Gruppenfoto - 7 Tipps wie sie noch besser werden

© Blende, Erwin Klasen, Mittagspause von Arbeitern
© Blende, Erwin Klasen, Mittagspause von Arbeitern
Eine Gruppe von Menschen zu fotografieren, klingt so einfach, was es auch ist, wenn einige Tipps beachtet werden. Für überzeugende Gruppenfotos reicht es aus unserer Sicht nicht aus, die Kleinen nach vorne und die Großen nach hinten zu stellen. Gruppenfotos sollten Geschichten erzählen. Dazu gehört beispielsweise, dass die Menschen auch als Gruppe wirken. Nachstehend unsere Tipps, wie man zu überzeugenden Gruppenaufnahmen gelangt.

1. Enger zusammen – Sich berühren

Berührungsängste sollte man bei Gruppenaufnahmen nicht haben. Um als Gruppe wahrgenommen zu werden, gilt es, nah zusammenzurücken und sich zu berühren. Wenn der Abstand zwischen den Abgelichteten zu groß ist, dann werden diese nicht als Gruppe wahrgenommen, sondern als Einzelpersonen. Als Fotograf muss man die Gruppe dirigieren und dazu sollte man sich auch Zeit nehmen. Fingerspitzengefühl ist hier mitunter angesagt. Soll aus der Gruppe eine Person wie beispielsweise das Geburtstagskind oder das Brautpaar herausstechen, so ist dies entsprechend zu positionieren. In der Regel stehen diese Hauptakteure mittig in der ersten Reihe mit etwas Abstand zu der übrigen Gesellschaft.

2. Kreativität spielen lassen

Denken wir an Gruppenaufnahmen, so haben wir alle das gleiche Bild vor Augen, mit den Kleinen in der ersten Reihe und die Großen dahinter. Das ist die klassische Gruppenaufnahme, die natürlich ihre Berechtigung hat. Hier sollte man darauf achten, dass nicht zu viele Reihen vorliegen, denn je nach gewählter Blende werden die hinteren Reihen mitunter wegen fehlender Schärfentiefe nicht mehr scharf abgebildet. Unser Tipp: lieber weniger Reihen und wenn es sehr viele Reihen sind, dann einen erhöhten Fotostandpunkt wählen. Damit hat man ungefähr den gleichen Abstand zur Kamera und alle werden scharf abgelichtet.

Bei der Anordnung kann man aber auch seine Kreativität spielen lassen. Wer sagt denn, dass die Personen stehen müssen. Sie können ebenso auch auf dem Bauch übereinandergestapelt liegen. Eine weitere Option ist, dass sich die Personen auf den Rücken legen und sich in Form eines Wortes formieren. Bei einer kleineren Gruppe an Personen hat man auch die Option, dass alle gleichzeitig in die Luft springen. Als Fotograf sollte man mögliche Ideen im Kopf haben und diese mit der Gruppe besprechen, damit diese sich auch einbringen kann.

3. Kommunikation

© Blende, Chiara Rossa, Hochzeit
© Blende, Chiara Rossa, Hochzeit
Gruppen sind von einer gewissen Eigendynamik gekennzeichnet. Diese gilt es als Fotograf zu durchbrechen. Dazu bedarf es einer guten Kommunikation mit klaren Anweisungen, die aber nicht in Befehlen ausarten sollten. Spaß sollten alle Beteiligten haben, denn nur dann wirken Gruppenaufnahmen lebensnah. Auflockerung mal so zwischendurch ist hilfreich. Die Anweisung beispielsweise Kopf nach unten senken und auf Kommando wieder zur Kamera zu schauen, lockert enorm auf. Auch die Aufforderung an die Gruppe gleichzeitig Kaffee zu sagen – sorgt für eine freundliche Mimik – wirkt entspannend.

4. Den besten Zeitpunkt finden

Wann ist der beste Zeitpunkt für Gruppenaufnahmen? Eigentlich nie, denn es wird immer welche geben, die gerade keine Lust auf das Fotoshooting haben. Gruppenaufnahmen sollte man so früh wie nur möglich machen. Da sind die meisten noch willig. Als Fotograf muss man Geduld haben und sich darüber bewusst sein, dass das Zusammentrommeln der Gruppe in Schwerstarbeit ausufern kann. Planung ist in jedem Fall das A und O. Wird im Freien fotografiert, muss man natürlich auch das Licht im Blick haben. Von Vorteil ist ein bedeckter Tag, denn dieser garantiert eine perfekte Ausleuchtung. Die Mittagszeit ist mit ihren starken Kontrasten an einem sonnigen Tag nicht optimal. Hier kann es schnell passieren, dass in den Gesichtern Schatten liegen. Diese müssen dann durch entsprechende Lichtsetzung aufgehellt werden.

5. Örtlichkeit

Schon im Vorfeld sollte man sich Gedanken darüber machen, wo man die Gruppenaufnahme machen möchte. Das kann im Freien oder aber in den vier Wänden sein. Vermeiden sollte man in jedem Fall Gruppenwanderungen, weil sich die ausgesuchte Location als doch nicht so geeignet herausstellt. Wichtig ist bei der Wahl der Örtlichkeit, auf den Hintergrund zu achten. Dieser sollte den abgelichteten Personen nicht die Show stehlen. Je mehr Personen die Gruppe ausmacht, desto ratsamer ist bei der „klassischen“ Gruppenaufnahme die Staffelung der Personen. Hier kann man sich beispielsweise einer Treppe oder eines Hanges bedienen. Sicherheit geht natürlich vor – aus diesem Grund sollte man wilde Staffel-Konstruktionen mit Tischen und Bänken darauf unterlassen. Findet das Gruppenbildshooting im Freien statt, dann muss man auch das Licht im Blick haben. Wie bereits ausgeführt ist der schlechteste Zeitpunkt für Gruppenaufnahmen an einem sonnigen Tag die Mittagszeit.

6. Fotoequipment – Was sollte es sein?

© Blende, Jürgen Spitzlay, Verspielt...
© Blende, Jürgen Spitzlay, Verspielt…
Für den schnellen Schnappschuss einer kleinen Gruppe mit wenigen Personen kann sicherlich das Smartphone mit Verlängerungsarm herangezogen werden. Je größer die Gruppe ist und wenn qualitativ tolle Aufnahmen gewünscht sind, dann ist die Kamera das Aufnahmegerät der Stunde. Prädestiniert sind mit ihrem Funktionsumfang hochwertige Kompaktkameras sowie kompakte System- beziehungsweise Spiegelreflexkameras. Als Objektiv sollte bei diesen Kameras ein Normal- oder ein leichtes Teleobjektiv zum Einsatz kommen. Weitwinkelobjektive sind nicht unbedingt ratsam, denn diese verzerren die Aufnahme zum Rand hin. Dies führt dazu, dass die Personen am Rand deformiert abgebildet werden. Ein Dreibeinstativ als dritte Hand des Fotografen ist überaus nützlich, denn es sorgt nicht nur zur Entlastung für die Hände und Arme. Mit ihm kann die Kamera optimal ausgerichtet werden. Möchte man als Fotograf mit aufs Gruppenbild, dann ist ein Stativ in jedem Fall Pflicht. Je nach Lichtsituation muss an den Blitz gedacht werden. Dieser ist auch ratsam, wenn es um die Aufhellung der Gesichter geht. Wird in einem Innenraum fotografiert in den Tageslicht einfällt, dann liegt eine Mischlichtsituation vor. Hier ist es wichtig, mit Hilfe eines Farbfilters vor dem Blitz die Farbtemperatur von Tages- und Kunstlicht anzupassen. Die Kamera-Akkus gehören natürlich geladen und an Ersatzakkus ist ebenso zu denken wie an Ersatzspeicherkarten.

7. Kameraeinstellungen

Ziel ist es, dass bei einer Gruppenaufnahme alle Personen scharf abgelichtet werden. Dazu ist es notwendig, die Blende um mehrere Stufen zu schließen. Dies zieht nach sich, dass sich die Belichtungszeit entsprechend verlängert und/oder man die ISO-Empfindlichkeit entsprechend erhöhen muss. Wichtig ist bei letztgenanntem, dass Rauschverhalten im Blick zu haben. Gerade bei älteren Kameramodellen kann dies mitunter extrem ausfallen.

Kommen wir zurück zur Belichtungszeit. Diese sollte nicht zu lang gewählt werden, denn die abgelichteten Personen stehen in den seltensten Fällen wirklich alle still. Je länger die Belichtungszeit ist, desto mehr wird ein Stativ zur Pflicht, um der Handunruhe entgegenzuwirken.

Sofern die Kamera darüber verfügt, sollte die Serienbildfunktion genutzt werden. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der entscheidende Moment eingefangen wird bei dem beispielsweise auch wirklich alle die Augen geöffnet haben. Je mehr Personen die Gruppe ausmachen, desto häufiger sollte der Auslöser betätigt werden.

Sofern man schon im Besitz einer Kamera mit 4K ist, sollte man ein Video drehen. Aus diesem lassen sich Stehbilder mit Leichtigkeit extrahieren. Dies ist auch der Grund, warum 4K für Fotografen so ein wichtiges Features ist. Damit verpasst man keinen Moment mehr.

Kontrolle der Aufnahmen ist ganz wichtig. Im Blick sollte man hier natürlich die Schärfe haben, sind alle Personen sichtbar, hat jemand die Augen geschlossen, wie sieht es mit der Bein- und Handstellung aus …. Sehr hilfreich ist hier übrigens eine Display-Lupe. Augenmerk sollte natürlich auch auf die richtige Belichtung gelegt werden. Diese lässt sich mit dem Histogramm überprüfen. Das Histogramm zeigt die Helligkeitsverteilung von Schwarz ganz links bis Weiß ganz rechts.

Fotografieren in der Praxis 02 / 2016

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2 Kommentare

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von DEVART
11. Mai 2016, 10:15:32 Uhr

Den wichtigsten Tipp vermisse ich: Bei der klassischen Gruppenaufnahme, die ich oft erhalte und im digitalen Papierkorb entsorge, schauen die Leute gelangweilt in der Gegend herum. Es gibt kaum eine Gruppenaufnahme die ich kenne, bei der ALLE Personen in die Kamera schauen. Man muss sich nur mal die Aufnahmen von Amateur-Fotovereinen anschauen. Dazu gehört, dass man mit den Leuten spricht und ihnen erklärt, dass dies wichtig ist. Ich sage immer: "Wenn ihr alle in die Kamera schaut, bekommt ihr die Aufnahme zugesandt, sonst fliegt sie weg". Klappt fast immer. Natürlich schau ich auch nochmals auf das Bild, bevor die Leute vom Seminar abreisen. Dann kann ich es eventuell nochmals machen.

von detlev motz
17. Februar 2016, 09:58:42 Uhr

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