7 Fototipps: Feuerwerk im fotografischen Blickpunkt

© Blende, Katharina K. Ludwig, Zauberhaft
© Blende, Katharina K. Ludwig, Zauberhaft
Wenn es zischt sowie kracht und der Himmel im Lichtermeer erscheint, dann ist es wieder einmal soweit mit dem jährlichen Feuerwerk zum Jahreswechsel das Klein und Groß gleichermaßen in den Bann zu ziehen vermag. So manch einer tauscht das Sektglas gegen die Kamera, um dieses Himmelsschauspiel in Bildern festzuhalten. Diese Aufnahmen sind es dann auch, die beispielsweise in einem Fotojahrbuch 2016 nicht fehlen dürfen, stehen sie doch für den Beginn des neuen Jahres. Reizvolle Feuerwerksfotografien sind keine Selbstläufer. Für überzeugende Feuerwerksaufnahmen muss das Wetter natürlich mitspielen. Wenn es neblig und/oder der Himmel tief wolkenverhangen ist, so sind das keine guten fotografischen Voraussetzungen für brillante Aufnahmen. Regnet es gar, würden wir das Fotografieren lassen. Nachstehend unsere 7 Fototipps damit Ihre Feuerwerksaufnahmen zu visuellen Volltreffern werden und Sie rundum zufrieden mit sich sind.

1. Standpunkt – A und O

© Blende, Harald Pfeffinger, Feuerwerk am Meer
© Blende, Harald Pfeffinger, Feuerwerk am Meer
Der fotografische Standpunkt entscheidet wie so oft in der Fotografie über die Bildwirkung. Dieser sollte beim Ablichten von Feuerwerken möglichst erhöht sein. Das kann ein Balkon im vierten Stock ebenso sein wie die Dachterrasse im 20. Stock. Je höher der Standpunkt gewählt wird, desto näher ist man als Fotograf am Feuerwerk und das verschafft einem schlichtweg mehr Zeit. Ratsam ist es, sich schon vor dem Feuerwerk Gedanken über einen möglichen Standpunkt zu machen.

2. Auslösebereit mit der ersten Rakete

Früh dran sein sollte man, denn mit jeder Rakete die gen Himmel geschossen wird, steigt der Dunst am Himmel. Dies hat natürlich – wie der bereits angesprochene Nebel – Einfluss auf die geschossenen Bilder. Die besten Aufnahmen gelingen gerade in der Nähe von Städten in den ersten fünf Minuten.

3. Alles im Blick haben

Als Fotograf gilt die volle Aufmerksamkeit dem Feuerwerk. Vom Prinzip her ist dies auch absolut richtig. Haben Sie dennoch Ihr Umfeld auch im Blick, denn immer wieder gibt es Irrläufer an Raketen, die zur Gefahr für Sie werden können.

4. Kamera – Garant für wirkungsvolle Impressionen

© Blende, Heike Thurn, Feu d´artifice
© Blende, Heike Thurn, Feu d´artifice
Überzeugende Aufnahmen vom Feuerwerk setzen eine Kamera voraus. Prädestiniert dafür sind hochwertige Kompaktkameras mit einem Zoombereich der auch Weitwinkel mit einschließt sowie manuelle Einstellungsmöglichkeiten bieten und kompakte System- sowie Spiegelreflexkameras. Letztgenannte gilt es, mit einem Weitwinkelobjektiv zu bestücken, denn das garantiert mit seinem größeren Bildausschnitt eine höhere Ausbeute an brillanten Aufnahmen. Fällt die Wahl auf ein Zoomobjektiv, so lässt sich mit ihm der Bildausschnitt umgehend ändern und so zwischen Detail und Umgebung schnell wechseln. Wird mit einem Teleobjektiv das Feuerwerk festgehalten, so setzt dies ein großes Gespür für die Flugbahn der Feuerwerkskörper voraus. Wenn die Entscheidung auf Teleobjektive fällt, dann sollten es leichte sein, denn aus unserer Sicht hat man mit einem Supertele mit Brennweiten von mehr als 600 mm verloren. Kommen wir noch einmal zurück zu den Kompaktkameras. Gerade Superzoomkameras – auch als Bridgekameras bezeichnet – liefern mit ihrem Zoombereich auch überzeugende Aufnahmen, erst recht dann, wenn man als Fotograf auch manuell Einfluss nehmen kann. Feuerwerke mit Smartphones einzufangen, kann man sich aus unserer Sicht ersparen, außer man ist im Besitz eines Gerätes mit hochwertiger Fotofunktion – und davon gibt es derzeit nur wenige Modelle.

5. Unerlässliches Fotozubehör

© Blende, Ramona Bickel, Feuerwerk
© Blende, Ramona Bickel, Feuerwerk
Wichtigstes Zubehör für die Feuerwerksfotografie ist das Stativ. Befindet man sich nicht in einer Menschenmasse dann ist dem Drei- beziehungsweise Vierbeinstativ der Vorzug zu geben. Unerlässlich ist, dass Kamera und Stativ eine Einheit bilden. Das heißt, dass die Traglast des Stativs auch auf die Kameraausrüstung ausgelegt ist. Ist dem nicht so, wird das Stativ schnell in die Knie gezwungen, was die Beschädigung der Ausrüstung nach sich ziehen kann. Um Erschütterungen durch das Auslösen der Kamera zu verhindern, ist ein Fernauslöser empfehlenswert. Ob man sich für einen Kabel- oder Funkfernauslöser entscheidet, ist egal. Erstgenannte gelten als „ausfallsicherer“.

6. Akku und Speicherkarten

Der Akku der Kamera gehört im Vorfeld geladen – ratsam ist ein Ersatzakku, denn in der kalten Jahreszeit verlieren Akkus bekanntlich schneller an Leistung. Auch an eine Ersatzspeicherkarte ist zu denken, denn möglicherweise hat man schon im Vorfeld ganz viele Bilder geschossen beziehungsweise Videosequenzen gedreht, so dass es mit dem Speicherplatz knapp werden könnte.

7. Kameraeinstellungen

© Blende, henry böhm, happy birthsday..
© Blende, henry böhm, happy birthsday..
Am Objektiv ist der AF auszuschalten und der Fokus manuell auf unendlich zu stellen. Der ISO-Wert sollte gerade bei älteren Kameramodellen so niedrig wie nur möglich gewählt werden. Dies reduziert mögliches Rauschen, wodurch die Bildqualität erhöht wird. Neuere Kameramodelle zeichnet aus, dass mit höheren ISO-Einstellungen fotografiert werden kann, ohne dass die Aufnahmen verrauschen.

Ratsam ist der Base ISO-Wert der Kamera, da hier der maximale Kontrastumfang genutzt werden kann. Über das Internet kann dieser in Erfahrung gebracht werden – einfach das Kameramodell eingeben.

Da es beim Fotografieren von Feuerwerken darum geht, Schweife abzulichten, ist eine längere Belichtungszeit erforderlich, weshalb man mit einer Blende zwischen 8 und 16 fotografieren sollte. Die Belichtungszeit wird dann bei rund drei Sekunden liegen. Es empfiehlt sich, die Blende eher geschlossen zu halten, um die Schärfentiefe zu erhöhen und, falls es die Explosionen am Himmel erlauben, lieber etwas länger zu belichten. Probieren geht bekanntlich über Studieren und dazu zählt auch die Wahl einer optimaler Zeit- und Blendekombination, die nicht zu weißen Flächen führt.

Manche Fotografen stellen die Blende im Vorfeld ein, drehen die Belichtungszeit so lange hoch, bis die Kamera „Bulb“ anzeigt. In diesem Modus wird der Verschluss geöffnet, sobald man den Fernauslöser/Auslöser das erste Mal gedrückt hat. Wird dieser erneut gedrückt, schließt sich der Verschluss. Der Fotograf hat so die Möglichkeit, ganz genau die Dauer seiner Belichtung zu bestimmen und kann natürlich auch entsprechend auf die unterschiedlichen Feuerwerkskörper reagieren.

Mit der Belichtung sollte man im besten Fall beginnen, bevor die Raketen abgeschossen werden. Das Glück entscheidet über die Bildausbeute. Nicht jeder „Schuss“ wird also zu einem Volltreffer. Sehr viele Fotografen greifen zur Serienbildfunktion, wählen kürzere Belichtungszeiten und kombinieren die Einzelaufnahmen zu einer eindrucksvollen Collage.

Aktuelle Kameramodelle verfügen vielfach über den Menüpunkt „Feuerwerk“. In diesem Modus sind vom Werk aus die Einstellungen so gewählt, dass die Aufnahmeparameter optimiert für Feuerwerksaufnahmen sind.

Sofern man seine Bilder bearbeitet, empfiehlt sich im RAW-Modus in höchster Bildqualität zu fotografieren. Einige Kameras bieten die Bildaufzeichnung parallel in JPEG und RAW an. Damit hält man sich natürlich alle späteren Optionen offen.

Fotografieren in der Praxis 12 / 2015

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