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SPOTLIGHT - Drei Meister des Lichts - Digitalfotografie nobelpreiswürdig!

Zu großen Ehren kamen in diesem Herbst bei der Nobelpreis-Verleihung drei Forscher, deren Arbeiten einen wesentlichen Anteil an der Digitalfotografie und der schnellen Übermittlung von Daten haben. Die beiden Wissenschaftler George Smith und Willard Boyle entwickelten in den Jahren 1969 bis 1970 einen lichtempfindlichen CCD-Sensor, der das Herzstück digitaler Kameras ist. „Der CCD-Sensor machte es möglich, ein optisches Bild zu speichern, zu übermitteln und es anderswo zu benutzen“, erläuterte der 85 Jahre alte Willard Boyle, der damals gemeinsam mit George Smith, heute 79 Jahre alt, an den Bell Laboratories im US-Staat New Jersey arbeitete.

Zusätzlich zu Smith und Boyle wurde der Nobelpreis für Physik auch an Charles Kao verliehen, der das 1966 das Potenzial von Glasfaserkabeln erkannte, die heute für eine schnelle Kommunikation von Bild, Ton und Wort per Telefon und Internet sorgen. „Was das Rad für den Transport war, war das Glasfaserkabel für die Telekommunikation“, stellte Kaos früherer Mitarbeiter Richard Epworth fest.

„Die Informationsgesellschaft von heute basiert auf Kommunikation und Bildern. Unser tägliches Leben hat sich vollständig verändert“, erklärt Joseph Nordgren, Mitglied des Nobelpreis-Komitees, die Entscheidung. Beides seien „revolutionäre, optische Technologien“ äußerte sich die Akademie der Wissenschaft in Stockholm und nannte die drei Physiker „Meister des Lichts“.

Lange an ihrer Erfindung haben Willard Boyle und George Smith nicht getüftelt. Mehr oder weniger war sie das Ergebnis einer nachmittäglichen Diskussion zwischen den beiden Wissenschaftlern. Und wie es auch oftmals bei bedeutenden Erfindungen ist, hatten ihre Väter ursprünglich ein anderes Ziel als das Fotografieren oder Filmen zu erleichtern oder zu verändern. Ihnen ging es erst einmal nur um die Datenspeicherung, ohne zu ahnen, welche unglaublichen Anwendungen daraus entstehen könnten.

„Die Verbindung von Digitalfotografie und Glasfasertechnik bietet ganz neue Möglichkeiten, vor allem auch bei Krankheiten. Bilder von einem chirurgischen Eingriff oder von einer Röntgenaufnahme können von einem Ort zum anderen übermittelt werden, das ist einfach großartig“, begeistert sich Joseph Nordgren, Mitglied des Nobelpreis-Komitees. Neben medizinischen Verfahren sind es aber auch andere wissenschaftliche Gebiete, die sich erst durch die Digitalfotografie ganz neue Bereiche erschließen konnten, so wie es heute die Teleskope für den Blick ins All können oder die Spezialkameras, mit denen man in den tiefsten Tiefen der Meere Aufnahmen machen kann.

Gestiftet hat den Nobelpreis der schwedische Erfinder und Industrielle Alfred Nobel. Jedes Jahr sollten die Zinsen seines Vermögens als Preise denen zugeteilt werden, die der Menschheit den größten Nutzen mit ihrer Arbeit geleistet haben. Auf den Wissenschaftsgebieten wie Physik, Chemie oder Medizin sollte der Preis an denjenigen gehen, der die bedeutendste Entdeckung und Erfindung gemacht hat. Zwar bestimmte Alfred Nobel in seinem Testament, dass der Forscher ausgezeichnet werden soll, der die Leistung im Jahr vor der Preisvergabe erbracht hat, in den wissenschaftlichen Kategorien ließ sich das oft nicht verwirklichen. Viele wichtige Forschungen zeigen ihre Bedeutung oft erst Jahre oder Jahrzehnte später. So war es auch in diesem Jahr, denn die wesentlichen Forschungen zu dem Computerchip und dem Glasfaserkabel betrieben Willard Boyle, George Smith und Charles Kao in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts. Heute sind die Forscher, die unsere Welt so stark verändert haben, alle drei Rentner. Auch für sie selbst kam diese späte Ehrung ziemlich überraschend. Die Verleihung des Nobelpreises erfolgt alljährlich am 10. Dezember dem Todestag von Alfred Nobel.
 

Faszination Fototechnik 10 / 2009

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Willard Boyle / George Smith

"Willard Boyle / George Smith"
Photo: Alcatel-Lucent/Bell Labs

Charles Kao

"Charles Kao"
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