Blende 2013 - Farbenrausch

Blende, Carlheinz Tömmel, Gummibärchen auf der Wäscheleine
Blende, Carlheinz Tömmel, Gummibärchen auf der Wäscheleine
Vorsicht Suchtgefahr! Beim diesjährigen „Blende“-Thema „Farbenrausch“* drohen Teilnehmer, in eine Welt voll grellbunter Sinneseindrücke entführt zu werden. Erste Anzeichen sind ein umhersuchender Blick und ein reflexartiger Griff zur Kamera. Die beste Therapie: sich der Herausforderung stellen und seine Eindrücke mit möglichst vielen Menschen zu teilen.

Unser betörendes Thema „Farbenrausch“ ist für treue „Blende“-Fotografen genauso spannend wie für alle, die erstmals in den Wettbewerb hineinschnuppern wollen. Warum nicht gleich im wörtlichen Sinne: mit Gewürzen. Oder mit Gemüse oder Blumen. Sie duften nicht nur, sondern sind auch ein Augenschmaus. Wer die Gelegenheit hat, auf einem orientalischen Basar Gewürze zu fotografieren, wird das nie vergessen. Curry und Chili reihen sich in fein abgestuften Erdtönen aneinander. Die mitteleuropäische Variante ist der Obst- und Gemüsemarkt: knallig gelbe und rote Paprikas neben Auberginen und Möhren.

Blumen sind gebündelte Farbenpracht und eignen sich für eine breite Palette fotografischer Disziplinen. Zum Beispiel Makroaufnahmen. Einfarbige Blüten, wie die von roten Rosen, eignen sich dazu genauso wie solche mit feinen Farbverläufen, etwa von Orchideen. In der Aktfotografie sind Blumenteppiche, vor allem in Rot, eine wirkungsvolle Umrahmung des eigentlichen Motivs. Auch in der Landschaftsfotografie können Blumen eine Rolle spielen, allerdings müssen sie bei unserem Thema „Farbenrausch“ wuchtig zur Geltung kommen. Tulpenfelder in den Niederlanden sind so ein Motiv. Doch Vorsicht: An manchem „Farbenrausch“ haben sich Jury-Mitglieder bereits sattgesehen, etwa am berühmt-berüchtigten Lavendel in der französischen Provence.

Blende, Christine Nelsen-Königer, Rot-Grün
Blende, Christine Nelsen-Königer, Rot-Grün
Abgegriffene, weil seit Jahrzehnten immer wieder vorgelegte Motive keine Favoriten in einem Wettbewerb, in dem es auch um den Überraschungseffekt geht, sind. Das bedeutet nicht, dass man sich nicht von beeindruckenden Motiven, zum Beispiel in Fotozeitschriften oder in der Tageszeitung, inspirieren lassen darf. Im Gegenteil: Farbenfrohe Bilder sind eine Aufforderung, es selbst zu versuchen. Nicht im Sinne eines Plagiats, sondern durch eine eigene Interpretation. Ein immer wieder abgedruckter Klassiker ist das Holi-Fest in Indien. Dabei bewerfen sich die Feiernden mit Farbpulver. Auch in Europa findet der Spaß immer mehr Nachahmer und bietet eine Fülle von Motiven.

Ein Klassiker beim Bekleckern mit Farbe sind natürlich Kinder, die ihre ersten Gehversuche in der Malerei unternehmen. Für eine Fotosession kann man es auf die Spitze treiben: Mit weißen Overalls vor einer weißen Wand und mit viel Fingerfarbe. Ein Experiment, das man einfach laufen lassen muss. In die Erwachsenen-Welt übersetzt heißt das Spiel mit Fingerfarben Bodypainting – seit einigen Jahren eine beliebte Spielart der Aktfotografie. Die Ergebnisse sind tatsächlich ein „Farbenrausch“, allerdings gilt es auch hier, spannende Ansätze zu finden, da die kolorierten Körper zu einem Standardmotiv geworden sind. Vielleicht hilft eine Beschränkung auf Porträts mit den klassischen Farbakzenten durch Schminke, Haarfarbe und bunte Stoffe.

Der „Farbenrausch“ kann auch ohne Mensch und Landschaft wirken. In Form von arrangierten Stillleben. Stoffe bieten sich hier abermals an, ebenso Elemente, die sich nur in der Farbe unterscheiden und einen dynamischen Bildaufbau ermöglichen. Buntstifte oder Gummibärchen sind Klassiker. Bei kleinen Gegenständen lohnt sich der Einsatz einer Makroausrüstung. Mit Nahlinsen oder Zwischenringen lassen sich viele normale Objektive makrotauglich trimmen. Das Fenster zur Welt der kleinen Dinge geht aber vor allem mit richtigen Makroobjektiven weit auf. Ebenso wichtig wie der Abbildungsmaßstab ist in der Makrofotografie die perfekte Ausleuchtung. Die gelingt mit maßgeschneiderten Studiolampen oder Ringblitzgeräten.

Blende, Olaf Schober, Zeigt her Eure Füße
Blende, Olaf Schober, Zeigt her Eure Füße

Wer lieber draußen in der Natur fotografiert, wird schon in der Morgendämmerung fündig. Das weiche Licht sorgt für kräftige Pastelltöne. Auch die warmrote Stimmung eines Sonnenuntergangs setzt die geeigneten Motive ins rechte Licht, das vielleicht bekannteste ist das Alpenglühen. Noch etwas kräftigere Farben kitzeln Polarisationsfilter aus solchen Motiven heraus.

Im städtischen Umfeld bietet die moderne Architektur mit hell und oft bunt erleuchteten Räumen und großen Glasfassaden einen nächtlichen Farbenrausch. Auf die Spitze treiben lässt sich das mit einer künstlerischen Lichtinstallation. Bei schwachen Lichtverhältnissen sollte die Kamera auf einem Stativ fixiert werden. So sind auch Fotos mit Bewegungseffekten bei längeren Belichtungszeiten möglich, etwa vom grell beleuchteten Autoscooter auf dem Jahrmarkt, dem Feuerwerk oder von auseinanderstiebenden Billardkugeln.

Der „Farbenrausch“ kann durch ein buntes Durcheinander genauso entstehen wie durch eine feine Komposition aufeinander abgestimmter Farbtöne. Oder der Schwerpunkt liegt auf nur einer dominierenden Farbe. Den letzten Schliff darf gern die Bildbearbeitung am Computer geben. Beim Thema „Farbenrausch“ kann man dabei auch etwas dicker auftragen und zum Beispiel die Grenzen der HDR-Fotografie austesten.

* Die Themen für „Blende 2013“ wurden übrigens gemeinsam mit den über 50 teilnehmenden Redaktionen festgelegt, wobei die Zeitungen wählen können/konnten, welche Themen sie davon für ihre Leser ausschreiben.

Eine Teilnahme an Europas größtem Contest für alle Fotobegeisterten ist nur über eine der über 50 Tageszeitungen und ihre Kopf- sowie Bezirksausgaben möglich, die Blende 2013 für ihre Leser ausschreibt. Welche Zeitung in Ihrer Region bei Blende 2013 mit von der Partie ist, teilt die Prophoto GmbH auf Anfrage ab Mai mit.

» Blende Anfrage

Blende Informationen A-Z 05 / 2013

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