Blende 2014 - Schwarzweiß

© Blende, Hans Findling, Deep inside
© Blende, Hans Findling, Deep inside
Mit unserem diesjährigen Blende-Thema „Schwarzweiß“ fordern wir Sie auf, unserer bunten Welt die Farbe zu entziehen. So einfach unser Blende-Thema auf den ersten Blick erscheinen mag, so groß ist auf der anderen Seite die fotografische Herausforderung für Sie. Mit der Umstellung der Kamera in den Schwarzweißmodus ist es nicht getan. Sie werden schnell die Erfahrung machen, dass nicht jedes Motiv geeignet ist, um in Schwarzweiß abgelichtet zu werden – aber darin liegt auch wiederum der große Reiz, sich unserem diesjährigen Blende-Thema zu stellen, die Herausforderung zu suchen und den fotografischen Wettstreit anzunehmen. Wer bei unseren Partnern, den über 50 Tageszeitungen, die Blende in diesem Jahr ausschreiben, zum Thema „Schwarzweiß“ erfolgreich ist, erhält in der bundesweiten Endausscheidung von Blende 2014 eine zweite Chance. Hier haben wir, die Prophoto GmbH, 133 Preise im Gesamtwert von über 35.000 Euro ausgelobt.

© Blende, Uwe Wilhelm Lorenz, Neapel Galeria Umberto
© Blende, Uwe Wilhelm Lorenz, Neapel Galeria Umberto
Unser diesjähriges Blende-Thema räumt Ihnen die große Chance ein, in die Magie der Schwarzweißfotografie einzutauchen. Zahlreiche Fotografen beschreiben die Schwarzweißfotografie übrigens als die einzig wahre Fotografie – so weit wollen wir gar nicht gehen. Die Schwarzweißfotografie liebt das Spiel mit Licht und Schatten. Klare Formen und Strukturen sind für die Schwarzweißfotografie prädestiniert. Die große Kunst besteht für Sie darin, farbige Motive in Schwarzweiß zu sehen. Dabei hilft es, Motive auf Graustufen zu reduzieren. Das Hauptmotiv sollte sich klar vom Rest trennen, denn man hat mit Schwarz – auch, wenn wir im Kunstunterricht gelernt haben, es sei keine Farbe – quasi nur eine Farbe, und die muss umso geschickter eingesetzt werden, damit die Aufnahme eine klare Sprache spricht und es nicht zu sehr in ihr „wuselt“.

Als Einsteiger in die Schwarzweißfotografie kann man die Wirkung von Schwarzweiß mittels Bildbearbeitung testen, indem man Farbbilder in Schwarzweiß umwandelt. Auf diese Weise erhalten Sie ganz schnell ein Gefühl dafür, welche Motive sich für die Schwarzweißfotografie eignen und welche nicht. Prinzipiell gilt, dass ein sehr gutes Farbfoto auch in Schwarzweiß funktioniert. Eine oft gestellte Frage ist, ob man im Schwarzweißmodus der Kamera fotografieren sollte oder mittels Bildbearbeitung Farbaufnahmen in Schwarzweiß umwandelt. Aus unserer Sicht erhält man deutlich bessere Bildresultate, wenn letztgenannter Weg beschritten wird.

© Blende, Anton Schmaus, Schnurrbart der Katze
© Blende, Anton Schmaus, Schnurrbart der Katze
Auf der Blende-Fotojagd heißt es für Sie, in Schwarzweiß zu sehen und zu denken – gar nicht so leicht, wenn man seine Welt sonst nur farbig wahrnimmt. Hinzu kommt, dass einem möglicherweise auch die Praxis fehlt, welchen Grauton eine Farbe bei der Umwandlung in Schwarzweiß annimmt. Auf das Wechselspiel der Farben, die eine bestimmte Schwarzweißwirkung erzielen, kommt es auch noch an. Prinzipiell gilt, dass sich die Farben in der Schwarzweißfotografie klar voneinander abgrenzen sollten. Nehmen wir die Farbe Grün, die in der Natur in den unterschiedlichsten Nuancen vertreten ist. Grün lässt sich in der Schwarzweißkonvertierung als Farbkanal hervorragend ansteuern. Dies hat für Sie den großen Vorteil, dass Grün sehr gut als Kontrast eingesetzt werden kann – man kann es bei der Konvertierung bis ins tiefe Schwarz ziehen.

HDR liegt voll im Trend und garantiert einen enormen Kontrastumfang, weshalb es auch sehr gern in der Schwarzweißfotografie zum Einsatz kommt. Hier haben wir keine Farbexplosion, sondern durch das Zusammenführen der Belichtungsreihe eine intensivere Herausarbeitung der Details von Licht und Schatten. Auch, wenn man im Gegensatz zur Farbfotografie bei Schwarzweiß weniger damit zu kämpfen hat, dass die Aufnahmen mitunter kitschig bunt und dadurch sehr unnatürlich, ja psychodelisch anmuten, ist dennoch Fingerspitzengefühl angesagt. Die Frage, die Sie sich stellen sollten, ist, ob man einer Aufnahme HDR unbedingt ansehen muss. Auf der anderen Seite kann bei Übertreibung das Besondere hervorgehoben und dadurch das Augenmerk darauf gelenkt werden.

© Blende, Alexander Schulga und Andreas Henkel, Mut zur Lücke
© Blende, Alexander Schulga und Andreas Henkel, Mut zur Lücke
Auch in Zeiten, in denen Bildbearbeitungsprogramme im Nachhinein alles möglich machen, setzen Fotografen in der Schwarzweißfotografie immer wieder auf Farbfilter. Während in der Farbfotografie Farbfilter die farbrichtige Wiedergabe sicherstellen sollen, ist in der Schwarzweißfotografie ihre Wirkung eine andere. Hier führt der Einsatz zu einer Verschiebung bei der Grautonumsetzung. Die Farbe des Filters verstärkt, das heißt, sie wird heller dargestellt, während ihre Komplementärfarbe unterdrückt, also dunkler dargestellt wird. Kommt beispielsweise ein Gelbfilter – hat eher eine schwächere Auswirkung auf den Bildkontrast – zum Einsatz, so dunkelt dieser den blauen Himmel ab, wodurch sich der Kontrast zu den Wolken hin verstärken lässt. Atmosphärischer Dunst wird durch den Einsatz eines Gelbfilters reduziert. Der Orangefilter – erhöht leicht die Kontraste im Bild – liegt in seiner Wirkung zwischen dem gelben und dem roten. Er ist dementsprechend nicht so „mild“ wie der Gelbfilter und auch nicht so „stark“ wie der Rotfilter. Gelb/Grünfilter kommen in der Schwarzweißfotografie bevorzugt dann zum Einsatz, wenn Porträts im Freien abgelichtet werden. Mit diesem Filter lassen sich Hautunreinheiten reduzieren. Sehr beliebt in der Naturfotografie sind auch immer wieder Grünfilter, die die Grüntöne der Natur differenzieren, während Rottöne abgedunkelt werden. Rotfilter sind in der Landschaftsfotografie sehr reizvoll. Durch ihre Sperrwirkung erscheinen beispielsweise Landschaften im Sonnenschein wie vom Vollmond beleuchtet, der blaue Himmel wird nahezu schwarz abgelichtet.

Unser diesjähriges Blende-Thema lässt Ihnen alle Freiheiten in der Wahl Ihrer Motive, die jedoch in Schwarzweiß von Ihnen festgehalten werden müssen. Mit Spannung erwarten die teilnehmenden Blende-Zeitungen Ihre Bildeinsendungen, die uns sicherlich in die Magie der Schwarzweißfotografie eintauchen lassen.

Wenn Sie in Erfahrung bringen möchten, welche Redaktion in Ihrer Nähe Blende 2014 ausschreibt, dann lassen Sie es uns wissen.

Blende Informationen A-Z 07 / 2014

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