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Chad Coombs - Expired

Erstmals in Europa präsentiert die Candela Project Gallery in München Arbeiten des kanadischen Fotokünstlers Chad Coombs. Die Ausstellung „Expired“ – zu sehen noch bis zum 3. Juni 2011 – zeigt eindrucksvolle Fotocollagen, welche die Möglichkeiten der analogen Sofortbildfotografie mit digitaler Bildbearbeitung kombinieren. In seiner Serie „Polaroid“ schafft Chad Coombs surreale Bildwelten an der Grenze zwischen Fotografie und Malerei. Als Grundlage der Arbeiten dient dem Künstler im Internet vorgefundenes Bildmaterial, das er am Computer collagiert, mit einer Polaroidkamera abfotografiert und das erhaltene analoge Bild anschließend mit Griffel oder Pinsel in Form von Kratzungen und Manipulationen an der Fotoschicht bearbeitet.

Coombs greift auf gestalterische Ansätze verschiedener Epochen, wie Jugendstil, Surrealismus und Expressionismus zurück und überführt diese in einen neuen Zusammenhang. Die Porträtierten werden in konstantem Bildaufbau hell vor dunklem Hintergrund inszeniert und erscheinen dem Betrachter in kontextlosem Bildraum unnatürlich, maskenhaft. Durch die Akzentuierung von Gesichtspartien anhand von Übermalungen, Vergrößerungen und Vervielfältigungen einzelner Elemente werden die Gesichter verfremdet und teilweise bis zur Unkenntlichkeit verzerrt. Zusätzlich verarbeitet Coombs Textauszüge aus Liedern und Gedichten, die er in modifizierter Form in einzelne Werke integriert. In einem Spektrum das von überhöhter Makellosigkeit bis hin zu entstellender Deformierung reicht, kontrastiert Coombs vollendete Schönheit mit der verformten Fratze und löst diesen Gegensatz in einer traumhaft anmutenden Ästhetik auf. In Zusammenarbeit mit dem Künstler hat die Candela Project Gallery die Polaroids nun als hochwertige C-Prints in limitierter Edition aufgelegt. Ausgestellt werden die echtglas-kaschierten Werke in zwei Großformaten. Darüber hinaus sind ausgewählte Polaroids im Original zu sehen, um das aufwändige Verfahren der Collagierung zu verdeutlichen.

Über den Künstler

Chad Coombs wurde 1982 in Saskatoon, Kanada geboren. Seine frühe Beschäftigung mit der Malerei war von Umerziehungsversuchen des eigentlichen Linkshänders und einer nur ungenügend korrigierten Fehlsichtigkeit beeinträchtigt. Der Fotoapparat ermöglichte dem nur einseitig sehenden Jugendlichen schließlich, seine Sehbehinderung zu akzeptieren und positiv umzusetzen. Mit seinen Werken möchte Coombs in der Tradition Richard Avedons aufrütteln und verstören und den Betrachter so zum Fühlen und Denken anregen. Zentrale Motive sind die Probleme der globalisierten Welt, die er teils sehr subtil wie in der Serie „Future Wildlife Portrait“, teils mit radikaler Brutalität wie in der Serie „Photoganda“ festhält. Zu seinen größten Erfolgen zählt 2008 die Einladung des David LaChapelle Studios nach New York und die zweiwöchige Arbeit mit dem Team des Fotografen.

Über die Candela Project Gallery

Die Candela Project Gallery mit Sitz im Münchener Glockenbachviertel wurde 2008 mit dem Ziel gegründet, ein internationales Portal für herausragende zeitgenössische Fotokunst zu schaffen. In München ist sie die bislang einzige Galerie, die sich ausschließlich auf die Präsentation und Vermittlung von Gegenwartsfotografie spezialisiert hat. Neben etablierten Positionen aus der internationalen Fotoszene werden auch junge, noch unbekannte Talente vertreten. Ein besonderes Anliegen ist die gezielte Förderung aufstrebender, internationaler Nachwuchskünstler. Ihnen bietet die Candela Project Gallery mit jährlich mindestens drei Ausstellungen in den Galerieräumen oder an temporären Off-Locations die Möglichkeit, sich und ihre Arbeit vorzustellen. Die Candela Project Gallery vertritt zur Zeit die Künstler Albrecht von Alvensleben, Benjamin A. Monn, Chad Coombs, Erin Mulvehill, Hans Strand, Irek Kielczyk und Lenz Mayer.

www.candela-project.com

Fotoausstellungen 03 / 2011

Chad Coombs

Chad Coombs

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Chad Coombs

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Chad Coombs

Chad Coombs

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