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Untrennbar: Blende, Schärfentiefe, Auflösung

Mit Hilfe der Blende - englisch „aperture“ (Öffnung), von lateinisch „aperire“ (öffnen) - wird der Lichteinfall reguliert. Meist finden wir bei Kameras Lamellen- oder Irisblenden, bei denen sich lamellenförmig angeordnete Materialien so ineinander verschieben, dass der Lichtdurchlass enger oder weiter wird und das auf den Film oder Sensor einfallende Lichtbündel kleiner oder größer wird. Mit Hilfe der Blendenzahl, sie ist eine Angabe, die die relative Öffnung der Blende eines Objektivs beschreibt, und zwar relativ zu seiner Brennweite, wird die Lichtmenge geregelt, die durch das Objektiv auf die Filmschicht beziehungsweise auf den Sensor gelangt. Je größer die Blendenzahl - sie ist der Kehrwert des Verhältnisses des Durchmessers der Eintrittspupille zur Brennweite des Objektivs - ist, desto weniger Licht dringt durch das Objektiv auf die Filmschicht beziehungsweise auf den Sensor. Gerade für den Einsteiger in die Photographie irreführend ist, dass große Blendenzahlen für kleine Blendenöffnungen stehen und umgekehrt. Grund hierfür ist, dass das Verhältnis generell als Bruch mit als eins normierten Zähler angegeben wird und die Blendenzahl dann der Nenner dieses Bruchs ist.

Zurück zur Blende, die zwei wichtige Funktionen erfüllt. Zum einen steuert sie die Stärke des einfallenden Lichtes und andererseits beeinflusst die Blende mit ihrer ringförmigen Abschattung die Schärfentiefe. Wird mit einer großen Blendenzahl, also einer kleinen Blendenöffnung, gearbeitet, so verringert sich nicht nur die Lichtmenge, sondern auch die Unschärfekreise werden durch den spitzeren Lichtkegel kleiner - der Bereich der scharfen Abbildung, also die Schärfentiefe, nimmt beim Schließen der Blende zu.

Auf den ersten Blick mag man keinen Zusammenhang zwischen Auflösung und Blende sehen, da vielfach die Ansicht besteht, dass erstere ein feststehender Wert ist, der ja beispielsweise bei den technischen Hintergrundinformationen als Größe aufgeführt ist. Beschäftigt man sich jedoch etwas näher mit der Blende, so leuchtet sehr schnell ein, dass sie sehr wohl Einfluss auf die Auflösung nimmt. Ursache hierfür ist, dass - unabhängig von der gewählten Blende - dass das Licht an den Kanten gebrochen wird. In der Regel bewegt sich das Licht in geraden Linien. Wird es jedoch „durch ein Loch gedrückt“, so biegen sich die Strahlen nach außen. Dies hat so genannte Interferenzen zu Folge, die sich auf die Bildauflösung auswirken. Bei größeren Blenden spielt die Beugung des Lichtes kaum eine Rolle - die Auswirkung auf die Auflösung kann vernachlässigt werden. Wird hingegen die Blendenöffnung verengt, so treten verstärkt Interferenzen auf, die Auflösung nimmt ab. Dies hat zur Folge, dass die Schärfentiefenvorteile bei kleineren Blenden aufgehoben werden können. Die Stärke der Lichtbrechung hängt jedoch nicht nur von der Güte des Objektivs ab, sondern auch von der Größe des Bildsensors: je kleiner der Sensor, desto deutlicher der Effekt. Da in der Regel bei digitalen Zoomkameras kleinere Sensoren als bei digitalen Spiegelreflexkameras vorliegen, ist die kleinste Blende bei kompakten Zoomkameras normalerweise f8, während sie bei digitalen Spiegelreflexkameras f22 beträgt.
 

Faszination Fototechnik 11 / 2006

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