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Belichtungsmesser - Wunder der Technik

In Kameras eingebaute oder externe Belichtungsmesser dienen dazu, genau die Lichtmenge auf den Film beziehungsweise Chip passieren zu lassen, die für ein gut gezeichnetes Bild erforderlich ist. Aufgabe des Belichtungsmessers ist es, exakt zu messen, wie viel Licht auf seinen Sensor fällt. Rund 90 Prozent der Fehlbelichtungen, die ein großes Ärgernis sind, beruhen in der Regel auf einem Kommunikationsproblem zwischen Photograph und Kamera oder Belichtungsmesser. Verhindern lassen sich Fehlbelichtungen, wenn man weiß, wie Belichtungsmesser - die alle auf mittleres Grau geeicht sind, das genau 18 Prozent des einfallenden Lichtes reflektiert - arbeiten.

Aktuelle im Handel erhältliche Kameras sind mit einer TTL-Belichtungsmessung (TTL = Through The Lens) ausgestattet, die das durch das Objektiv einfallende Licht im Inneren der Kamera messen. Arbeitet man im Automatikmodus, so wird der ermittelte Wert von der Kamera in eine adäquate Kombination aus Verschlusszeit und Blende umgesetzt. In der Regel garantiert der Automatikmodus korrekt belichtete Aufnahmen - der Kamerahersteller hat durch seine Vorgaben entschieden, welche Belichtungszeit für ein gutes Bild erforderlich ist.

Je nach Kamera und Ausstattung findet man verschiedene TTL-Messarten. So ermittelt die Integralmessung den Mittelwert aus einer Vielzahl von Messpunkten, die gleichmäßig über das gesamte Bildfeld verteilt sind. Bei Motiven ohne große Hell- und Dunkel-Kontraste führt die Integralmessung zu korrekt belichteten Aufnahmen. Zu Fehlbelichtungen kann es kommen, wenn im Motiv sehr helle oder dunkle Elemente vorliegen. Bei der mittenbetonten Integralmessung wird ebenfalls die Gesamthelligkeit des Motivs gemessen und zu einem Mittelwert addiert. Im Gegensatz zur reinen Integralmessung fließen bei der mittenbetonten die Messpunkte aus der Bildmitte stärker in das Gesamtergebnis ein als die Messpunkte in den Randbereichen. Liegt das Hauptmotiv in der Bildmitte, so wird dies bei der mittenbetonten Integralmessung besser erfasst. Ist dem beispielsweise aus Gründen des Bildaufbaus nicht so, so kann es auch hier zu Fehlbelichtungen kommen. Die mittenbetonte Integralmessung ist dann ratsam, wenn die Zeit es nicht zulässt, sich über die Belichtung und die geeignete Messstellen Gedanken zu machen. Eine Weiterentwicklung der Integralmessung ist die Mehrfeld- oder Matrixmessung. Hier ist das Bildfeld in verschiedene Zonen aufgeteilt, die eine andere Gewichtung haben. Aus den Messergebnissen bestimmt ein Chip in der Kamera den Kontrast und vergleicht ihn mit seinen Speicherwerten, die aus der durchschnittlichen Helligkeitsverteilung von Tausenden von Aufnahmen errechnet sind. Diese „intelligente“ Situationsanalyse garantiert korrekt belichtete Aufnahmen - auch unter schwierigen Lichtbedingungen.

Bei der Selektivmessung, zu finden in Kameras der Oberklasse, wird nicht das gesamte Bildfeld ausgewertet, sondern nur ein Detail, das durch ein entsprechendes Messfeld im Sucher erfasst wird. Klar im Vorteil ist die Selektivmessung, wenn es auf Detailzeichnung in bestimmten Strukturen ankommt. Zu Fehlbelichtungen mit der Selektivmessung kann es kommen, wenn die Wahl der Messzelle in der Reflexion nicht 18-prozentigem Neutralgrau entspricht. Kameras mit Selektivmessung sind in der Regel mit einem Messwertspeicher ausgestattet, mit dem eine einmal gemessene Zeit-/Blendenkombination beibehalten wird. Diese kommt auch dann zum tragen, wenn der Bildausschnitt verändert wurde.

Eine perfekte Ergänzung zur Selektivmessung sind Graukarten. Fehlbelichtungen lassen sich minimieren, indem die Graukarte vor dem Motiv platziert wird. Bei Kameras ohne Messwertspeicher kann man sich behelfen, indem der ermittelte Wert per Hand eingestellt wird. Wurde die Graukarte versehentlich vergessen oder besitzt man keine, so kann die Innenfläche der Hand angemessen werden. Der Reflexionsgrad entspricht in etwa dem einer Graukarte. Korrekte Belichtungswerte setzen übrigens voraus, dass der Körper beim Arbeiten mit Graukarten darauf keinen Schatten wirft.

Kamerabelichtungsmesser reagieren - und das wissen die wenigstens - empfindlich auf Lichteinfall durch das Sucherokular. Generell stellt dies kein Problem dar, denn der Sucher wird durch den Kopf abgeschattet. Wird jedoch mit dem Selbstauslöser gearbeitet oder sind Langzeitbelichtungen geplant, so kann soviel Licht durch den Sucher fallen, dass es zu einer Unterbelichtung kommt. Verhindern lässt sich dies mit einer aufgesetzten Okularklappe.
 

Faszination Fototechnik 12 / 2006

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