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Photopraxis - Unbeschwertes Photovergnügen - Sicherheit durch Versicherungen

Sommer, Sonne, Urlaub, Photoabenteuer ein jeder greift zur Photoausrüstung, um unbeschwert und losgelöst vom Alltagsstreß - ob in der Ferne oder aber zu Hause - ungewöhnliche Motive aufzuspüren und mit der Kamera einzufangen. Auch wenn "Knipser" oder engagierte Hobbyphotographen keine Gedanken daran verschwenden möchten, so wissen sie, daß überall Gefahren lauern, die das Photovergnügen trüben können. Nicht nur der Diebstahl der gesamten Phototasche, sondern auch Beschädigungen der Photoausrüstung kann Realität werden. Solche finanziellen Risiken können Versicherungen auffangen. Je nach Nutzung und Wert der Ausrüstung können Hausrat-, Reisegepäck- und spezielle Photo(-apparate-)Versicherungen den optimalen Schutz bieten. Unabhängig davon, für welche Art der Versicherung man sich entscheidet, sollte vor Vertragsabschluß das Kleingedruckte aufmerksam studiert werden, denn ansonsten ist eventuell die Überraschung groß.

Hausratversicherungen
Möchte man Versicherungsschutz für die Photoausrüstung das ganze Jahr über auch zu Hause genießen, lohnt es sich, in die Verträge der meist bestehenden Hausratversicherungen zu schauen. Hier werden Schäden durch Einbruch, Feuer, Blitzschlag, Wasser und diverse andere Ereignisse mit maximal zehn Prozent der Versicherungssumme abgedeckt. Ausgenommen sind Schäden durch kriegsähnliche Ereignisse, Kernenergie, natürlich grobe Fahrlässigkeit und normale Abnutzung sowie das Hängen-, Stehen- und Liegenlassen des Photoequipments. Soll die Photoausrüstung über die Hausratversicherung vollständig abgedeckt werden, muß man mit speziellen Zusatzklauseln (Außenversicherungen oder Photopaketen) höhere Versicherungssummen und teurere Jahresprämien in Kauf nehmen. Über eine Außenversicherung der Hausratversicherung ist die Photoausrüstung auch weltweit gegen die üblichen Schäden wie Brand oder Einbruch ins Hotelzimmer versichert. In vielen Fällen ist die Entschädigungssumme nicht unbedingt zufriedenstellend, denn sie ist auf maximal zehn Prozent der Versicherungssumme beziehungsweise auf Euro 10.000,-- begrenzt.

Reisegepäckversicherungen
Reisegepäckversicherungen bieten für befristete Zeiträume eine zweckmäßige Alternative. Dafür finden sich diverse Versicherer, die Schadensfälle zu teils zeitlich gestaffelten Prämien europa- oder weltweit abdecken. Gerade bei den Reisegepäckversicherungen lohnt sich ein Vergleich. Sämtliches Gepäck ist zwar mit dem Versicherungsabschluß versichert, doch Vorsicht! Da die Photoausrüstung nur einen Teil des Reisegepäcks ausmacht, wird bei Verlust oder Beschädigung auch nur bis maximal 50 Prozent der Versicherungssumme ersetzt. Bei einem Wert der Photoausrüstung von Euro 2.000,-- sollte also die Reisegepäckversicherung auf mindestens Euro 4.000,-- abgeschlossen werden. Ebenso wichtig wie die adäquate Versicherungssumme ist die Beachtung der Versicherungsklauseln. Zum Beispiel sind bei einigen Versicherungen Kameras durchaus auch in Autos versichert, aber oft nur in der Zeit von 6 bis 22 Uhr (manchmal auch nur 8 bis 22 Uhr) und dann nur maximal für zwei Stunden nach Verlassen des Fahrzeugs und wenn dieses auf einem für Unbefugte nicht betretbaren Einzelstellplatz beziehungsweise in einer beaufsichtigten Garage abgestellt wurde. - Wer sicher gehen möchte, sollte seine Kameraausrüstung wie andere Wertgegenstände nicht im Wagen, auch nicht im nicht einsehbaren Kofferraum, aufbewahren. - Diese Bestimmungen gelten im Regelfall auch für Campingurlaub, allerdings nur auf offiziellen Campingplätzen. Wer das Equipment etwa offen auf dem Beifahrersitz des Fahrzeugs liegen läßt oder bei Motorradtouren unbeaufsichtigt in den Seitenpacktaschen verstaut, handelt im Regelfall fahrlässig und verliert den Versicherungsschutz. Es ist also immens wichtig, schon im Vorfeld einer Reise sämtliche Möglichkeiten und Details mit der in Frage kommenden Versicherung abzuklären.

Viele Anforderungen, die von den Versicherungen in puncto Reisegepäckversicherung gestellt werden, sind am Urlaubsort nicht umzusetzen. So wird, soll Versicherungsschutz bestehen, ständiger Körperkontakt oder zumindest Blickkontakt zur Photoausrüstung verlangt - fast ein Ding der Unmöglichkeit. Wertvolle Gegenstände sind im Hotel nur dann versichert, wenn sie im Hotelsafe, der vielfach dafür viel zu klein ist, untergebracht wurden. Für Mißgeschicke, zum Beispiel weil das Stativ samt Kamera durch Unachtsamkeit umfiel, haftet die Reisegepäckversicherung in keinem Fall. In einigen Publikationen wird von Reisegepäckversicherungen abgeraten, weil die Versicherten auch bei festem Vorsatz die Anforderungen für einen Fortbestand des Versicherungsschutz nicht erbringen können.

Photo(-apparate-)Versicherung
Die bedeutendste Versicherungsart ist sicherlich die spezielle Photo(-apparate-)Versicherung. Leider bieten nur wenige Gesellschaften diese Version der Spezialversicherung an. Hierbei gibt es eine Fülle von Optionen. Zum Teil werden teure Zuschläge auf die Hausratsversicherung bei derselben Gesellschaft erhoben oder eine separate Photo(-apparate-)Versicherung abgeschlossen, wo die gesamte Photoausrüstung versichert ist, mit Ausschluß der Verschleißteile, wie Batterien/Akkus und Filme. Bei Versicherungsabschluß wird zudem unterschieden, zwischen stationär, beispielsweise im Photostudio, und mobil genutzten Photoausrüstungen. Einige dieser Spezialversicherungen wiederum versichern nur den Zeitwert, Neuwertversicherungen sind teilweise auf Anfrage möglich. Die meisten Versicherer verlangen bei Abschluß beziehungsweise nach einem Schaden eine Geräteliste und Kaufbelege der einzelnen Geräte. Für Profis (also Photographen, die mit ihrer Photographie Geld verdienen) gelten teilweise bis zu 33 Prozent Aufschlag bei den Jahresprämien, nur wenige Versicherer (Fairsicherungsladen) machen keine Unterschiede zwischen Profis und Amateuren.

Fazit:
Bei der großen Auswahl von Versicherungen und deren zahlreichen Optionen ist es für den Hobbyphotographen nicht leicht, die passende Versicherung zu finden, denn die Prämien sollten immer im Verhältnis zum tatsächlich notwendigen Versicherungsbedarf stehen. Doch sollte nicht am falschen Ende zugunsten eines geringeren Versicherungsbetrages gespart werden, denn wenn ein Schadensfall erst eintritt, kann der Ärger letztendlich größer sein als der eingesparte finanzielle Aufwand. Vor Versicherungsabschluß immer das Kleingedruckte aufmerksam studieren und alle Eventualitäten mit der Versicherung besprechen und sich schriftlich bestätigen lassen.

Begriffserklärungen

Was bedeutet Zeitwert?
Betrag, um neue Sachen gleicher Art und Güte anzuschaffen, abzüglich eines dem Zustand der versicherten Sachen entsprechenden Betrages (Alter, Abnutzung).

Was bedeutet Neuwert?
Der jeweils gültige Listenpreis der versicherten Sachen im Neuzustand.

Was ist vor Ort zu tun, wenn es zum Ernstfall kommt?


  • Schaden dem Versicherer unverzüglich schriftlich melden, bei Diebstahl, Einbruchdiebstahl, Raub oder Plünderung ebenso unverzüglich eine zuständige Polizeidienststelle vor Ort einschalten und ein Verzeichnis der abhanden gekommenen Sachen (möglichst mit Belegen!) einreichen.

  • Dem Versicherer im Rahmen des Zumutbaren jede Untersuchung gestatten.

  • Die beschädigten Teile bis zum Abschluß der Schadenregulierung aufbewahren.


 

Fotografieren in der Praxis 01 / 2004

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