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Neue Dimensionen der Bildkommunikation

Am 23. September öffnet die weltweit größte Messe der Photo- und Imagingbrache, die photokina 2008, in Köln ihre Tore und präsentiert den Besuchern aus aller Welt eine neue Dimension der Bildkommunikation von der Aufnahme bis zur Ausgabe. Wer im Bilde sein und bleiben möchte, der kommt um die photokina und ihre Innovationen, nicht umhin.

Der vor gut einem Jahrzehnt eingeleitete Wechsel zur Digitaltechnik hat der Photographie das Tor zu einer komplett neuen Welt der Bilder aufgestoßen. Galten zu Beginn der digitalen Photographie in erster Linie alle Anstrengungen dem Ziel, mit der gewohnt hohen Qualität der auf Film aufgenommenen Bilder gleichzuziehen, so geht es heute darum, herkömmliche Grenzen zu sprengen und in völlig neue Dimensionen der Bildkommunikation vorzustoßen. Es wächst zusammen, was bisher noch nicht zusammenfand.

Trend 1: Photographien werden multifunktional
Ganz gleich, ob sie als Illustration ein Dokument ergänzen oder als einzelnes Hochglanzphoto ins Album geklebt, in der Brieftasche mitgeführt oder gerahmt an die Wand gehängt werden sollen - Photos sind multifunktional geworden. Die in ihnen gespeicherten Informationen lassen sich vielseitig auswerten und nutzen. Sie lassen sich mit Datenbanken verknüpfen, um zusätzliche Informationen zu erhalten.

Bilddatensätze von Kameras der jüngsten Generation, wie sie auf der photokina 2008 gezeigt werden, enthalten nicht nur Informationen über alle Aufnahmeparameter sondern auch die Koordinaten des Aufnahmestandpunkts. Über ein integriertes WLAN-Modul können Photos direkt in Internetalben geladen werden. Doch damit nicht genug: Durch die integrierte WLAN-Technologie, kann sich die Kamera mit Datenbanken verbinden, die beispielsweise darüber Auskunft geben wie das Gebäude heißt, wann es erbaut wurde, zu welchem Zweck es dient oder auch welche historische Bedeutung ihm beigemessen wird. Die Aufnahmen können auch auf fremde Handys übertragen werden, so dass der Empfänger so zum Ort der Aufnahme navigiert wird. Aber es geht noch weiter: Über die Datenbankverknüpfung erfährt der Photograph nicht nur, wo er ist und was er photographiert hat, er kann auch abfragen, was es um ihn herum noch an Sehenswürdigkeiten gibt oder wo sich das nächste Restaurant befindet.

Trend 2: Immer nur Lächeln? – intelligente Gesichtserkennung
Weit mehr als ein komplexes Werkzeug zur Optimierung von Porträtaufnahmen ist die seit kurzem in die Kameratechnik integrierte Gesichtserkennung. Diente sie anfänglich dazu, Gesichter im Motiv auszumachen, um dann Schärfe und Belichtung auf diese zu optimieren, so können fortschrittliche Verfahren nicht nur eine große Anzahl von Menschen im Bild erkennen, sondern diese auch unterscheiden und deren Mimik interpretieren. Die Kamera weiß, ob jemand lächelt oder grimmig schaut und kann dies beispielsweise dazu nutzen, beim Lächeln einer Person automatisch auszulösen. Komplexere Verfahren können zudem Gesichter auch wiedererkennen. Wurde einer Personenaufnahme in der Kamera eine Identität, also ein Name zugeteilt, so kann die intelligente Steuerung alle folgenden Aufnahmen dieser Person automatisch in einem bestimmten Ordner ablegen und dem Namen der Person zuordnen. Gesichtserkennung spielt nicht nur für die Aufnahme eine wichtige Rolle. Auch bei der Kontrolle, beispielsweise einer Gruppenaufnahme, kann bei der Wiedergabe eines Photos durch die Gesichtserkennungsfunktion schnell und sicher überprüft werden, ob auch alle Personen optimal getroffen wurden, ob jemand die Augen geschlossen hatte oder gerade das Gesicht verzog.

Trend 3: All together now - die Vernetzung digitaler Welten
Die größte Herausforderung der digitalen Photographie ist die Typenvielfalt der Geräte, mit denen sich Photos aufnehmen, darstellen, übertragen, empfangen und speichern lassen. Damit diese alle problemlos miteinander kommunizieren und interagieren können, bedarf es komplexer Technologien und Software. Betrachtet man allein die Vielzahl unterschiedlich großer Displays mit variierendem Seitenverhältnis, wird deutlich, welche komplexe Technik allein dazu erforderlich ist, Photos mit unterschiedlichen Pixelzahlen, Seitenverhältnissen und Speicherformaten optimal darstellen zu können. Die Digitaltechnik liefert zwar die Voraussetzung dazu, doch erst die Softwareindustrie stellt das erforderliche Nervensystem zur Zusammensetzung der Nullen und Einser zu optimalen Bildern auf möglichst vielen miteinander kommunizierenden Geräten zur Verfügung. Auch die Umwege über analoge Übertragungswege wie den traditionellen AV-Ausgang der Kameras, über den das Photo zum Fernseher transportiert und dort oftmals mit enttäuschender Qualität wiedergegeben wurde, gehören der Vergangenheit an. Über die genormte HDMI-Schnittstelle erscheinen die Photos auf den neuen HDTV-Bildschirmen jetzt in optimaler Qualität.

Trend 4: Der Kick nach dem Klick
Mit der digitalen Bilddatei sind gute Bildergebnisse berechenbar geworden. Neben der Anpassung aus der analogen Welt bekannter Bildbearbeitungs- und
-entwicklungstechniken wie Nachbelichten und Abwedeln, Filtern und Retuschieren konnten durch die Möglichkeit der pixelgenauen Manipulation auch ganz neue Werkzeuge zur Ergebnisbeeinflussung entwickelt werden. ‚Morphing’ für die schrittweise Verfremdung durch Überblendung von Bildern und Stitching zum nahtlosen ‚Verweben’ von Photos zu einem Panorama oder einem Mosaik gibt es schon länger. Seit einiger Zeit werden auch Serienbilder mit unterschiedlicher Belichtung zu sogenannten HDR-Bildern mit scheinbar gewaltigen Kontrastumfängen zusammengesetzt. Durch neue Techniken und leistungsstarke Bildbearbeitungsalgorithmen lassen sich Photos mit unterschiedlichen Focuspunkten zu einem Bild mit deutlich erweiterter Schärfentiefe zusammensetzen oder Bilder so skalieren dass sich dabei zwar ihr Seitenverhältnis ändert der Bildinhalt aber nicht verzerrt wird. Dies geschieht durch eine neue „Seamcarving“ genannte Technik die zu faszinierenden Bildmanipulationen führt, ohne den Bildinhalt zu verfremden. Photomotive können gestaucht oder gedehnt werden, ohne dass der Eindruck von Verzerrungen entsteht.

Viele auf der photokina 2008 vorgestellte Kameras werden bereits leistungsstarke Funktionen zur nachträglichen Bildoptimierung integriert haben. Neben einfacheren Funktionen wie Kontrastoptimierung oder die Retusche der roten Blitzaugen werden jetzt auch Funktionen angeboten, die Verzerrungen die durch Kippen und Verkanten der Kamera wie sie bei Architekturaufnahmen entstehen, automatisch gerade rücken.

Trend 5: „Grüner“ Strom und Brennstoffzellen für die Kamera
Die digitale Photographie ist abhängig von mobiler Energie. Auf der photokina werden alternative Energiespender zu Akkus und Batterien für Kameras und andere mobile Multimediageräte zu sehen sein. Neben umweltfreundlicheren Primär Batterien und Akkus werden auch innovative Energiespender auf Basis von Solar- sowie Brennstoffzellen ein Thema sein. Führende Hersteller aus dem Kamera- und Energiesektor haben dazu Patente angemeldet. Brennstoffzellen, wie sie beispielsweise für die Integration in digitale SLR-Kameras geplant sind, liefern mehr Energie für längere Aufnahmeserien.

Weitere Informationen: www.photokina.de
 

photokina 09 / 2008

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