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Bildleinwände - Was darfs denn bitte sein?

Die Wohnzimmer werden immer multimedialer, denn Projektoren – vielfach auch als Beamer bezeichnet – werden immer mehr zur Selbstverständlichkeit. Begnügte man sich früher vielfach mit Bettlaken oder aber weißen Wänden als Projektionsfläche, so sind diese Zeiten, dank einer großen Auswahl an Bildleinwandtypen, heute Gott sei Dank vorbei. Für welchen Bildleinwandtyp man sich entscheidet, hängt vom Einsatzgebiet ab.

Bildleinwandtypen

Unterschieden wird zwischen mobilen und stationären Bildleinwänden. Letztere werden einmal montiert und, sofern es sich nicht um Decken- oder Wandeinbau-Bildwände handelt, hängen wie ein Bilderrahmen an der Wand. Den Betrachter erwartet bei Nichtbenutzung eine eintönige Fläche, die in einem Wohnzimmer nicht unbedingt wünschenswert ist. Hinzu kommt, dass bei diesem Bildleinwandtyp die Projektionsfläche Umwelteinflüssen, wie Hausstaub, ausgesetzt ist, was ab einem gewissen Punkt Einfluss auf die Projektionsqualität hat. Bildleinwände für den Decken- und Wandeinbau bieten den großen Vorteil, dass sie bei Bedarf elektrisch oder manuell aus dem Einbaukasten gerollt werden können. Ist eine stationäre Lösung in den eigenen vier Wänden nicht möglich, so muss auf mobile Bildleinwände zurückgegriffen werden, die man bei Bedarf auch mit zu seinen Freunden nehmen kann. Beim Kauf ist darauf zu achten, dass sie leicht zu montieren und mechanisch stabil sind sowie über ein geringes Gewicht verfügen. Bei den mobilen Bildleinwänden werden drei Typen unterschieden. Bei den Bildleinwänden, die sich in einem Bodengehäuse befinden, wird die Leinwand mittels Gasdruckfedern ausgefahren. Über Scherengelenke wird die Planlage des Tuches erreicht. Eine andere Option sind Bildleinwände, die aus steckbaren Rahmenelementen bestehen. Die dritte Variante, Stativleinwände mit einem Dreibeinstativ, ist günstig, aber auch recht instabil und für den professionellen Einsatz weniger gut geeignet.

Welches Tuch darf es denn sein?

Für welche Tuchsorte man sich entscheidet, hängt von den Projektionsbedingungen, aber auch von der gewünschten Qualität ab. Generell reicht ein mattweißes Tuch, das das Licht nach allen Seiten gleichmäßig reflektiert. Sind die Projektionsbedingungen, zum Beispiel durch störendes Umgebungslicht, nicht optimal, so sollte man ein Tuch mit lichtabsorbierender Beschichtung wählen. Der Kontrast wird stärker wahrgenommen, weil diese Tücher das Nutzlicht reflektieren und bestimmte Anteile des Umgebungslichtes reflektieren. Eine weitere Option ist die Wahl von Tüchern mit einem höheren Reflexionsfaktor (Gain). Hier wird das Licht in eine Vorzugsrichtung gebündelt, so dass die Bildwiedergabe in diesem Bereich heller ist. Der Nachteil bei diesen Tuch ist, dass die Helligkeit und die Farbwiedergabe bei der Seitenbetrachtung beeinträchtigt ist.

Maskierung – Schwarzer Rahmen, ja oder nein?

Bildwänden mit Maskierung – schwarzem Rahmen um die Projektionsfläche – ist der Vorzug zu geben. Durch den schwarzen Rahmen – also einem harten Schnitt zwischen dem Rand der Projektion und der Umgebung – wird die subjektive Wahrnehmung verbessert und die Bildqualität steigt. Dies ist im Übrigen auch ein Grund dafür, warum Fernseher generell mit einem schwarzen Rand versehen sind.

Bildleinwandformate

Bei der Formatvielfalt von 1:1 (Dia, OHP), 4:3 (PAL, Video, PC, XGA (1.024×768)), 16:10 (Breitbandformat, DVD, PC 1.920×1.200) 16:9 (Breitbildformat DVD, PC 1.024×576, 1.280×720), 18,5:10 (Letterbox, Kinoformat) und 23,5:10 (CinemaScope, Kinoformat) macht es die Industrie einem nicht leicht. Es gibt zwar Spielräume, bei denen eine Bildwand im 4:3-Format durch Variation der Höhe auf 16:9, 16:10 und so weiter angepasst werden kann. Probleme gibt es dann jedoch mit der Maskierung. Dies ist oftmals der Grund dafür, warum Anwender auf den schwarzen Rahmen als Abgrenzung verzichten.

Betrachtungsabstand

Der Betrachtungsabstand ist abhängig von den räumlichen Begebenheiten. In jedem Fall ist darauf zu achten, dass die Projektion für den Betrachter ein Genuss ist und keine Nackenschmerzen auftreten – jeder durfte im Kino schon einmal die Erfahrung machen, weil man in der vorderen Reihe saß. Ein gewisser Abstand zur Bildwand ist notwendig. Sitzt man zu nah davor, so kann die Projektion pixelig wahrgenommen werden. Ist die Entfernung wiederum zu groß, werden Bildinformationen nicht erkannt. Meist müssen Kompromisse geschlossen werden. Eine Faustregel für den Betrachtungsabstand besagt, dass der minimale Abstand etwa die 1,5-fache Bildhöhe betragen soll. Bei einer zwei Meter hohen Bildwand wären das drei Meter.

Präsentationstechnik 10 / 2011

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