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Tilt-Shift-Objektive - Nicht abstürzen und durchgängige Schärfe

Stürzende Linien und fehlende durchgängige Schärfe - wer kennt dies nicht aus der Architektur- beziehungsweise Sachfotografie. Abhilfe schaffen sogenannte Tilt-Shift-Objektive. Hierbei handelt es sich um Spezialobjektive.

„Tilt“ beschreibt das Neigen der Optik - die Objektivachse wird gegen die Film- beziehungsweise Sensorebene verschwenkt. Das hebt die Parallelität des abgebildeten Schärfenbereichs zu Film oder Sensor auf. So entsteht ein Schärfeverlauf quer durch das Bild, dessen Schärfentiefe keilförmig mit zunehmender Entfernung von der Objektivebene wächst. Diese Technik wird sich dann zu Nutze gemacht, wenn es gilt, den Schärfebereich des Motivs zu steigern. Gerade in der Tabletop-Fotografie lassen sich so Objekte mit durchgehender Schärfe abbilden, ohne das Objektiv ganz abblenden zu müssen. Und bei Landschaftsaufnahmen sorgt ein senkrecht nach unten verschwenktes Objektiv für durchgehende Schärfe von der Kamera bis zum Horizont.

Die Shift-Funktion verschiebt das gesamte Linsenpaket parallel zur Film- beziehungsweise Sensorebene. Dabei rückt die Mitte der optischen Achse vom Film- beziehungsweise Sensorfenster weg, das den Bildausschnitt definiert. Die klassische Anwendung findet das Shift-Verfahren in der Architekturfotografie. Wird das Objektiv nach oben verschoben, lässt sich eine Hausfassade vom Boden aus ohne stürzende Linien fotografieren, weil die Objektivebene parallel zum Motiv steht. Möglich wird das durch einen größeren Bildkreis als bei den sonst üblichen Linsen. Innerhalb dieses Bildkreises kann durch das Verschieben des optischen Apparats der für die Aufnahme genutzte Bildausschnitt frei gewählt werden.
 

Faszination Fototechnik 08 / 2009

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