Fototour durch die Hansestadt Hamburg – 10 Tipps

© Petra Vogt
© Petra Vogt
Ob Michel, Reeperbahn oder Planten un Blomen: Die Hafenstadt Hamburg ist zu jeder Jahreszeit ein lohnendes Ziel für eine Fototour. Wir haben die Autorin des Foto-Reiseführers „Fotoscout Hamburg“ nach ihren Favoriten und Geheimtipps für alle Fotografierenden gefragt.

1. Der Klassiker: Einmal auf (fast) ganz Hamburg blicken

Wer die Hansestadt besucht, sollte sie nicht verlassen, ohne das berühmte Wahrzeichen „Michel“ bestiegen zu haben. Hinter dem Spitznamen verbirgt sich die Hauptkirche St. Michaelis. Sie eignet sich ideal für Aufnahmen von oben, denn aus 106 Metern Höhe lässt sich vom Hafen bis zur Innenstadt blicken. Weiteres Plus: Der Michel kann auch spätabends besucht werden. Spannende Nachtaufnahmen aus der Höhe sind also möglich. Allerdings gibt die Fotoscout-Expertin zu bedenken, dass der Eintritt mit € 10,50 für einen Erwachsenen abends deutlich teurer ist als die 5 Euro tagsüber. Dafür ist aber abends ein Getränk im Preis enthalten. (Achtung: nicht barrierefrei)

2. Reeperbahn & Co: Streetfotografie auf St.Pauli

© Petra Vogt, St.Pauli - Hafenstrasse
© Petra Vogt, St.Pauli – Hafenstrasse
Berühmt und berüchtigt: Fällt der Name „Hamburg“, so assoziieren viele damit die Reeperbahn. Aus dem ehemaligen Rotlichtviertel ist mittlerweile ein Amüsierviertel geworden, in dem die „sündige Meile“ Herbertstraße nur noch einen kleinen Teil ausmacht. Vor allem nachts lässt sich das Lichtermeer aus Schildern, Bars und Diskotheken gut ablichten. Vergessen Sie nicht, ein Stativ einzupacken. Aber auch tagsüber lockt der Stadtteil St.Pauli mit seiner Hafenstraße mit Szene-Motiven und viel Graffiti.

Wer Streetart und das alternative Leben mag, für den hat Fotoscout-Autorin Vogt auch noch den Tipp, das Gängeviertel am Valentinskamp zu besuchen. Dort hat sich eine Szene etabliert, die viele interessante Motive bietet.

3. Der Hamburger Hafen

Als Hansestadt steht in Hamburgs Fokus immer noch der Hafen. Durch die bunten Frachtcontainer entsteht ein Farbenspiel, das nur darauf wartet, von Ihrer Kamera eingefangen zu werden. Zwar sind viele Bereiche des 7.000 Hektar umfassenden Geländes für Besucher nicht zugänglich, mit einem Teleobjektiv lassen sich aber dennoch die meisten Fotomotive vom gegenüberliegenden Ufer aus erfassen. Der Geheimtipp der Fotoscout-Autorin für den besten Blick: „Besuchen Sie das Restaurant Elbwarte im Seniorenstift Augustinum, denn von dort haben Sie einen tollen Blick. Es ist an Wochenenden und mittwochs von 15 bis 18 Uhr auch für Besucher geöffnet.“ Wer sich Schiffe aus der Nähe anschauen möchte, kommt in der Nähe der Landungsbrücken auf seine Kosten. Dort lassen sich die beiden historischen „Oldtimer“ Cap San Diego und Rickmer Rickmers besichtigen.

4. Architektur-Hotspot: Hamburgs futuristische Hafencity

© Petra Vogt, St.Pauli - Hafen
© Petra Vogt, St.Pauli – Hafen
Die Hafencity hat mit dem eigentlichen Hafen relativ wenig zu tun. Hamburgs großes andauerndes Stadtentwicklungsprojekt liegt gegenüber und bietet einzig Kreuzfahrtschiffen eine Anlegestelle. Ansonsten wartet das Viertel mit futuristischen Bauten auf. Architekturbegeisterte Fotografen werden hier zahlreiche Motive finden. Aber auch für ein People-Shooting bietet der 2,2 Quadratkilometer große Stadtteil spannende Hintergründe. Als besonderen Tipp verrät Vogt die Anfahrt mit der U-Bahn bis zur Station „Hafencity-Universität“. Dort warten Lichteffekte, die aus der Haltestelle mehr eine Raumstation machen. Allerdings kann man die Lichteffekte nur am Wochenende und an Feiertagen zur ganzen Stunde genießen. Und ein Stativ sollte man nicht vergessen.

5. Auf den Spuren der Pfeffersäcke in der Speicherstadt

Direkt um die Ecke der Hafencity findet sich in der „Speicherstadt“ mit ihren meterhohen alten Lagerhäusern und dem roten Backstein ein attraktiver Kontrast. Besonders eindrucksvoll sind Aufnahmen zur blauen Stunde, denn dann werden die Gebäude kunstvoll illuminiert. Als besonderes Highlight empfiehlt die Fotoscout-Autorin das Wasserschlösschen, das sich von der Poggenmühlen-Brücke aus gut in Szene setzen lässt.

6. Rathaus einmal anders

© Petra Vogt, Rathaus
© Petra Vogt, Rathaus
So wie man in Berlin das Reichstagsgebäude besichtigt, sollte man in Hamburg dem Rathaus einen Besuch abstatten. Denn dieses lockt nicht nur von außen mit verschnörkelten Fassaden, einer goldenen Turmspitze und dem Hamburger Wappen, sondern auch im Innern mit einer Vielzahl von Motiven wie etwa der imposanten Eingangshalle und dem angestrahlten Hygieia-Brunnen im Innenhof. Geöffnet ist es von 7 bis 20 Uhr und der Eintritt ist kostenlos. Der Geheimtipp von Petra Vogt für einen tollen Blick von oben aufs Rathaus ist der Besuch des Mahnmals St. Nikolai (Praktischerweise auch eine barrierefreie Aussichtsplattform).

7. Lassen Sie sich von Planten un Blomen verzaubern

Wer nach so vielen Gebäuden wieder Grün sehen möchte, dem empfiehlt die Fotoscout-Autorin den Park Planten un Blomen. Hier lässt sich neben den heimischen Pflanzen auch das japanische Teehaus ablichten. Es bildet das Zentrum des japanischen Gartens. Ein besonderes Motiv bieten die Wasserlichtkonzerte von Mai bis September. Der Licht- und Farbwechsel der Wasserfontänen ist ein stimmungsvolles Bild. Wer keinen Platz in der ersten Reihe mehr bekommt, der behilft sich am besten mit einem Stativ mit hohem Auszug.

8. Auge in Auge mit Löwen, Pinguinen und einem Walroß

Neben Michel und Hafen gehört Hagenbecks Tierpark fest in den Kanon der „Must Sees“ in Hamburg. Auf mehr als 25 Hektar Fläche fühlen sich über 300 Tierarten zuhause und bieten ein Eldorado für Tierfotografen. Das Tropen-Aquarium bietet vor allem im Winter oder bei schlechtem Wetter ein angenehmes Refugium mit vielen Motiven. Dadurch, dass die Tiere in der Regel durch Gräben oder Glasscheiben und nicht durch Gitterstäbe eingeschlossen sind, lassen sich Aufnahmen machen, die ein Gefühl von Wildnis vermitteln. Wichtig ist dafür ein Teleobjektiv, ideal eines mit hoher Lichtstärke. Vogt rät außerdem, einen kleinen Rollkoffer mitzunehmen oder sich einen Bollerwagen vor Ort zu leihen- sonst wird das Foto-Equipment auf den langen Wegen schnell zur Last.

9. Ausflug ins Grüne: Hamburgs romantische Ader

© Petra Vogt, Altes Land
© Petra Vogt, Altes Land
Wer es romantisch mag, sollte auf seine Besuchsliste in Hamburg einen Ausflug ins nahe gelegene „Alte Land“ setzen. Es ist das größte zusammenhängende Obstanbaugebiet Mitteleuropas. „Vor allem im Frühjahr zur Kirsch- und Apfelblüte machen ein Spaziergang oder eine Radtour inmitten des weißen Blütenmeeres viel Spaß.“ Vogt‘s Tipp ist die Anfahrt mit der Fähre ab Blankenese „Dann erlebt man in einem auch noch eine „Mini-Kreuzfahrt“ über die Elbe.“ An Objektiven empfiehlt sie ein Makro nicht zu vergessen, denn gerade die Obstblüte wirkt in der Nahaufnahme am besten. Reetgedeckte Häuser am Straßenrand verlangen dagegen eher nach einer Normalbrennweite oder gar einem moderaten Weitwinkelobjektiv.

10. Franzbrötchen & Co: Augen auf für die kleinen Details

Egal in welchem Teil Hamburgs Sie sich gerade befinden, richten Sie ihren Blick auf die kleinen Details an den Wänden, auf dem Boden und in der Luft. Achten Sie zum Beispiel mal auf die witzigen Sprüche auf den städtischen Mülleimern. Oder Sie nehmen sich ein Thema wie beispielsweise die lokale Spezialität „Franzbrötchen“ vor und stellen später eine Collage aus ihren gesammelten Werken zusammen. „Das leckere Franzbrötchen sollten Sie anschließend gleich verspeisen.“ gibt die Fotoscout-Autorin noch einen Genießer-Tipp.

Fototour 01 / 2016

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