175 Jahre Fotografie - Ein Jubiläum

Als die Herren Niépce, Daguerre und Fox-Talbot vor nunmehr 175 Jahren die ersten fotografischen Verfahren entwickelten, ahnte noch niemand, welche Bedeutung dieses Medium einmal erlangen sollte. War die Fotografie in ihren Anfängen nur ganz wenigen Personen vorbehalten, hat sie spätestens mit ihrer Digitalisierung weltweit die Massen erreicht. Heute, 175 Jahre nach ihrer Erfindung, verfügt in weiten Teilen der Welt nahezu jeder über mindestens ein Aufnahmegerät - verbunden damit ist eine gigantische Zahl an Bildern, die uns umgeben, ob im privaten oder öffentlichen Raum, wie beispielsweise Flickr, mit weit mehr als 8 Milliarden Aufnahmen.
Nicéphore Niépce & William Henry Fox Talbot
Kodak Georg Eastman mit seiner Kodak-Kamera
Am 19. August 1839 wurde die Fotografie offiziell mit allen technischen Details in Paris öffentlich bekanntgemacht. Miniaturmaler und Chemiker, Glücksritter und Spekulanten, Künstler, Dilettanten und Gelehrte begeisterten sich gleichermaßen für das neuartige Verfahren, ein präzises Abbild ohne Zuhilfenahme von Zeichnung oder Malerei festzuhalten. Ein Menschheitstraum war Wirklichkeit geworden. Schätzungsweise eine Million - aus heutiger Sicht eine geringe Anzahl - der meist kleinformatigen, ohne Negativ auf versilberten Kupferplatten fixierten Daguerreotypien sind in den ersten zwanzig Jahren der Fotografiegeschichte angefertigt worden, die Mehrzahl Porträts.
Seit ihrer Erfindung ist die Fotografie bis heute von Innovationen mit zahlreichen Meilensteinen geprägt. Technische Neuerungen, die die sogenannte Zeit der modernen Fotografie um 1880 einläuten, sind Trockenplatten, Amateurkameras mit Rollfilm, Vergrößerungsgeräte und schnelle Verschlüsse. Alle Weiterentwicklungen hatten zum Ziel, die Fotografie massentauglich zu machen. Die Amateurfotografie ab Ende des 19. Jahrhunderts ist gekennzeichnet durch die sogenannten Boxkameras. Das Konzept wurde ursprünglich in den USA entwickelt: eine möglichst einfach zu bedienende, preiswert herzustellende Kamera, die mit Rollfilm arbeitete.
Früheste Aufnahme eines Daguerreotypisten entstanden um 1843
Leica Oskar Barnack
In den zwanziger und dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts erlebt die Fotografie bis dahin ihren größten Höhenflug mit der Erfindung der Kleinbildfotografie und des Farbfilms. Der Siegeszug, der mit der Entwicklung des ersten CCD-Chips 1970 beginnt, setzt sich mit der Digitalisierung fort, der die Fotografie revolutioniert und ganz neue Dimensionen schafft. Ab Mitte der 1980-er Jahre erscheinen die ersten kommerziell erhältlichen Digitalkameras, die noch als Still Video Cameras bezeichnet werden. Durch die Vorstellung erster Profikameras ab 1991 gewinnt die Digitalfotografie zunehmend an Bedeutung. In den folgenden Jahren wird die Bildauflösung der Digitalkameras kontinuierlich gesteigert, neue Features, wie die Integration der Videofunktion, erhalten ebenso Einzug wie aktuell der kabellose Datentransfer.

Einher mit der Digitalisierung geht eine zuvor noch nie dagewesene Vielfalt an Aufnahmegeräten, die neue Bilderwelten entstehen und die Anzahl der „Klicks“ weltweit ins Unermessliche auf schätzungsweise 180.000 in der Sekunde steigen lässt.

Wir sind dementsprechend umgeben von einer Welt der Bilder, im Privaten wie im öffentlichen Raum. Bilder sind das Kommunikationsmittel unserer Zeit - es sind ihre Kraft und ihre Macht, die jeden von uns begeistert und in den Bann zu ziehen vermag. Sprachliche Barrieren kennen Fotografien nicht.

Der Mensch, das Augenwesen, braucht Bilder, denn er denkt in diesen und nur mit ihnen lassen sich Erinnerungen dauerhaft konservieren.

Steve Sasson, der Erfinder der Digitalfotografie, damals noch in Diensten von Kodak.
175 Years Photography
Die Förderer der Gemeinschaftsaktion „Der größte Photoglobus der Welt“ verfolgen anlässlich des Jubiläums „175 Jahre Fotografie“ und der photokina 2014 das Ziel, eine noch nie dagewesene Bilderzeitreise durch die Jahrzehnte der Fotogeschichte entstehen zu lassen. Die Bandbreite an eingefangenen Motiven, so die einhellige Meinung, ist mit dem technologischen Fortschritt nicht nur mannigfaltiger geworden, sondern auch die Art und Weise, wie sie in den Fokus gerückt wird. Jede Zeit bringt ihre Vorliebe für bestimmte Motive, aber auch für Experimente hervor - das wird die Gemeinschaftsaktion „Der größte Photoglobus der Welt“, so die Vision, nachhaltig über das Portal www.photoglobus.de sowie auf der photokina 2014 im September visualisieren.
Unsere Sponsoren:

Eine Gemeinschaftsaktion der photokina Veranstalter und der Mitglieder des Photoindustrie-Verbandes.