Prophoto GmbH

Das bringt das photokina-Jahr 2012 - Innovationen soweit das Auge reicht

Kameras werden intelligenter, das Fotografieren und Bearbeiten der Fotos kreativer, die Kommunikation mit Bildern über Netzwerke wird Standard, das Verwalten, Auffinden und Lokalisieren durch automatische Personen- und Motiverkennung wird zum Kinderspiel.

Das technisch perfekte Foto in jeder Situation ist nahezu von jedermann und mit jeder Kamera zu realisieren. Dazu ist weder handwerkliches Können noch umfassendes fototechnisches Wissen erforderlich. Ein Schuss, ein Treffer! In den letzten drei Jahren wurde die Digitalfotografie in all ihren Möglichkeiten von der Aufnahme über die Verwaltung bis hin zur Bildbearbeitung kontinuierlich weiterentwickelt und vereinfacht, dass jedem auf Anhieb vorzeigbare Fotos gelingen – frei nach George Eastmans Devise „You push the button, the camera does the rest.“

Knipser, ambitionierte Fotografen und Profis verwenden für viele Aufgaben das gleiche Werkzeug und erhalten eine vergleichbare Bildqualität. Intelligente Automatiken helfen dabei. Die künstliche Intelligenz der Kameras – ob Smartphone, Kompakt-, digitale Spiegelreflex- oder kompakte Systemkamera – sorgt automatisch dafür, dass, der jeweiligen Situation angepasst, Schärfe, Kontrast, Belichtung und Farbwiedergabe optimal eingestellt und wiedergegeben werden. Durch die elektronische Anzeige des Motivs auf dem Display oder im Sucher, kann der Fotograf vor der Aufnahme sehen, wie das Bild mit den aktuellen Voreinstellungen aussehen wird.

Nach dem Prinzip „Das Bessere sei des Guten Feind“, wird die Messlatte dafür, was als technisch perfektes Foto empfunden wird, von der Industrie Jahr für Jahr höher gelegt. Die mögliche Folge: eine vermeintliche Gleichmachung der Fotografien. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall: Hochwertige Kameras erlauben die individuelle Beeinflussung sämtlicher Parameter und zeigen die Auswirkung der Eingriffe auf das zu erwartende Bild im Display an. Das bedeutet mehr kreative Einflussnahme bei reduziertem Risiko, eine Aufnahme zu verderben.

Verbraucher sind es gewöhnt, Fotos über Displays zu betrachten, womit auch die Begeisterung für bewegte Bilder, sprich Videos, steigt. Der Camcorder als bevorzugtes Aufnahmegerät für Videos tritt hinter den foto- und videofähigen Smartphones und Digitalkameras zurück. Die Videofunktionen der Kameras werden erweitert und ermöglichen nicht nur das Schneiden in der Kamera, sondern, ebenso wie beim Fotografieren, das Hinzufügen digitaler Filtereffekte.

Bessere Bildqualität durch höhere Auflösungen sowie datenintensive hochwertige Videos setzen größere Kapazitäten und kürzere Transferraten bei den Speichermedien voraus. Zu Beginn des Jahres 2012 wurden bereits Speicherkarten mit bis zu 128 GB (SDHC und SDXC) sowie 256 GB (CF UDMA7) angekündigt. Das ist mehr als manches Notebook früher als Festplatte mitbrachte.

Die Isolation der Systeme wird aufgeweicht. Immer mehr Kameras können über Adapter immer mehr Objektive anderer Hersteller nutzen. Das erleichtert den Umstieg von einem System zum anderen und erweckt alte Spezialobjektive zu neuem Leben.

Die Frage nach Phasen- oder Kontrastautofokus wird obsolet. Beide Systeme werden ständig verbessert und stellen schneller und präziser scharf. Hybridsysteme und innovative Verfahren, die den Bildsensor zur Unterstützung nutzen und selbst bei wenig Licht zum Ziel führen, sind nicht mehr systemabhängig und somit auch nicht mehr nur den DSLR-Kameras vorbehalten. Gleichzeitig werden die Motoren für den AF-Antrieb und die Brennweitenverstellung bei den Powerzooms immer leiser, um den guten Ton bei Videoaufnahmen nicht zu stören.

Die komplexen Parameter für die Erzielung optimaler Ergebnisse ebenso wie die größeren Dateien, wie sie eine hohe Auflösung oder 3D- beziehungsweise Full-HD-Videos erfordern, lassen die Anforderungen an die Rechenkapazitäten und die Leistungsfähigkeit der verwendeten Algorithmen steigen. Hochleistungsprozessoren und ständige Firmware-Updates sind die Voraussetzung für weitere Qualitätssteigerungen, beispielsweise bei der Erhöhung der ISO-Empfindlichkeiten und der damit notwendig werdenden Rauschunterdrückung. ISO-Empfindlichkeiten bis zu ISO 208.000 sind bereits realisiert. Integrierte HDR-Funktionen erlauben eine gezielte Kontrastinterpretation und ermöglichen präzise Detailzeichnung in Lichtern und Schatten. Da reicht bereits das Mondlicht für gelungene Fotos.

Immer mehr Kameras für Foto sowie für Video bieten 3D-Funktionen für Aufnahmen mit Raumwirkung. Bisher waren für das Erlebnis des 3D-Effekts spezielle Projektoren, Monitore oder TV-Geräte und eine Spezialbrille erforderlich. Jetzt kann die Tiefenwirkung stereoskopischer Fotos und Videos auch ohne Brille wahrgenommen werden. Außerdem ist das Raumerlebnis nicht mehr nur auf die Darstellung per Projektion oder Display beschränkt. Auch die Print-Studios haben mit der Lenticular-Technik nun einen Weg gefunden, Fotobücher und Fotos bis zur Postergröße mit 3D-Effekten zu versehen.

Die Nutzung von Bildern zur Kommunikation mit Freunden oder mit der Familie über Internetplattformen wie YouTube, Facebook und flickr nimmt weiter zu. Dem tragen auch die Kamerahersteller Rechnung, die immer häufiger ihre Geräte mit WiFi-Funktionalität ausrüsten, über die sich die Bilder schneller auf andere Geräte übertragen und ins Netz stellen lassen. Die SD Association hat gerade eine neue Spezifikation für SD-Speicherkarten mit WiFi-Funktionalität verabschiedet.

Ebenso wird die GPS-Funktion immer häufiger in Kameras integriert. In Kamerahandys und Smartphones gehört sie längst zum Standard, um Fotos später automatisch dem Aufnahmestandpunkt zuordnen zu können. Die vom Smartphone gewohnte Touchscreen-Menuführung hält immer häufiger auch bei den Kameradisplays Einzug.

Softwaregesteuerte Bildoptimierung zum Ausgleich konstruktionsbedingter Objektivschwächen oder Abbildungsfehler erweitert die Möglichkeiten in der Objektivherstellung und gestattet den Bau kleinerer, preiswerterer Objektive. Wo früher teure Linsensysteme benötigt wurden, reicht heute manchmal eine digitale Korrektur. Software sprengt nicht nur die physikalischen Grenzen der Objektive und erweitert ihre Einsatzmöglichkeiten. Sie macht auch völlig neue Aufnahmetechniken möglich und erlaubt es, automatisch mehrere Einzelaufnahmen zu einem neuen optimalen Foto zu kombinieren. So werden Belichtungs- oder Fokusreihen zu 3D- oder HDR-Bildern zu durchgängig scharfen Fotos zusammengesetzt. Indirekt belebt diese Art Software auch das Zubehörgeschäft, da die Multishot-Techniken beispielsweise stabile und präzise Ausrichthilfen und Stative erfordern.

Die Anwendung rückt stärker in den Vordergrund. Die Verbraucher haben mehr Optionen, womit und wie sie was fotografieren wollen. Sie können zwischen kleinen Kameras mit kleinen Sensoren und großen Modellen mit großen Sensoren wählen. Je nachdem, wofür sie das jeweilige System nutzen, kann jedes auf seine Art die optimale Wahl sein.

photokina 02 / 2012


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