So hält der Kamera-Akku länger

So hält der Kamera-Akku länger
Die meisten Digitalfotografen kennen das Problem: Sie haben das optimale Motiv vor der Linse und genau in dem Moment ist die Batterie erschöpft. Wer keinen zweiten Akku in der Tasche hat, der ärgert sich über die verpasste Gelegenheit. Vor allem alle, die auf die sonst sehr praktischen kompakten Systemkameras wechseln, sind vom tendenziell höheren Stromverbrauch und niedrigeren Akkukapazitäten betroffen. Gerade wenn man keinen Ersatzakku bei seiner Fototour dabei hat und man feststellt, dass die Akkukapazitäten nicht mehr lange ausreichen, hier einige Tipps, wie man Strom sparen kann.

1) Displayhelligkeit anpassen und Bildkontrolle ausschalten

Der größte Stromfresser in der Kamera ist das Display. Einer der besten Akkuspar-Tipps ist daher, es so selten zu nutzen, wie es noch sinnvoll ist. Eine längere Bildbetrachtung der Aufnahmen sollte man daher vermeiden, wenn die Akkuladung sowieso schon knapp ist. Ein weiterer Ansatzpunkt ist die Displayhelligkeit. Reduziert man diese auf das Minimum, mit dem man noch gut fotografieren kann, lässt sich einfach und effektiv Strom sparen. Bei vielen Kamera-Modellen kann man dies einfach in den Grundeinstellungen anpassen.

So hält der Kamera-Akku länger
Diesen Trick kennen alle mit schwachbrüstigem Smartphone-Akku vielleicht schon, aber er ist auch bei Kameras effektiv. Wer noch mehr Akku sparen möchte, verkürzt zusätzlich die automatische Bildanzeige nach der Aufnahme – vereinzelt auch Bildkontrolle genannt – oder schaltet sie sogar ganz aus, denn auch sie kostet Strom. Auch diese Möglichkeit bieten viele Kameras in den Grundeinstellungen.

2) Brennweite überlegen statt ausprobieren

Nicht nur aus kompositorischen, sondern auch aus Energiespargründen sollte man bei der Betrachtung eines Motives am besten vor dem Blick in die Kamera schon überlegen, wie man es ins Bild setzen möchte. Welche Brennweite erfordert es? Viele probieren einfach aus, wie nah sie das Motiv heranholen möchten. Vor allem Ultrazoomkameras verbrauchen beim Zoomen jedoch viel Strom. Versuchen Sie deshalb, häufiges Hin- und Herzoomen zu vermeiden. Vorrausschauend sollte man auch mit Wechseloptikkameras vorgehen: Große Objektive verbrauchen mehr Strom als kleinere, da bei ihnen mehr Glas bewegt werden muss. Ein großes Objektiv sollte also bei knapper Akkulaufzeit nur eingesetzt werden, wenn es wirklich gebraucht wird.

3) Blitz nur dann, wenn er wirklich gebraucht wird

Ist der Akku schon schwach auf der Brust, sollte der Blitz wohlüberlegt eingesetzt werden. Man kann ihn auf Wunsch auch in den Voreinstellungen deaktivieren und schaltet ihn nur bei Bedarf ein.

4) Bildstabilisator nur, wenn er wirklich nötig ist

Ein Bildstabilisator ist gerade bei längeren Belichtungszeiten oder großen Brennweiten eine praktische Erfindung, die hilft, verwackelte Bilder – also unscharfe – zu vermeiden. Allerdings kostet er auch Akkuleistung. Bei ausreichendem Licht lässt sich auch ohne ihn ein gutes Bild machen. Setzen Sie ihn daher nur ein, wenn er wirklich gebraucht wird. Das Deaktivieren erfolgt je nach Kameramodell über das Objektiv oder die Kamera.

Für alle Besitzer von kompakten Systemkameras hier noch zwei weitere Tipps:

5) Aktivieren Sie das automatische Abschalten

Eine kompakte Systemkamera verbraucht kontinuierlich Strom, da sie sich dauerhaft im Live View befindet. Damit das nicht den Akku leer saugt, bieten die meisten Modelle eine automatische Abschaltfunktion, die die Kamera nach einer festgelegten Zeit herunterfährt.

So hält der Kamera-Akku länger
Einige Hersteller wie Panasonic erlauben sogar die getrennte Steuerung von Sucher/Monitor und der Gesamtabschaltung. Bei einer DSLR ist es übrigens nicht so wichtig, sie schnell auszuschalten, da die elektronischen Anzeigen deutlich weniger Akkuleistung verbrauchen.

6) Betrachten Sie ihr Motiv über das Display anstatt über den Sucher

Wer schon länger und/oder ambitioniert fotografiert, betrachtet die Motive vor allem durch den Sucher. Früher gab es ja noch gar kein Display. Vergessen wird dabei häufig, dass der elektronische Sucher von modernen kompakten Systemkameras eine höhere Pixeldichte besitzt als das Display und dadurch einen höheren Akkuverbrauch hat. Betrachten Sie Ihr Bild dagegen über das Display, können Sie das eine oder andere Prozent Akkuleistung sparen. Sind die Sichtverhältnisse schlecht, können Sie ja immer noch zum Sucher wechseln.

Und zum Schluss noch zwei herstellerspezifische Tipps:

Bei Sony kann man einen Flugmodus aktivieren, in dem WLAN und GPS-Tracking ausgeschaltet werden. Dies ist bei den meisten anderen Herstellern nicht notwendig, da diese Funktionen dort manuell aktiviert werden müssen. Bei Olympus sollten Sie prüfen, ob das Vorspannen des Verschlusses unter C > „Auslösung“ auf „normal“ gesetzt ist. Das verzögert zwar potenziell die Auslösezeit minimal, aber im Alltag spielt das keine Rolle. Es kostet aber Akkuleistung.

Übrigens dürfen Sie den Akku generell gerne schon laden, wenn die Kamera signalisiert, dass die Batterie fast leer ist und nicht erst, wenn Sie schon keine Bilder mehr machen können. Das gilt langfristig als akku-schonender.

Fotografieren in der Praxis 01 / 2016

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1 Kommentare

Danke für die Tipps, hab gleich was umgesetzt.

von Klaus D.
07. Januar 2016, 21:15:54 Uhr

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