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Scharfe Sache

Als Schärfentiefe - vielfach auch als Tiefenschärfe bezeichnet - wird die Ausdehnung des scharf abgebildeten Bereichs entlang der optischen Achse eines optischen Systems bezeichnet. Der Grad der Schärfentiefe unterscheidet sich deutlich von Kamera zu Kamera. Zoom-Kompaktkameras sind generell mit kleineren Sensoren ausgestattet und verwenden deshalb Objektive mit kürzeren Brennweiten. Diese bieten im Vergleich zu Spiegelreflexkameras mit größeren Bildsensoren und Brennweiten eine wesentlich größere Schärfentiefe. Gerade wenn es darum geht, die Schärfentiefe zu maximieren, sind Zoom-Kompaktkameras im Vorteil. Bei digitalen Spiegelreflexkameras wird dies kompensiert durch Objektive mit kleineren Blendeneinstellungen. Zudem ist es bei digitalen Spiegelreflexkameras einfacher, Brennweite, Abstand und Blende zu kombinieren, so dass unerwünschte Elemente unscharf erscheinen und nicht erkennbar sind.

Zurück zur Schärfentiefe, die durch drei Faktoren bestimmt wird. Größten Einfluss auf die Schärfentiefe nimmt die Blende. Je kleiner diese gewählt wird, desto mehr Bildbereiche erscheinen scharf; je größer die Blende, desto kleiner ist der scharfe Bereich im Bild. Der zweite Faktor, der Auswirkungen auf die Schärfentiefe hat, ist der Abstand zwischen Objektiv und Motiv. Je näher mit dem Objektiv an das Motiv herangegangen wird, desto geringer ist die Schärfentiefe. Bei sehr geringem Abstand zwischen Objektiv und Motiv, wie beispielsweise in der Makrophotographie, ist die Schärfentiefe kaum zu erkennen - es sind Nuancen die den Unterschied zwischen den scharfen und den unscharfen Bereichen ausmachen. Einfluss auf die Schärfentiefe nimmt auch die Brennweite. Je länger diese ist, desto geringer ist die Schärfentiefe. So erzeugt ein Weitwinkelobjektiv mit einer kürzeren Brennweite, bei gleicher Gegenstandsweite, eine größere Schärfentiefe als ein Teleobjektiv mit einer langen Brennweite. Die Schärfentiefe ändert sich also praktisch nicht, wenn der Einfluss der Brennweite durch die Wahl einer anderen Gegenstandsweite kompensiert wird.

Die Schärfentiefe sollte in Abhängigkeit vom Motiv gewählt werden. Ein Architekturphotograph wird in der Regel größten Wert auf eine möglichst ausgedehnte Schärfentiefe legen, damit nicht nur die Fassade, sondern das ganze Gebäude scharf abgebildet wird. Der Porträtphotograph hingegen möchte den Blick des Betrachters auf das Hauptmotiv lenken, indem der Hintergrund in Unschärfe verschwimmt.

Gerade für all diejenigen, die mit einer digitalen Kompaktkamera photographieren, ist es oft sehr schwierig, die Schärfentiefe zu minimieren. Diese Kameras bieten bei normalen Abständen eine so große Schärfentiefe, dass es fast unmöglich ist, den Hintergrund unscharf abzubilden. Mitunter wirken Personen im Bildvordergrund durch die große Schärfentiefe wie mit Hilfe von digitaler Bildbearbeitung unprofessionell einkopiert. Abhilfe schafft eventuell die Teleeinstellung und das Herangehen an das Motiv. Eine weitere Option ist die Fokussierung auf einen Punkt vor dem eigentlichen Motiv. Alternativ könnte die Schärfentiefe auch verringert werden, indem der Abstand zwischen Objekt und Hintergrund abnimmt.
 

Faszination Fototechnik 11 / 2006

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