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Systemkameras mit Wechseloptik

Systemkameras mit Wechseloptik sind noch eine recht neue Kameraklasse, die erstmals 2008 von sich reden machte. Inzwischen haben sich Systemkameras mit Wechseloptik fest im Markt etabliert. Über 20 verschiedene Modelle sind im Markt anzutreffen. Klein, schön und keineswegs nur für Frauenhände sind die spiegellosen Systemkamera-Neuheiten im Fotoherbst 2011. „Trotz ihrer kompakten Abmessungen und des geringen Gewichts sind sie vollgestopft mit modernster Technik, die einfach zu perfekten Fotos und Videos führt. Systemkameras erfüllen in vieler Hinsicht selbst professionelle Ansprüche“, so Christoph Thomas, Vorsitzender des Photoindustrie-Verbandes.

Sensorformat und Megapixel

Mit bis zu mehr als 24 Megapixel erreicht die Klasse der kompakten Systemkameras Profiqualität. Sensorformate von Micro Four Thirds bis APS-CHD konkurrieren hier mit solchen aus dem Premiumbereich der Kompaktkameras mit einer Größe von 2/3 Zoll. Letztere ermöglicht die Miniaturisierung von Kameras und Wechselobjektiven, wie es bisher bei den Kompaktkameras der Premiumklasse möglich war, die ähnlich große Sensoren verwenden. Der Sinn von kleineren Sensoren liegt darin, dass sie den Bau kleinerer Kameras und kleinerer Objektive ermöglichen. Größere Sensoren erlauben mehr Pixel oder höhere ISO-Empfindlichkeiten bei weniger Rauschen.

Jeder kann mit jedem

Das geringere Auflagemaß des Objektivanschlusses der spiegellosen Systemkameras macht es einfacher, per Adapter Fremdobjektive an diesen Geräten zu verwenden. Manche Hersteller bieten für die SLR-Objektive eigener Herstellung selbst solche Adapter für deren Verwendung an den spiegellosen Systemkameras an. Einige davon können auch die AF-Funktionen der ursprünglichen SLR-Objektive nutzen. Für den Einsatz von Objektiven anderer Hersteller gibt es für fast alle wichtigen Marken Adapter, die diesen Objektiven in der Welt der spiegellosen Systemkameras ein neues Leben erschließen.

Sucher wird zum Finder

Bessere Auflösung, hoher Kontrast und gesteigerte Helligkeit zeichnen die Monitore der Systemkameras mit Wechseloptik aus, die nicht nur immer größer werden, sondern als Touchscreens auch per Fingerzeig die Kamerasteuerung inklusive Autofokuseinstellung ermöglichen, so der Photoindustrie-Verband. OLED-Monitore und elektronische Sucher halten mehr und mehr in dieser Kameraklasse Einzug. Erstmals sind nun auch hochauflösende, elektronische Sucher mit OLED-Technik zu finden. Sie liefern ein besonders klares, kontrastreiches Sucherbild, das auch schon vor der Aufnahme die Auswirkungen der Kameraeinstellung auf das Bildergebnis erkennen lässt.

Wie die Bilder schneller laufen

Erhöhte Prozessorleistung und schnellerer Autofokus steigern nicht nur die Bildqualität, auch die Videoaufnahmen werden besser. Full HD mit voller Auflösung von 1.980 × 1.080 und 50 Vollbilder in der Sekunde werden auch in dieser Klasse zum Standard und sorgen für scharfe Videobilder, auch von sich sehr schnell bewegenden Objekten. Immer häufiger bei aktuellen Modellen ist die Option, mit Systemkameras gleichzeitig fotografieren und filmen zu können. Allerdings erreichen die Fotos in dieser Funktion noch nicht ganz die höchstmögliche Fotoauflösung der jeweiligen Kamera.

Powerzooms und lichtstarke Festbrennweiten

Das Objektivangebot der kompakten Systemkameras übertrifft bereits das der klassischen SLR-Linien. Das liegt vor allem an der Adaptierbarkeit von Objektiven aus dem SLR-Bereich. Aber auch die eigenen Wechselobjektivlinien für diese Kamerakategorie werden kontinuierlich ausgebaut und mit speziellen Funktionen ausgestattet. Lichtstarke Festbrennweiten erweitern ebenso das Angebot wie die sogenannten Powerzooms mit motorischer Brennweitenverstellung. Letztere sind mit ihrer sanften, gleichmäßigen Zoomsteuerung vor allem für Videofilmer eine Bereicherung, so der Photoindustrie-Verband. Asphärische Linsen und solche mit speziellen Brechungsindizes sowie mit innovativer Nanovergütung tragen zur höheren Bildqualität bei. Selbst physikalisch nicht korrigierbare Abbildungsfehler, wie Verzeichnungen oder Randabschattungen, werden immer perfekter über die Firmware korrigiert. Auch können bei immer mehr Objektiven durch ergonomisch platzierte Tasten Funktionssteuerungen der Kamera direkt am Objektiv-Tubus vorgenommen werden. Es gibt bei manchen Modellen mehrere Modi zur Bildstabilisierung, die zum Teil auch Mitzieheffekte erlauben.

Spezielle Schnittstellen für innovatives Systemzubehör

Auch die Schnittstellen für den Anschluss und die digitale Steuerung von Zubehör, wie Blitzgeräte, elektronische Aufstecksucher, externe Monitore oder Stereomikrofone, erweitern die Einsatzmöglichkeiten und Funktionen der Kameras. Selbst winzige Module für die drahtlose Übertragung der Bilddaten auf einen PC oder auf ein Smartphone lassen sich hier anbringen, wenn diese Funktionalität nicht schon in die Kamera selbst integriert wurde. Auch Module für die Standortbestimmung und die Übernahme ortsbezogener Daten in die Bilddatei sind als optionales Zubehör für die Kameraklasse erhältlich.

Spezialeffekte

Viele kreative Spezialeffekte, wofür früher eine spezielle Bildbearbeitungssoftware benötigt wurde, können die neuen Systemkameras bereits bei der Aufnahme realisieren. Dazu gehören nicht nur künstlerische HDR- und/oder Miniatureffekte, die selektive Farbgebung oder dramatisch wirkende Kontraste, sondern auch die Erstellung eindrucksvoller Panoramafotos in 2D oder 3D. Schwarzweißbilder mit unterschiedlichen Anmutungen früherer Filmtypen und monochrome Tonungen gehören schon fast zu den Standardfunktionen dieser Kameras. Die Kameras verfügen nicht nur über eine Gesichtserkennung, die automatisch Belichtung und Schärfe bevorzugt auf Gesichter legt, sie können die Personen auch identifizieren und sich eine bestimmte Anzahl einmal registrierter Personen merken und deren Namen im Display anzeigen.

Faszination Fototechnik 09 / 2011

Dieter Tuschen, Cameltours

Blende ,“Cameltours”
Dieter Tuschen


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