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Aufsteckblitzgeräte - gerüstet für jede Situation

Viele Kameras bieten durch den so genannten Blitzschuh die Möglichkeit, neben dem internen Blitz, auch Aufsteckblitze verwenden zu können. Diese Blitzgeräte bieten eine wesentlich höhere Leistungsfähigkeit (Leitzahl), schnellere Bildfolgezeiten durch eine bessere Stromversorgung und einen größeren gestalterischen Spielraum.

Zusatzblitzgeräte gibt es in unterschiedlichen Ausführungen und Leitzahlen. Die Leitzahl bezieht sich immer auf ISO 100. Je höher die Empfindlichkeit des Sensors/Films eingestellt wird, desto weiter reicht die Blitzleistung, weil mit höherer Empfindlichkeit weniger Licht für korrekt ausgeleuchtete Aufnahmen notwendig ist. Jede Verdopplung der Empfindlichkeit bewirkt etwa die 1,4-fache Blitzreichweite.

Mit Hilfe der Formel "Motivabstand = Leitzahl : Blende" kann annäherungsweise Berechnet werden, wie weit der Blitz reicht. Arbeitet man beispielsweise mit einem Aufsteckblitz mit einer Leitzahl von 45 bei ISO 100 und einer Blende von 2,8, so wird man Motive in einem Abstand von zirka 16 Meter gut ausleuchten können. Je kleiner die Blende (großer Blendenwert) gewählt wird, desto geringer wird die Blitzreichweite. Bei Blende 8 würde die Reichweite bei einem Blitz mit einer Leitzahl von 45 und einer Empfindlichkeit von ISO 100 nur noch etwa 5,6 Meter betragen.

Je nach Einsatzgebiet benötigt man externe Blitzgeräte mit einer Leitzahl von 20 bis 50. Naturphotographen, bei denen es gilt, Tiere aus einer größeren Entfernung aufzunehmen, sind auf externe Blitzgeräte mit einer wesentlich höheren Leitzahl angewiesen.

Externe Blitzgeräte werden sowohl von Kameraherstellern als auch von Fremdfirmen angeboten. Sehr einfache externe Blitze werden an die Kamera angeschlossen und strahlen bei jedem Auslösen ihre volle Leistung ab, was nicht immer zu optimal ausgeleuchteten Aufnahmen führt. Wesentlich bessere Bildergebnisse werden mit Blitzgeräten erzielt, die auf die Kamera abgestimmt sind und die mit ihr kommunizieren können. Diese Kommunikation ist nur dann ausreichend gegeben, wenn der Blitzschuh der Kamera mehr als nur einen großen Mittenkontakt besitzt.

Ist die Kamera nicht mit einem Blitzschuh ausgestattet, so hilft ein Zweitblitz mit Servoauslöser, sofern an der Kamera dafür ein Anschluss vorhanden ist. Die von der Kamera unterstützten Blitzfunktionen werden dann ebenso vom Blitzgerät verstanden und man kann zum Beispiel automatisch zum Aufhellen blitzen, den Rote-Augen-Effekt unterdrücken oder die Blitzleistung manuell korrigieren. Solche systemkonformen Geräte sind etwas kostspieliger als einfache Modelle. Wird jedoch viel mit dem Blitz gearbeitet und möchte man für alle Eventualitäten gewappnet sein, so lohnt sich diese Investition in jedem Fall.

Spielraum für kreatives und professionelles Blitzen garantieren externe Blitzgeräte mit Schwenkreflektoren. Der Blitzkopf beziehungsweise Aufsteckblitz lässt sich in Stufen nach oben klappen. Bei einigen professionellen Modellen kann er auch zur Seite geschwenkt werden. Mit Hilfe der Schwenkreflektoren können Motive indirekt ausgeleuchtet werden, wodurch sie natürlicher wirken. Durch die Reflexion des Lichtes von den Wänden oder der Decke kommt es beim Einsatz von Schwenkreflektoren zu einer weicheren Ausleuchtung und zu weniger harten Schatten. Rote Augen sind bei externen Blitzgeräten durch den Abstand zwischen Blitz und Objektiv quasi ausgeschlossen. Zu Beachten ist beim Einsatz von Schwenkreflektoren, dass durch das Kippen des Blitzes dessen Reichweite nicht mehr ganz so groß ist, weil das Licht einen längeren Weg bis zum Motiv zurücklegen muss. Wird der Blitz gegen farbige Wände oder Decken gerichtet, so sind farbstichige Aufnahmen die Folge. In Sachen Kreativität haben externe Aufsteckblitze gegenüber den integrierten Blitzgeräten noch einen großen Vorteil: Sie können mit Farbfiltern erweitert werden. Dabei wird vor den Reflektor des Blitzes ein farbiger Filter angebracht, der das abgestrahlte Licht einfärbt.
 

Faszination Fototechnik 01 / 2007

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Elke Duve