Blende 2014 - In Bewegung

© Claus Metzger, 100 m Brust - weiblich
© Claus Metzger, 100 m Brust – weiblich
Blende auf zu Blende 2014, Ihrem Fotowettbewerb, den wir gemeinsam mit über 50 Redaktionen im Bundesgebiet ausschreiben. Eines der diesjährigen Themen lautet „In Bewegung“. Wir sind uns sicher, Sie werden mit beeindruckenden Aufnahmen voller Dynamik aufwarten, die uns zu fesseln verstehen. Und auch in der 40. Runde von Blende lohnt es sich für Sie, mit von der Partie zu sein. Wir machen Ihre Aufnahmen gemeinsam mit unserem Partner, den Tageszeitungen, nicht nur öffentlich, sondern Sie haben auch noch zwei Gewinnchancen, nämlich einmal bei der Zeitung, über die Sie teilnehmen, und in der bundesweiten Endausscheidung von Blende 2014 – wenn das nicht Ansporn genug ist.

Unscharfe und verwackelte Bilder gehören in den Papierkorb – so steht es in vielen Fotobüchern. Für den Anfänger mag das gelten, nicht unbedingt für den Könner. Zwischen den fehlerhaft „verwackelten“ und den mit Absicht zu lange belichteten oder „mitgezogenen“ und deshalb absichtlich „verwackelten“ Bildern können große Unterschiede bestehen. Blende ist ein Fotowettbewerb, der Sie auffordert, einmal gegen die bekannten Regeln zu verstoßen, ja sogar das „Verwackeln“ zu üben. Bei Blende 2014 haben Sie mit „gekonnt verwackelten“ Aufnahmen die Möglichkeit, einen oder sogar zwei Preise zu gewinnen. Die Siegerfotos Ihrer Zeitung werden in der bundesweiten Endausscheidung, in der die Prophoto GmbH 133 Preise im Gesamtwert von über 35.000 Euro zur Verfügung stellt, ein zweites Mal juriert. Unser diesjähriges Wettbewerbsthema, Ihre fotografische Schaffenskraft und hochkarätige Preise garantieren, dass „Blende 2014“ wieder ein voller Erfolg wird. Mit großer Spannung erwarten die teilnehmenden Zeitungen Ihre Einsendungen.

© Julia Ankenbrand, Studie Skateboarder
© Julia Ankenbrand, Studie Skateboarder
Bewegung im Foto wiederzugeben, ist eigentlich unmöglich, ja sogar eine Paradoxie: hier das fotografische Einfangen einer winzigen Zeitspanne, die normalerweise in Hundertstelsekunden gemessen wird, dort ein Bewegungsablauf, der eine längere Zeitdauer beansprucht. Dieser Widerspruch lässt sich auflösen, wenn man dem Wettbewerbsthema ein einziges Wort anhängt und es als „Bewegung im Bild symbolisieren“ interpretiert. Doch mit welchen Symbolen kann ein Fotograf arbeiten, wenn er beispielsweise einen schnellen Rennwagen mit über 200 km/h themengerecht darstellen will? Bei einer Aufnahme, die die Bewegung mit einer kurzen Verschlusszeit von beispielsweise 1/1.000 Sekunde „einfriert“, wird es höchstwahrscheinlich keinen Preis geben. Besser ist es, wenn mit einer für eine scharfe Abbildung eigentlich viel zu langen – etwa zehnmal zu langen – Belichtungszeit fotografiert wird. Viel zu lang bezieht sich nicht auf die Lichtmenge (also nicht reichlicher belichten), sondern auf die Belichtungsdauer. Um dabei zu einem bewegungsvollen Bild zu kommen, gibt es mehrere Möglichkeiten:

  1. Die Aufnahme erfolgt vom Stativ aus: Das statische Umfeld wird scharf und der Rennwagen je nach Verschlusszeit von fast bis total verwischt dargestellt.
  2. Während der Belichtung wird die Kamera in Bewegungsrichtung des Rennwagens möglichst so mitgezogen, dass er sich stets an der gleichen Stelle im Sucher beziehungsweise auf dem Kameradisplay befindet. Erreicht man, dank ausreichender Erfahrung, glücklicher Umstände oder als Folge von Berechnungen, eine Synchronität von Bewegung, Bewegungsrichtung und mitgezogener Kamera, so wird die Abbildung an dieser einen Stelle (Rennauto) scharf bei stark verwischtem Hintergrund.
  3. Fährt der Rennwagen – um bei unserem Beispiel zu bleiben – auf die Kamera zu, kann nur noch während des letzten Augenblicks der Belichtung das blitzschnelle Verstellen der Brennweite eines Zoomobjektivs zu einem explosionsartigen Wischeffekt führen, der Tempo symbolisiert.

© Lukas Gawenda, Big Ben (London, England)
© Lukas Gawenda, Big Ben (London, England)
Was beim Rennwagen funktioniert, ist auch für Rollschuh- und Radfahrer ebenso geeignet wie für Fußgänger. Motive, mit denen Sie bei „Blende 2014“ erfolgreich sein können, gibt es dementsprechend in kaum zu überblickender Vielzahl: der Junior im Gummiboot beim Paddeln, der erste Rollerausflug, die Tochter beim Schieben des Puppenwagens, bei der Jagd auf Hühner oder Gänse, der Start eines Modellflugzeugs, der Anlauf beim Drachensteigen, Seilhüpfen, der Dackel auf Verfolgungsjagd, jedes Karussell, der Hammer auf dem Weg zum Nagel. Alles, was sich bewegt, kann durch eine langsame Verschlusszeit in Bewegungsspuren übertragen werden, selbst eine Schnecke kann, lange genug belichtet, wie ein Rennläufer wirken. Hier kommt es auf die richtige Bildidee an, denn die Technik ist fast immer die gleiche. Der perfekte Techniker hat sicherlich keine größeren Chancen als alle anderen, die nur gelegentlich der Fotografie nachgehen.

Das Repertoire kreativer Fotografie bietet aber noch weitere Möglichkeiten an, Bewegung im Bild sichtbar zu machen. Die bekannteste ist sicherlich das „Zoomen“ während der Aufnahme. Dadurch lassen sich sogar bei stillstehenden Objekten Bewegungen vortäuschen. Das wird erreicht durch gleichzeitiges Auslösen und Verstellen der Brennweite eines Zoomobjektivs. Dabei ist meist die Bildmitte relativ scharf, von dort aus scheint sich das Motiv strahlenförmig zum Rand hin auszubreiten, zu explodieren. Auch hier muss wieder mit einer für eine scharfe Abbildung zu langen Verschlusszeiten fotografiert werden, damit die Verstellung der Brennweite wirken kann. Dieser Zoomeffekt wirkt gut bei Lichtspuren im Bild (etwa bei Gegenlicht) und deutlich sowie farbintensiv bei dunklem Umfeld. Bei hellen Hintergründen oder kontrastarmen Sujets werden die Wischspuren unauffällig und die Farben verweißlicht.

© Sabine Aulehla, Innehalten
© Sabine Aulehla, Innehalten
Unser diesjähriges „Blende“-Thema erfreut sicherlich auch alle Freunde extremer Langzeitbelichtungen. Auch hier gibt es eine Vielzahl an Motiven, die mit der Kamera eingefangen werden können, so beispielsweise die Lichtspuren der Sterne am Himmel oder die der Autos in der Nacht fotografiert. Der Einsatz eines Stativs ist natürlich Pflicht.

Mit unserem diesjährigem „Blende“-Thema dürfen sich natürlich auch alle Liebhaber der sogenannten Highspeedfotografie angesprochen fühlen und all diejenigen unter Ihnen, die das fotografische Experiment lieben. Wichtig ist natürlich, dass unsere Themenstellung „Bewegung“ in Ihren Fotografien zum Ausdruck kommt. Bewegung lässt sich fotografisch symbolisieren. Wie gut, mit welchen Motiven und Effekten, das entscheiden Sie selbst. Fantasie und gute Ideen sind bei „Blende 2014“ sicher wertvoller als technischer Perfektionismus. Bewegung kann man überall und mit jeder Kamera symbolisieren, nur ausprobieren muss man es und die besten Ergebnisse einsenden.

Wenn Sie in Erfahrung bringen möchten, welche Redaktion in Ihrer Nähe „Blende 2014“ ausschreibt, dann lassen Sie es uns wissen.

Blende Informationen A-Z 06 / 2014

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