Prophoto GmbH

Objektive für jede Gelegenheit

Spiegelreflexkameras und zunehmend auch solche ohne Spiegel bieten den großen Vorteil, dass sich ihre Objektive austauschen lassen. So stehen dem Fotografen fast unbegrenzte Möglichkeiten offen, denn jedes Objektiv hat andere Eigenschaften.

Eine Übersicht:

Normalobjektive: Sie vermitteln einen Bildeindruck wie er in etwa auch dem des menschlichen Auges entspricht. Maßgebend dafür ist nicht etwa die Brennweite, wie oft angenommen wird, sondern der Bildwinkel. Bei einem Normalobjektiv entspricht dieser in etwa der Bilddiagonalen. Natürlich lässt sich daraus wieder die Brennweite berechnen. Sie beträgt beim Kleinbildfilm etwa 50 mm, bei Digitalkameras mit APS-C-Sensor um die 35 mm und bei Mittelformat ganze 80 mm. Normalobjektive sind meist ein Garant für überragende optische Eigenschaften. Was mit einer Normalbrennweite aufgenommen wurde, erscheint so, wie es der Betrachter auch sieht.

Teleobjektive: Weiter Entferntes größer abzubilden, ist die wichtigste Eigenschaft eines Teleobjektivs. Natur- und Sportfotografen kommen ohne solche Spezialobjektive nicht aus. Die besten Abbildungsleistungen bieten dabei sogenannte apochromatische Objektive, bei denen die chromatische Abberation korrigiert ist, kurz auch „Apo“ genannt. Sie haben durch eine spezielle Konstruktion überragende Abbildungseigenschaften, liefern schärfere und kontrastreichere Aufnahmen. In Fotos, die mit großer Brennweite aufgenommen werden, rücken in der Tiefe gestaffelte Bildteile näher zusammen. Leichte Telebrennweiten sind die bevorzugten Porträtobjektive, weil sie die natürliche Gesichtsform vorteilhaft abbilden. Außerdem lassen sich mit lichtstarken Teleobjektiven Hauptobjekte zuverlässig gegen einen unscharfen Hintergrund freistellen.

Weitwinkelobjektive: Objektive mit Brennweiten unterhalb der Normalbrennweite heißen Weitwinkelobjektive. Sie bilden einen größeren Bereich ab als es der natürlichen Wahrnehmung entspricht und eignen sich deshalb gut, um beispielsweise kleine Räume groß darzustellen. Vor allem für Digitalkameras gibt es inzwischen Ultraweitwinkelobjektive mit zum Teil nur wenigen Millimetern Brennweite. Solche extremen Weitwinkelobjektive verzerren allerdings stark und sind für Personenaufnahmen nur mit Einschränkungen zu gebrauchen. Wer allerdings nah ran will ans Geschehen, für den ist ein Weitwinkelobjektiv das Richtige.

Fisheyeobjektive: Einen Rundumblick kann ein Fotograf mit einem Fisheyeobjektiv erhalten. Manche dieser Spezialobjektive bilden nahezu 180 Grad Bildwinkel ab. Damit sind Aufnahmen mit verblüffenden Effekten möglich – allerdings nicht von Menschen, die sonst ein sehr verzerrtes Gesicht hätten. Durch ihre geringe Brennweite haben Fisheyeobjektive eine sehr große Schärfentiefe, fast alles wird scharf abgebildet.

Makroobjektive: Wer kleine Dinge formatfüllend abbilden will, braucht ein Makroobjektiv. Damit kann das Motiv oft in Originalgröße aufgenommen werden. Was in echt drei Zentimeter groß ist, wird auch auf Film oder Chip drei Zentimeter groß abgebildet (Maßstab 1:1). Manche Objektive ermöglichen sogar Vergrößerungen von 4:1, das heißt, das Motiv ist im Bild viermal größer als in Wirklichkeit. Objektive, die solche großen Vergrößerungen ermöglichen, lassen sich manchmal aber konstruktionsbedingt nur für Nahaufnahmen einsetzen, weil sie weiter entfernte Objekte nicht mehr scharf abbilden können. Die meisten Makroobjektive ermöglichen allerdings eine durchgehende Schärfeeinstellung von Nah bis unendlich.

Shiftobjektive: Wenn beim Fotografieren die Kamera schräg nach oben oder unten gehalten wird, dann werden parallel verlaufende Linien nicht mehr parallel abgebildet. Gebäudekanten verjüngen sich so beispielsweise nach oben hin, man spricht von „stürzenden Linien“, das Gebäude kippt nach hinten. Wenn es nicht möglich ist, einen erhöhten Standort einzunehmen, um so die Kamera waagerecht halten zu können, kann ein Shiftobjektiv helfen. Durch seine spezielle Konstruktion ermöglicht es dem Fotografen, zusätzliche Höhe zu gewinnen, ohne auf eine Leiter zu steigen. Es wird hauptsächlich in der Architekturfotografie eingesetzt.

Zoomobjektive: decken größere Brennweitenbereiche ab und können entsprechend vielseitig eingesetzt werden. Vor allem hochwertige neue Objektive fallen dabei gegenüber Festbrennweiten in Sachen Bildqualität kaum ab.

Fotografieren in der Praxis 12 / 2011

Murmeltier als Fotograf, Gernot Pohl

“Murmeltier als Fotograf”
Gernot Pohl


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