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Filter, Filter

Mit dem verstärkten Gebrauch von kompakten Sucherkameras sind sie beinahe in Vergessenheit geraten: Die kleinen, fast unscheinbaren und doch so nützlichen Filter. Dabei erfüllen sie vielfältige Aufgaben, vom nötigen Schutz der empfindlichen Objektivlinsen über die Intensivierung von Farben und Stimmungen bis zur künstlerischen Verfremdung und Gestaltung der Bildinhalte.

Für den Einsatz mit Spiegelreflexkamera entwickelt, lassen sich viele Filter ebenfalls mit dem nötigen Zubehör aus dem Photohandel bei Kompaktkameras nutzen. Grundsätzlich kann zwischen zwei Arten von Filtern unterschieden werden: Die einen sind flache Scheiben und Folien, die mit einer speziellen Halterung vor dem Objektiv befestigt werden. Diese können in der Halterung verschoben und so dem gewünschten Ergebnis optimal angepaßt werden. Außerdem erlauben die Filterhalter es, mehrere Scheiben beliebig zu kombinieren, wobei die Handhabung sehr einfach ist. Ein Plus an Schärfe bieten die gebräuchlicheren Schraubfilter. Sie besitzen ein Gewinde und werden direkt mit der Objektivfassung verbunden. Sie können gedreht, mit anderen Filtern kombiniert werden und erfassen das gesamte Bildfeld.

Wer in die Photographie mit Filtern einsteigen will, sollte zunächst mit den dezenten Varianten beginnen, denn das Filter sollte nicht zum Selbstzweck werden, sondern die Bildaussage unterstützen. Um aus dem riesigen Angebot von Filtertypen die richtige Wahl für den individuellen Stil treffen zu können, empfiehlt sich der Blick in Bücher, Photomagazine und vor allem Prospekte der Hersteller. Dort werden die Filter mit ihren Wirkungen anschaulich dargestellt. Jeder sollte vor der Anschaffung von Filtern einige Fragen für sich klären. Hat das Gewinde den passenden Durchmesser zum Objektiv? Ist das Filter auch für Weitwinkelbrennweiten geeignet? Gibt es Adapterringe zur Verwendung an weitere Objektive? Für welche Einsätze ist das Filter geeig- net? Und schließlich, ist die Filteroberfläche vergütet? Denn immer, wenn Licht auf eine Glasoberfläche trifft, gibt es Reflexionen, die sich negativ auf das Bildergebnis auswirken. Außerdem reduziert sich die Lichtmenge dort, wo Luft auf unbehandeltes Glas trifft, um vier Prozent. Um diese unerwünschten Effekte zu beseitigen, werden Glasflächen hochwertiger Filter mit einer oder mehreren transparenten Schichten bedampft. Das bringt weniger Reflexion und mehr Licht. Diese Filter sind speziell gekennzeichnet, etwa mit dem Hinweis "HTMC vergütet".

Die wichtigsten Filter auf einen Blick

• UV-/Skylightfilter
Beseitigen Dunst und Blaustich durch UV-Strahlen. Besonders wichtig im Gebirge und an der See. Die Farben werden brillianter wiedergegeben, die Aufnahme erscheint schärfer. Guter Objektivschutz.

• Polarisationsfilter
Beseitigen Dunst und UV-Strahlen. Mit diesen Filtern können polarisierende Lichtquellen ausgeschaltet werden. Dabei kann es sich um Reflexe von glatten Oberflächen wie Glas, Kunststoff, Wasser oder Lackfarben, nicht jedoch Metall handeln. Von großem Nutzen sind sie in der Farbphotographie und für die Reproduktion von Bildern hinter Glas, für Aufnahmen von Gegenständen in Vitrinen. Zwei gegeneinander verdrehte Polarisationsfilter wirken als veränderliches Graufilter.

• Filter für Schwarzweiß
Beeinflussen die Umsetzung von Farben in Grautöne und sorgen so für eine differenzierte Wiedergabe der Graustufen. Die Helligkeitsunterschiede der Farben, die das Auge wahrnimmt, werden ziemlich genau in Grautöne umgesetzt. Blautöne werden jedoch etwas heller und Gelb- und Rottöne etwas dunkler wiedergegeben. Um diese Abweichungen zu korrigieren sorgt der Gelbfilter für die dunklere Wiedergabe der blauen Bildteile, der Rotfilter läßt alle roten Teile eines Motivs sehr hell erscheinen, während der Grünfilter alle Rotanteile des Motivs fast schwarz wirken läßt. Als Regel, die man sich einprägen sollte, gilt, daß ein Farbfilter zu einer helleren Wiedergabe von Objekten seiner Eigenfarbe und zu einer dunkleren Wiedergabe von Objekten in Komplimentärfarben führt. Alle weißen, grauen und dunklen Objekte werden durch einen Farbfilter nicht beeinflußt.

• Filter für Farbeffekte
Sie werden eingesetzt um die Farben eines Photos durchgängig etwas wärmer oder kälter wiederzugeben. Solche Filterung kann die Stimmung eines Bildes verstärken und bestimmte Farbtöne hervorheben, andere unterdrücken.

• Nahlinsen
Sie gibt es in unterschiedlichen Stärken, die miteinander kombiniert werden können. Nahlinsen erweitern den Einsatzbereich des Objektivs und sind ideal einsetzbar mit Tele- oder Zoomobjektiven.

• Verlaufsfilter
Sie sind halbseitig eingefärbt und mit hartem Übergang oder weichem Verlauf erhältlich. Durch Drehen kann der Farbverlauf individuell plaziert werden. Vorwiegend in der Landschaftsphotographie werden Verlaufsfilter eingesetzt.

• Dual-Color-Filter
Diese sind in zwei Fraben getönt. Das Filter kann so gedreht werden, daß die Trennlinie zwischen beiden Farben senkrecht, waagrecht (unten) oder schräg (rechts) verläuft. Je größer die Blendenöffnung und je länger die Brennweite ist, um so weicher ist der Übergang zwischen beiden Filterhälften.

• Color-Spot-Filter
Das sind Farbfilter mit einem kleinen klaren Loch in der Mitte. Das Bild wird sanft vom Rand zur Mitte hin verlaufend getönt, wobei am Bildrand die Filterfarbe am stärksten ist. Dieser Filter sollte bei großer Blendenöffnung für romantische Motive verwendet werden.

• Effektfilter
Sie verfremden, beeinflussen und verändern das Motiv, sorgen für Dynamik (Sternfilter), gezielte Unschärfe (Weichzeichner), Farbeffekte durch Lichtbrechung oder -beugung (Difraktion), oder vervielfachen einzelner Motivpartien (Prismen).
 

Faszination Fototechnik 01 / 2004

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