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Apochromat

Die meisten Photographen benutzen nur die Kurzform für die Flaggschiffe der Objektivbaukunst: Apo. Dahinter verbirgt sich eine aufwändige Konstruktion, die die so genannte chromatische Abberation beseitigt und mit vollen Namen „Apochromat“ heißt. Besonders hochwertige Objektive sind als Apochromaten konstruiert, alle anderen Objektive als Achromaten. Vor allem bei Offenblende und bei großen Vergrößerungen spielen Apo-Objektive ihr ganzes Können aus. Sie liefern meist eine deutlich bessere Bildqualität als herkömmliche Objektive.

Die chromatische Abberation entsteht, wenn Licht durch eine Linse fällt. Dabei wird Licht unterschiedlicher Wellenlänge unterschiedlich stark gebrochen (Dispersion). So wird für blaues Licht eine kürzere Brennweite benötigt als für rotes Licht, um einen Lichtstrahl auf den gleichen Punkt zu fokussieren. Zu sehen ist dieses Phänomen auch, wenn Licht durch ein Prisma fällt. Bedingt durch diese chromatische Abberation werden die drei Grundfarben nicht exakt an der gleichen Stelle gebündelt, es entsteht auf dem Film oder Chip ein Bild mit vermindertem Kontrast.

Auch das menschliche Auge hat mit der chromatischen Abberation zu kämpfen. Die Linse kann sich nur an eine Farbe exakt anpassen. Werden Objekte mit im Spektrum weit auseinander liegenden Farben betrachtet, ist das unangenehm. Die Farbabweichung kann besonders am Übergang von Weiß zu schwarz beobachtet werden.

In der Photographie begegnet man diesem Effekt, indem beim Objektivbau Linsen verschiedener Dispersion verwendet werden, so dass die Farben Rot und Blau (sie weichen am stärksten voneinander ab) wieder zusammengeführt werden. Diese Objektive sind Achromaten. Wird dann noch die Farbe Grün korrigiert, spricht man von einem apochromatischen Objektiv.

Chromatische Abberation äußert sich durch Farbsäume, Unschärfen und mangelnde Kontraste. Auch die Wiedergabe von Details ist entsprechend eingeschränkt. Bei Apo-Objektiven sind diese Fehler beseitigt, sie zeichnen sich durch weit höhere Abbildungsleistungen aus. An „normalen“ Objektiven können diese Abbildungsfehler minimiert werden, indem nicht bei offener Blende photographiert wird. Meistens bringt ein Objektiv seine beste Leistung, wenn zwei bis drei Stufen abgeblendet wird. Apochromatische Objektive zeichnen sich auch dadurch aus, dass sie bei vollständig geöffneter Blende brillante Bilder garantieren, die auch in den Randbereichen gestochen scharf sind.

Faszination Fototechnik 08 / 2007

Apochromat

"Apochromat"
Moritz Maler


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