Mike und Madeleine Bülow

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Durch außergewöhnliche Aufnahmen, die man nicht jeden Tag sieht, sind wir auf das junge Künstlerpaar Mike und Madeleine Bülow aufmerksam geworden und haben nachgefragt.

Sie sind über Umwege zur Fotografie gekommen – was waren die Gründe dafür?
Nach 20 Jahren Musikproduktion war es an der Zeit, neue kreative Wege zu gehen. Ich entdeckte mehr und mehr mein Interesse und Talent für die Fotografie. Neben den vergangenen erfolgreichen Fotoshootings mit Musikern und Sportlern (u.a. die Berlin Adler) reizt mich vor allem die abstrakte Kunst und das Unkonventionelle. Zusammen mit meiner Frau Madeleine versuchte ich mich mit neuen Maltechniken. Wir ließen dabei unserer Fantasie freien Lauf und dies eröffnete uns komplett neue Perspektiven in der Erstellung eigener Fotomotive.

Was fasziniert Sie an der Fotografie?
An der abstrakten Fotografie fasziniert mich vor allem der Überraschungseffekt unserer Bilder, da nur der technische Teil und die Farben beeinflussbar sind. Manchmal benötigt man über 1.000 Schuss, bis ein – für unseren Geschmack – zusagendes Motiv festgehalten wurde. Auf dieses Abenteuer freuen wir uns bei jedem Projekt erneut, da wir nie wissen, was uns erwartet. Es sind die einzigartigen Momente, die man einfangen und festhalten kann.

Wie ist es zu der Kombination von Malerei und Fotografie gekommen?
Dies war ein langer Weg und hat etwa 1 ½ Jahre gedauert, bis wir diese Technik ausgebaut haben. Dieser Weg ist noch nicht zu Ende. Wir suchen immer wieder neue Materialen, Komponenten und Gegenstände, die man auf herkömmlichem Wege nicht nehmen würde. Auf diese Art kamen wir Schritt für Schritt an das jetzige Resultat. Weiterhin kam hinzu, dass wir vorerst auf Steinen und Fliesen abstrakte Fluids erstellt haben, die normalerweise auf Leinwände produziert werden und haben diese dann fotografiert und hochwertig bearbeitet.

Welche Technik setzen Sie ein?
Wir verwenden eine Canon EOS 5D Mark 2 mit diversen Objektiven (alles L Objektive). Unsere Ausleuchtung: 3 × 600w/s Blitze, gesteuert durch PixelKing. Die Blendeneinstellungen sind zwischen 8 und 16, je nach Schärfetiefe und Bildkomposition, die Verschlusszeit um 1/8.000 High Speed, je nachdem welches Medium wir verwenden.

Wo sehen Sie in der Kombination das Herausragende?
Das für uns Herausragende ist, das Kreieren des Farbspiels, welches anschließend mit einer speziellen Fototechnik festgehalten wird. Der Betrachter erhält somit einen Einblick in unsere abstrakte Farbwelt. Jedes Bild ist einzigartig und nicht reproduzierbar. Auch denken wir, dass unsere Bilder keiner festen Norm entsprechen, die nur ein einziges Gefühl beim Betrachter hervorruft. Jeder kann in sie Unterschiedliches interpretieren und sich auf andere Weise in ihnen verlieren. Stimmungen sind in warmen und kalten Farben ein wenig zu steuern, aber primär entscheidet das der Betrachter für sich. Genau genommen besteht die Vollendung unserer Bilder nicht nur aus der verwendeten Farbe und dem festgehaltenen Motiv, sondern schlussendlich auch mit der Gedanken- und Gefühlswelt des Betrachters.

Was sind die größten Herausforderungen bei der Umsetzung Ihrer Bildideen?
Bildideen gibt es bei unseren abstrakten Bildern nicht. Unsere Herausforderung liegt bei der Materialwahl, der Konsistenz, der Farbwahl und der Lichtsetzung.

Kann sich jeder dieser bildlichen Umsetzung stellen und was sind die Voraussetzungen?
Da wir kein festes Konzept haben und verschiedene Materialen sowie Komponenten wie Pulver, Ölfarben, Acrylfarben, Wasserfarben, Tinte etc. benutzen und diese dann beispielsweise durch Vibration, fliegen, spritzen usw. in Bewegung bringen, kann sich auch jeder seiner eigenen Kreativität stellen.

Was möchten Sie Dritten aus Ihren Erfahrungen mitgeben, die die Fotografie für sich entdecken wollen?
Dass man den technischen Aspekt einer Kamera lernen und beherrschen sollte, um dann seiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Nur das „vor der Linse“ sollte im Vordergrund stehen und nicht der Gedanke an eine perfekte technische Einstellung. Das Gespür und das Auge für den richtigen Moment des Schusses sind das Wichtigste in der Fotografie. Der Spaß am Fotografieren und die eigene Kreativität sollte, immer beibehalten werden. Wichtig ist, dass man nicht in die Fußstapfen anderer tritt, sondern seine eigenen hinterlässt.

Portfolios 07 / 2014

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