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Stephanie Sinclair: Kinderbräute

Bewegende Bilder von Alltagstragödien

Zur Visual Gallery at photokina 2010 zeigt die amerikanische Fotojournalistin Stephanie Sinclair Arbeiten ihrer einzigartigen Reportage über Kinderehe, für die sie das schwer zugängliche und komplexe Thema der Kinderhochzeiten weltweit fotografierte und somit eine breite Aufmerksamkeit für diese Alltagstragödie gewinnen konnte. Honoriert wurde ihre umfangreiche Arbeit durch ein Stipendium der Alexia Foundation, die Auszeichnung mit dem UNICEF-Foto des Jahres und dem Freelens Award im Rahmen des Lumix Festivals für jungen Fotojournalismus. Die Ausstellung wird von Epson Deutschland GmbH unterstützt.

Die zur Visual Gallery gezeigten Arbeiten sind Teil einer laufenden Fotoserie über Kinderhochzeiten, die Stephanie Sinclair zwischen 2003 und 2007 in Afghanistan, Nepal und Äthiopien fotografiert hat. Mit ihren Bildern macht die amerikanische Fotografin auf die Problematik aufmerksam, dass viele junge Mädchen, mit sehr viel älteren Männern verheiratet werden. Nach Angaben von UNICEF werden rund 82 Millionen Mädchen, die jetzt zwischen 10 und 17 Jahre alt sind, vor ihrem 18. Lebensjahr verheiratet, viele gegen ihren Willen. Vor allem in Afrika südlich der Sahara und in Südasien sind Kinderehen verbreitet, wird Heirat noch immer als wirtschaftliche Transaktion gesehen, die nichts mit den Wünschen der Verlobten zu tun habe. Vielmehr ist die Braut eine Handelsware, bei der gilt: je jünger, desto höher ist der zu erzielende Preis. Die Tradition der Kinderehe nimmt diesen Mädchen zumeist die Möglichkeit auf ein normales Leben, verhindert oftmals Freundschaften mit Gleichaltrigen, verweigert das Recht auf Bildung, treibt die jungen Frauen in die Unterwerfung, häusliche Gewalt und in gefährlich frühe Schwangerschaften.

Kurzvita Stephanie Sinclair

Stephanie Sinclair, Jahrgang 1973, schloss ihr Studium an der Universität von Florida mit einem Bachelor in Journalismus ab. Als Nebenschwerpunkt belegte sie künstlerische Fotografie. Nach dem Studium arbeitete sie für den Chicago Tribune, für den Sinclair über den Beginn des Krieges im Irak berichtete, verlegte bald ganz ihren Lebensmittelpunkt in den Nahen Osten. Mit ihren bewegenden Bildern thematisiert die amerikanische Fotografin Themen wie “Zwangsheirat” und “Gewalt”, porträtiert unter anderem Frauen, die sich selbst anzündeten – aus Angst, aus Scham, aus Verzweiflung. Beiträge von Stephanie Sinclair erscheinen regelmäßig im National Geographic, The New York Times Magazine, TIME, Newsweek, Stern, Marie Claire, in der deutschen Ausgabe von Geo und weiteren Publikationen.

photokina 08 / 2010

Stephanie Sinclair, A rose is held up to the face of Rokhshana Rahimi who is near death at Herat Public Hospital in Herat, Afghanistan on May 25, 2005.

"A rose is held up to the face of Rokhshana Rahimi who is near death at Herat Public Hospital in Herat, Afghanistan on May 25, 2005."
Stephanie Sinclair

Stephanie Sinclair, Faiz Mohammed, 40, and Ghulam Haider, 11, sit in her home prior to their wedding in the rural Damarda Village, Afghnanistan on Sept. 11, 2005.

"Faiz Mohammed, 40, and Ghulam Haider, 11, sit in her home prior to their wedding in the rural Damarda Village, Afghnanistan on Sept. 11, 2005."
Stephanie Sinclair


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