick an der Hängevorrichtung befestigt. Wichtig ist, dass der Schneebesen aus nicht brennbarem Material besteht, denn für den Funkenflug ist es notwendig, die Stahlwolle zu entzünden. Diese ist normalerweise nicht leicht brennbar. Mit dem Strick wird der Schneebesen in Rotation gebracht, wodurch die Luftzufuhr erhöht wird und die Stahlwolle zu brennen beginnt. Je schneller die Rotation des Schneebesens ist, desto imposanter ist der Funkenflug, der höher und länger beziehungsweise breiter ausfällt.

© Blende, Max Beffert, Funkenflug
© Blende, Max Beffert, Funkenflug
Bei der Örtlichkeit – dies kann zum Beispiel ein Tunnel, eine Brücke oder eine Gasse ebenso sein wie eine große Halle in einem leerstehenden Fabrikgebäude – ist darauf zu achten, dass sich kein entflammbares Material, wie trockenes Laub, in der Nähe befindet. Im Blick sollte man immer haben, dass die Funken sehr weit fliegen können. Der Feuerball sollte nur dann geschwungen werden, wenn sich wirklich nichts Entflammbares in der Nähe befindet! Unterschätzt werden gern die größeren Brocken an Stahlwolle, die manchmal abfliegen können. Diese sind jedoch viel gefährlicher als die kleinen Funken. Gegebenenfalls ist es ratsam, einen Feuerlöscher mitzunehmen. Nach dem Shooting, und bevor man die Örtlichkeit verlässt, sollte in jedem Fall sichergestellt sein, dass alle Brandherde erloschen sind. Dazu sollte man die Örtlichkeit großflächig abgehen. Wichtig ist während des Shootings eine Augenschutzbrille aufzusetzen, denn die Augen sind natürlich vor dem Funkenflug zu schützen.

Fotografieren in der Praxis 02 / 2016

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