iPhone-App Pixelmator - Retusche, Verfremdung und Effekte

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Wenn es um Retusche, Verfremdung und Effekte geht, ist die App Pixelmator für iPad und iPhone ganz vorne dabei. Das kleine Programm gibt es nicht umsonst, aber dafür funktioniert es ganz wunderbar. Ein bisschen Geduld ist allerdings auch gefragt, je nachdem wie fit man inzwischen mit seinen Fingern ist.

Pixelmator kommt ziemlich nüchtern daher. Bei der Vielzahl der enthaltenen Optionen ist das einfache, klare Design aber eine Wohltat und im Vergleich zu allerlei animierten oder kunstvoll gestalteten Schaltflächen, die es in Apps sonst gibt, ein echter Gewinn. Denn selbst wer die Deutsch beschriftete Foto-App zum ersten Mal benutzt, findet sich schnell zurecht und kann umgehend mit allerlei Spielereien loslegen.

Ganz zu Beginn gibt es zunächst einmal die Auswahl, ob ein Bild bearbeitet oder eine Collage erstellt werden soll. Letztgenannte sind ja in Zeiten des sozialen Netzwerks ein beliebtes Mittel, der Welt mitzuteilen, was man so erlebt hat und sich nicht jeder durch eine Bildersammlung klicken muss – dafür gibt es alles in einem Bild. Pixelmator liefert eine ganze Reihe von Möglichkeiten und Optionen, indes gibt es so viele Foto-Apps, die speziell für Collagen programmiert wurden, dass das hier nur ein kleiner Nebenbereich ist. Viel interessanter ist die Bildberarbeitung.

Dabei bietet dieses Programm nicht wirklich eine Bildbearbeitung im klassischen Sinn. Es gibt zum Beispiel keine Gradationskurve, wohl eine Optimierung für Zuschnitt, Farbe, Kontrast, Sättigung, aber seine Stärken spielt Pixelmator bei den Spielereien aus. Da wären zum Beispiel verschiedene Störungsfilter, die beispielsweise Lichteinfall simulieren. Das ist nicht neu, aber hier kann der User tatsächlich Hand anlegen, Stärke, Größe, Richtung anpassen. Ganz einfach, indem die entsprechenden Punkte im Filter auf dem Bild verschoben werden. Das erklärt sich von selbst und ist so einfach, dass eigentlich gar keine Fragen offen bleiben.

Wer in das übersichtliche Menü oben rechts schaut, sieht zuerst „Malen und Löschen“ und damit ist schon das wichtigste gesagt. Man kann Farbe hinzufügen oder löschen. Zum Beispiel gibt es bei „Spray“ eine ganze Reihe verschiedener Sprühtechniken, Stift und Buntstift gehören ebenso zur Auswahl wie Wasserfarben-Malereien. Nicht in einer Option, bei der dann vielleicht noch der Stiftdruck und die Größe verändert werden können, sondern jeweils mit einer breiten Palette von verschiedenen Möglichkeiten. Wer ein bisschen im Bild malen will, und sei es nur, den Himmel ein bisschen gelb anzusprühen, wird hier schnell fündig und hat eigentlich alle Möglichkeiten.

Ebenfalls genauso übersichtlich ist der Punkt „Retouchieren“. Darin finden sich Aufheller, ein Reparatur-Werkzeug, Scharfzeichner und natürlich ein Kopierstempel. Und wer ein bisschen Colorkey verwenden will, kann auch Teilbereiche entsättigen und natürlich auch umgekehrt, farbige Bereiche mit mehr Farbe, sprich Sättigung, versehen.

Seine echte Stärke spielt Pixelmator bei den Verzerrungen aus. Die sind nicht wirklich plump – wir haben beim Bild nur mal kräftig zugelangt, damit man das auch sofort sieht – aber so lassen sich tatsächlich Effekte hinzufügen, die einigermaßen subtil daher kommen. Wie immer ist die Wirkung eine Frage der Dosis. Sehr angenehm fällt dabei auf, dass Pixelmator offenbar recht sparsam mit der Rechenleistung des iPads umgeht, die Effekte sind in Echtzeit zu sehen, es gibt quasi keine Wartezeiten, während das Programm die Eingabe berechnet. Andere Apps verlangen ihren Usern da ja manchmal schon einiges an Geduld ab.

Filter und Störungen sind unter „Effekten“ abgelegt. Dabei hat jedes Menü mehrere Optionen, bei Schwarzweiß beispielsweise kann noch Körnung hinzugefügt werden. Außerdem lassen sich mehrere Effekte nacheinander anwenden, wobei es da auch eine Sackgasse gibt. Wer zuerst einmal das Bild in schwarzweiß umgewandelt hat, kann anschließend keinen Farbeffekt mehr hinzufügen. Den Effekt gibt es dabei natürlich schon, aber die Farbe kommt nicht zum Tragen. Kleine Spielerei am Rande: Ganz am Ende verbirgt sich ein „Kaleidoskop“, mit dem das Bild in einen Makrokosmos umgewandelt werden kann. Auch hier gibt es mehrere Optionen, beispielsweise zur Zahl der Facetten.

Unter all den Apps mit Spielereien ist Pixelmator wirklich eine der guten. Das Programm läuft flüssig, die Bilder werden nicht kleingerechnet und die Bedienung ist intuitiv klar gegliedert.

Pixelmator für iPhone und iPad (4,99 Euro), ab iOS 9.0

Downloadgröße 101 MB, Entwickler: UAB Pixelmator Team, Version 2.2.1

https://itunes.apple.com/de/app/pixelmator/id924695435?mt=8

Foto-App Besprechung iPhone / iPad 03 / 2016

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