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Handbelichtungsmesser - mehr Möglichkeiten

Auch wenn in aktuellen Kameras meist Belichtungsmesser eingebaut sind, die in der Regel für korrekt belichtete Aufnahmen sorgen, so bieten Handbelichtungsmesser dem Analogphotographen wesentlich mehr Möglichkeiten. Digitalphotographen können auf Handbelichtungsmesser weitestgehend verzichten. Vor allem bei Kameras, die die Aufnahmen im RAW-Format speichern, ist ein guter Weißabgleich ohne Probleme auch nach der Aufnahme möglich. Der automatische Weißabgleich der Kamera ist dazu meist ein guter Ausgangspunkt.

Im Gegensatz zum eingebauten Belichtungsmesser sind externe mit einer Lichtwertskala ausgestattet. Je nach Film-/Sensorempfindlichkeit kann die mögliche Zeit-/Blendekombination am Belichtungsmesser abgelesen werden. Für einen Lichtwert 8 beispielsweise ergeben sich für einen ISO 50/18° Film 1/125 Sekunde bei Blende 2, 1/60 Sekunde bei Blende 2,8 oder 1/30 Sekunde bei Blende 4 und so weiter. Wird bei gleichem Lichtwert die Empfindlichkeit von ISO 400/27° gewählt so ergeben sich die Kombinationen 1/1.000 Sekunde bei Blende 2, 1/500 Sekunde bei Blende 2,8 oder 1/250 Sekunde bei Blende 4 und so weiter.

Mit Handbelichtungsmessern wird das vom Motiv reflektierende Licht in der gleichen Weise gemessen wie bei TTL-Belichtungsmessern. Der Sensor wird dabei in Richtung des Motivs gehalten - man spricht in diesem Fall von Objektmessung. Jeder Messwert wird als 18-prozentiges Grau interpretiert, weswegen die Graukarte einen ebenso nützlichen wie hilfreichen Begleiter darstellt. Eine Alternative zur Objektmessung mit Handbelichtungsmessern stellt die Lichtmessung dar. Dazu besitzen die Geräte eine Diffusorkalotte, die vor die Messzelle geschoben wird. Die Kalotte, die bei der Objektmessung entfernt werden muss, streut das Licht und reduziert die Lichtmenge dabei auf 18 Prozent. Unabhängig von der Reflexion des Objekts führt die Lichtmessung schnell zu richtigen Belichtung. Zu beachten ist, dass die Lichtmessung, wie auch die Objektmessung, keine Rücksicht auf den Motivkontrast nehmen.

Die aufwändigste, jedoch exakteste Methode der Belichtungsmessung stellt die Bestimmung des Kontrastes dar. Möglich ist diese allerdings nur mit Spotbelichtungsmessern mit einem Messwinkel von einem Grad - normale Belichtungsmesser messen Winkel zwischen 20 Grad und 30 Grad. Für die Bestimmung des Kontrastes gibt es zwei Optionen. Eine ist, den bildwichtigen, mittleren Punkt zu wählen und so den Belichtungswert zu erhalten. Eleganter ist es jedoch, den Kontrastumfang zu bestimmen und bei Bedarf an den Film beziehungsweise Sensor anzupassen.

Wird mit Handbelichtungsmessern gearbeitet, so müssen eventuelle Verlängerungsfaktoren berücksichtigt werden. Das gilt vor allem für Filter, die viel Licht schlucken, oder für Zwischenringe, Balgengeräte oder Makroschnecken. Der jeweilige Faktor hängt bei Filtern von der Farbdichte oder im Nahbereich vom Auszug ab. In der Regel sind diese Werte aufgedruckt oder im Handbuch nachzulesen.
 

Faszination Fototechnik 06 / 2007

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